Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253383
896 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Dritter Abfchnitt. 
einige felten vorkommende Blätter, wie die vgrofse Jagda von 1677 radirt 
hat, {ieht man Gebirgslandfchaften ziemlich conventioneller Art in der kaif. 
Galerie und in der Galerie Liechtenftein zu Wien, in den Sammlungen zu 
Mainz und Wiesbaden, in der Darmftädter und der Schleifsheimer Galerie; 
unter Manyokfs Namen gehen Bilder im Mufeum zu Braunfchweig und in 
der Dresdener Galerie; Samuel Bottfchild, der grofse akademifche Gefchichts- 
maler, aber ift, fo berühmt er einft war, faft in Vergeffenheit gerathen; 
einige Bilder feiner Hand fleht man z. B. in der Gewehrgalerie des Johanneums 
zu Dresden.  Feine kleine Bildniffe in Gouache auf Papier malte in der 
53332212 zweiten Hälfte des I 7. Jahrhunderts in Dresden Haus Wilh. Schober; ihrer 
drei, von denen zwei von 1679 datirt {ind, bewahrt das hiftorifche Mufeum 
zu Dresden, eins fleht man in der Schweriner Galerie. 
3,32133? In Berlin waren, wie wir gefehen haben, manche tüchtige niederländifche 
und einige der deutfchen Meifter diefer Zeit thätig; an einheimifchen Kräften 
aber war die Hauptüadt an der Spree damals nicht reicher, als die Hauptftadt 
Peß- Caulitl- an der Elbe. Nur Peter Caulitz, ein um 1650 zu Berlin geborener, 1719 als 
Hofmaler dafelbft geftorbener, zuerft in Rom, dann durch das Studium des 
Jan Weenix (oben S. 572) gebildeter Maler von Lanclfchaften und Thierfiücken, 
von deffen Hand das Berliner Mufeum einen bezeichneten wHühnerhofx befitzt, 
mag befonders genannt fein. 
1123i? In Danzig dagegen fchmückte im 17. Jahrhundert der 1697 geftorbene 
äjjzfffs Hiftorienmaler Andreas Siech Kirchen, Klöfter und öffentliche Gebäude mit 
grofsen, heute allerdings nicht mehr fonderlich angefehenen Gemälden. Doch be- 
{itzt das Braunfchweiger Mufeum ein recht anfprechendes Bild des mit feinem Sohne 
vor den Thoren Danzigs luftwandelnden Bürgermeifters Stech von feiner Hand. 
Hvgzj?" In Hamburgl) endlich entfaltete fich befonders auf dem Gebiete der 
realiftifchen Fächer im 17. Jahrhundert ein ziemlich reges Kunftleben; wie {ich 
niederländifche Künftler gelegentlich hier niederliefsen, bildeten auch Hamburger 
 Künftler fich in den Niederlanden und übten ihre Kunft dann in ihrer Vater- 
{tadt aus. Ihre Bilder lernt man am beften im Schweriner und im Braun-- 
Jollägäfh- fchweiger Mufeum kennen. Der Schlachtenmaler Yohmm Matthias Weyer, von 
deffen Hand {ich vier Bilder in Braunfchweig befinden, war um 1620 in Ham- 
burg geboren und {tarb um 1690 dafelbft. Wahrfcheinlich fein Bruder war 
Jac. Weyer. 392606 Weyer, der 1648 Amtsmeilter in Hamburg wurde und 1670 dafelbPc 
ftarb. Von feiner Hand {ieht man zwei bezeichnete Bilder, eine figurenreiche 
aKreuztragunga und eine xFalkenjagdr im Schweriner Mufeum, fah man ein. 
Schlachtenbild in der Sammlung izu Kyburg in der Schweiz 2).  Ein breiter, 
kräftiger, wenn auch nicht eben feiner Maler von Schlachten- und Sittenbildern 
 war Matthias Schcits, der um 1640 in Hamburg geboren wurde, {ich in Holland 
nach verfchiedenen Meiftern bildete, fchliefslich aber doch nach feiner Vater- 
ftadt zurückkehrte, wo er um 1700 ftarb. In der Schweriner Galerie {ieht 
man ßRebecca und Eliefer am Brunnena, eine vMUIIkEIllfCIIC Unterhaltung im 
Gemachee und ein vSchlachtgetümmelx feiner Hand; im Braunfchweiger Mufeum 
letzteren 
Hamburgifches Künfiler-Lexikon. Hamburg 1854. 
Mittheilung L. Srlzeiöler": an F. Schlie. Siehe des 
großes 
Verzeichnifs 
Schweriner
        

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