Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253399
Malerei 
deutfche 
Jahrhunderts. 
Maler. 
Norddeutfche 
897 
wird ihm ein weibliches Bildnifs zugefchrieben. In kleineren Sammlungen findet 
man ab und zu noch beglaubigte Bilder feiner Hand. Als hambtirgifcher See- 
maler ift Sfolzann Georg Siulzr zu nennen, der 1640 geboren wurde, 1681 Amts- Jolg-nijäg 
meifter wurde und 1721 ftarb. Er war einer der begabteften norddeutfchen 
Künftler feiner Zeit. Seine Vortragsweife erinnert wie diejenige Scheits" in 
ihrer kräftigen Breite und ihrem braunen Tone an die Schule Rembrandts 
Zwei wFlottenkämpfeK des Meiflers befitzt die Schweriner, wSeehäfenK feiner 
Hand befitzen die Caffeler und die Gothaer Galerie. Von den eigentlichen 
Hamburger Landfchaftern des 17. Jahrhunderts lernt man Yolzzznu Oswzzld Joh 0m 
Harms (1642-1708), der fich in Italien nach Salvator Rofa bildete, durch Hams- 
eine malerifche Winterlandfchaft in der Schweriner Galerie, 3'. Holfi ( 172 5 noch J. 110111. 
am Leben) 1), der den gleichzeitigen vlämifchen Meiftern, wie A. F. Boudewijns 
nachfirebte, durch fieben Landfchaften in derfelben Sammlung kennen.  Von 
den Hamburger Stilleben-, Frucht- und Blumenmalern, welche {ich an ihre 
holländifchen Fachgenoffen anfchliefsen, ifi lrirarzz Werner Tzzmm (1658-1724) FQXIZT" 
fchon oben unter den Wienern genannt worden, ift Ewzß 527mm (geb. zu Hamburg ErnftStuven. 
16 5 7, geli. angeblich 1712 zu Rotterdam), mit zwei fchönen Fruchtftücken in der 
Schweriner Galerie, C. N. Gysbreclzls, deffen Lebensverhältniffe unbekannt find,  
mit einer trefflichen wVanitasu von 1662 in der Augsburger Galerie vertreten. 
Hier erwähnen wir am beflen noch einen nordifchen Künftler, der freilich iäl"Nlgfäfrf_ 
Holländer von Geburt war, aber hauptfächlich in Kopenhagen, Stockholm und 
in Deutfchland arbeitete, Toujfaiu Gelioni), der I655-1661 lVleiPcer der Amfcer-  
damer Gilde, 1659 im Haag, 1666 in Schweden, feit 1674 Hofmaler Chri- 
flian's V. in Kopenhagen war, 1674 und 1675 für feinen Herrn in Dresden 
arbeitete und wahrfcheinlich zwifchen 1680 und 1685 in Kopenhagen ftarb. 
Seine Befonderheit find kleine Bildniffe in der Art derjenigen des F. Mieris (oben 
S. 790) und des Cafp. Netfcher (oben S. 812). Die Stockholmer Galerie bewahrt 
vier derartige kleine Bildniffe feiner Hand, wie {ich ihrer auch einige im Schloffe 
Fredensborg auf der Infel Seeland erhalten haben. Die Kopenhagener Galerie 
beiitzt von feiner Hand ein kleines Bild, welches einen Gelehrten und den Tod 
darftellt, die Schweriner Galerie ein vjunges Mädchen mit einem Blumentopfa. 
Zum Schluffe wollen wir uns erinnern, dafs ein deutfcher Adlicher, Ludwzg volqugivzigin. 
von Siegen, geboren 1609 auf feinem Gute Sechten im ehemaligen Erzbisthum  
Köln, gePcorben 1680 als Obrifixlvachtmeifter zu Wolfenbüttel, alfo in Nieder- 
fachfen, der Erfinder der Schab- oder Schwarzkunft (oben S. 483) ift. Er Sch3lfunß_ 
hat einige feltene Blätter in der von ihm erfundenen, durch XVallerant Vaillant 
(oben S. 483) nach den Niederlanden, durch den Prinzen Ruprecht von der Rflfizäht 
Pfalz (geb. zu Prag 1619, geft. als englifcher Grofsadmiral 1682 zu London) vgrälzer 
nach England verpiianzten Technik hinterlaffen 3). In England fand diefelbe im  
achtzehnten Jahrhundert ihre gröfste Verbreitung und ihre höchfte Ausbildung. 
I) Vgl. Srhlieä Schweriner Katalog S. 267. 
2) Gätlze im Stockholmer Katalog von 1887.  Weilöaclz; Dansk Konilnerlexikon. Kiobn- 
havn 1878. 
3) Andrefen, Handbuch II, S. 508.  Vgl. Le Comle de Laborde: Histoire de la gravure en 
maniäre noirö. PariS 1355, p- II7.  Uebrigelus fchon Lzßozvskjl a. a. O. Blümchen 1310, II, S. 56, 
Gefchichte d. Malerei. 

        

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