Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253791
fpanifche Malerei des 
Jahrhunderts. 
937 
den Auftrag, neue Fresken im Klofterhof der Kathedrale zu Toledo zu malen. 
Im Ganzen wirken feine Bilder nur wie ein fchwacher Abklatfch der Werke 
des Raphael Mengs. Das Madrider Mufeum bewahrt als Beifpiel feiner Kunft- 
weife eine xHimmelfahrt Mariäa und  ein kleines Strandbild. 
Als Madrider Landfchafter des 18. Jahrhunderts ift Dmz Pedro Affääfer 
Rodnguez de Minmda (1696-1766) zu nennen. Allerdings malte er auch ggäflgfrl-{de 
Kirchenbilder und Klofterhoffresken. Aber feine Bedeutung lag in feiner ßlirandß. 
Landfchaftsmalerei. Seine beiden Berglandfchaften im Madrider Mufeum find 
breit in fpanifchem Tone, zugleich aber klar und frifch gemalt und müffen zu 
den befferen Leiftungen jener Zeit in diefem Fache gezählt werden.  Als 
fpanifcher Profpectenmaler mag dagegen Don Mczriano Ramon Sanclzez genannt DSOEfnälä-e Z1?- 
fein, der 1740 zu Valencia geboren wurde und 1822 in Madrid ftarb. Seinen 
nüchternen, trockenen kleinen Stadt- und Hafenanflchten begegnet man häufig 
in den königlichen Schlöffern Spaniens. Seine zehn Bilder, welche der Madrider 
Katalog aufführt, fah der Verfaffer im Reftaurationszimmer des Mufeums, in 
welches f1e wohlweislich verbannt waren. 
Frifcher und origineller flnd die fpanifchen Blumenmaler diefer Zeit. 5311133211: 
Von der Hand des D012 Luis Parat y Almzzzr (1747-1799) befitzt das Däafms 
Madrider Mufeum drei, von der Hand des D011 Bmizfu Esjriuos (geft. 1817) gar 51122;: 
neun bezeichnete Bilder. Don lienito 
Der einzige wirklich national-fpanifche, wirklich eigenartige, wirklich geift- Eifäfos" 
volle fpanifche Künftler des 18. Jahrhunderts, D011 Francisco Goya y LzzcielzfesU, {Iiigiififrlie 
lebte noch ziemlich tief in unfer Jahrhundert hinein. Er ift am 30. März 1746 "Iäüjähffs 
zu Fuendetodos in Aragonien geboren und am I5. Mai 1828 in Bordeaux 
geftorben. Seinen erften Unterricht empfing er in Zaragoza, feine Ausbildung Seifßfgberh 
vollendete er in Madrid, wo Fr. Bayeu, den er felbft als feinen Lehrer 
bezeichnet, feine Ausbildung überwacht zu haben fcheint. Dann hielt er flch 
längere Zeit in Rom auf, ohne fich durch die dortige Kunftübung beeinfluffen 
zu laffen. Um 1775 liefs er fich ganz in Madrid nieder und verheiratete {ich 
mit der Tochter Bayeu's. Rafch {tieg er jetzt zu Anfehen empor. Mitglied 
der Academia de San Fernando wurde er 1780, ihr Director 1795. Als könig- 
licher Kammermaler gehörte er unter Karl IV. und Ferdinand VII. zu den 
intimften Günftlingen des Hofes. Des Hoflebens überdrüffig, zog er flch aber 
1822 nach Frankreich zurück und verbrachte feine letzten Lebensjahre am 
Geflade der Garonne. 
Goya hat grofse Kirchenfresken und Altarbilder gemalt, Cartons für die Seine Kum 
fpanifche Teppichfabrik gezeichnet, zahlreiche Bildniffe feiner Zeitgenoffen an- 
gefertigt, vor allen Dingen aber Bilder aus dem fpanifchen Leben, Sittenbilder 
im eigentlichften Sinne des Wortes, gemalt und radirt. 
Als Techniker gehörte er, ein echter Spanier, zu den Realiften und Colo- Tffäzfk 
ritten 2); doch war er wild, rafch, flüchtig in der Behandlung, oft geiftreich, 
1) Statt aller früheren Arbeiten über ihn das erfchöpfend zufammenfaiTende Werk von Ch. 
Yriarte: Goya etc. Paris 1867. 
z) Während die Franzofen, die über ihn gefchrieben haben, ihn überfchätzen, hat H. Lilcke in 
(einem Auffatz über ihn in der Ztfchrft. f. b. K. X (1875), S. 193-199 ihndoch wohl etwas 
unterfchätzt.
        

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