Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253552
ERSTER 
ABSCHNITT. 
Die 
italienische 
Malerei 
des 
Jahrhunderts. 
 afs die italienifche Malerei an der eigenartigen Entwicklung, welche 
Q die franzöfifche und die von der franzöflfchen abhängige Kunft im 
 1" I8. Jahrhundert nahm, nur einen geringen Antheil hatte, dafs fxe {ich 
vielmehr, immer Hauer, immer äufserlicher, immer oberflächlicher werdend, in 
den eigenen, bereits ausgetretenen Gleifen bis zum Ende des Jahrhunderts 
weiterfchleppte, i{t bereits angedeutet worden. Bleibt {ie daher einerfeits 
nationaler als die Malerei der meifien übrigen Länder während diefes Zeit- 
raums, fo fpricht {ich andererfeits in ihr auch deutlicher als in derjenigen 
irgend eines anderen Landes ein wirklicher Verfall aus. Bedeutende künft- Ausnahme"- 
lerifche Individuen erzeugte eigentlich nur noch Venedig, deffen zugleich 
realiftifche und decorative, zugleich coloriliifche und formenfrohe Richtung eine 
befondere Langlebigkeit bewies. In den übrigen Kunftflädten Italiens herrichten  
in der grofsen Figurenmaleri die Ausläufer der Schulen Pietro da Cortonas dfuydefäg- 
(oben S. 214-215), Luca Giordands (oben S. 200-202), Fr. Solimenas (oben 
S. 202-203) oder Carlo Marattas (oben S. I67_I68); aber kaum einer der 
Enkel- oder Urenkelfchüler diefer Meifter vermochte den Verfall aufzuhalten; 
und die übrigen Fächer der Malerei, die Landfchafts, die Architektur-, die 
Thier-, Frucht- und Blumenmalerei, welche während des I 8. Jahrhunderts räum- 
lich in Italien immer weiter um {ich griffen, hatten hier von Anfang an eine 
fo entfchieden äufserlich decorative Wendung genommen, dafs es uns nicht 
wundern darß {ie {ich jetzt, von einigen glänzenden Ausnahmen abgefehen, 
immer weiter von der Natur entfernen zu fehen. 
Uebrigens ift die Zahl nennenswerther italienifcher Meifter des 18. Jahr- 
hunderts, die wir noch zu befprechen haben, um fo geringer, als die meiPcen 
vor 1675 geborenen Künftler, von denen manche doch bis gegen die Mitte 
des I8. Jahrhunderts gewirkt haben, fchon im erften Abfchnitte des fechften 
Buches mitbehandelt worden iind. 
In Neapel beherrfchte nach Luca Giordazzfs Tode (1705) deffen Freund QieNMaleäc-ri 
und Nebenbuhler Fr. Salizlzena (oben S. 202), der erft 1747 Harb, die Schule IILUSÄPL 
bis gegen die Mitte des Jahrhunderts. Seine Schüler wurden in Neapel die iqiiisgiaaääna. 
Profefforen der auch dort zu neuem Leben erweckten Akademie, verbreiteten 
aber auch aufserhalb ihrer Heimat, ja bis in den Norden Europas das Vor- 
urtheil, dafs ihr Lehrer einer der gröfsten Meiiter aller Zeiten und Völker 
Gefchichte d. Malerei. III. (III, 2.) S8 

        

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