Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253339
Malerei 
deutfche 
Jahrhunderts. 
Maler. 
Oefterreichifche 
891 
welche, fchottifchen Urfprungs, anfangs nach den Niederlanden, dann nach 
Deutfchland, hauptfächlich nach Wien überfledelten. faules de Hzmziltou, der {fmägi 
Stammvater der Familie, liefs fich in Brüffel nieder, wo er achtzigjährig gefiorben 
fein foll. Er war Stillebenmaler; doch fmd uns keine beglaubigten Bilder feiner 
Hand bekannt. Drei feiner Söhne wurden Thier- oder Stillebenmaler. Der 
ältefle von ihnen, Plzilzßp Ferd. von Hanziltorz, wurde 1664 in Brüffel geboren Päfrfflfgff" 
und ftarb 1750 in Wien, wo er 1706-4740 als vCammerrnahlem genannt 
wird 1). Er malte wilde Thiere, zahme Thiere und todte Jagdbeute. Viele 
feiner Bilder befinden fich noch im Privatbefitze der kaiferlichen Familie und 
der Grofsen Wiens. Neun Bilder feiner Hand befltzt die kaiferliche Galerie 
dafelbft; zur Kennzeichnung feiner Stoffe nennen wir: vWölfe um einen todten 
HIffChG von 1720, iiLeopard und Geierr und iTruthühner von einem Fuchs 
belaufchte von 1722, ßtodtes Göflügelr von 1749. In der Pefter Galerie be- 
findet fich unter drei Bildern feiner Hand eins von 1698. In Deutfchland 
befitzen von feiner Hand z. B. die Münchener Pinakothek eine vSpeifekammer 
mit einer Katzer, die Breslauer Galerie unter drei Bildern die bezeichnete Dar- 
Prellung von xFafanen im Stfßltt, das Weimarer Mufeum eine ijagdbeutee von 
1703. Etwas hart im Vortrag und kalt in der Farbe, iPt er doch ein tüch- 
tiger, gediegener, keineswegs ganz reizlofer Meifier.  Der zweite der Brüder, 
Folzamz Georg von Htllfllilitlll, wurde 1666 in Brüffel geboren und ftarb 1740 Jfllähg-tgä" 
in Wien, wo er feit dem Jahre 1713 anfäffig gewefen war und_ 1721 --1728 
als vCammermahlerx genannt wird. Vorher arbeitete er am Hofe König 
Friedrichs I. zu Berlin. Er ift der eigentliche Pferdebildnifsmaler der Grofsen 
feiner Zeit, doch hat er auch einige Jagdflücke und Stilleben gemalt. Grofsen 
malerifchen Reiz kann man feinen Darftellungen nicht nachrühmen, wohl aber 
grofse Treue der Beobachtung, grofse Sorgfalt der allerdings etwas geleckten 
Durchführung, grofse Frifche der allerdings etwas nüchternen Farbengebung. 
Charakteriftifche Pferdeftücke feiner Hand find vdas kaiferl. Geftüt zu Lipizzac 
und zwei Stücke ßPferde auf der Weidea in der kaif. Galerie zu Wien, vier 
Pferdebildniffe von 1703, 1704 und 1709 in der Dresdener Galerie. jagdftücke 
und Stilleben feiner Hand find z. B. die fpäte xEberjagdr von 1740 im Vor- 
rath des Berliner Mufeums, ein vEberkopfa von 1718 und vHirfch und Rehea 
in der kaif. Galerie zu Wien. Auch führen z. B. die Galerie Liechtenftein zu 
Wien, die Münchener Pinakothek und die Schleifsheimer Galerie Bilder unter 
feinem Namen. Vortrefflich vertreten ift er in den Paläften der öfterreichifchen  
Grofsen.  Der dritte der Brüder, welcher 1668 oder 1670 in Brüffel geboren, 
1754 zu Augsburg geftorben ifi, hiefs Charles PVillianz a? Hauzillozz und hätte, 
da er nicht in Wien, fondern in Augsburg thätig war, unter den Künftlern 
diefer Stadt genannt werden müffen, wenn wir ihn von feinen Brüdern hätten 
trennen mögen. Er malte Stilleben im Freien, die manchmal an diejenigen des 
Marfeus van Schrieck (oben S. 768) erinnern und, wie diefe, mit faPt peinlicher 
Sorgfalt durchgeführt zu fein pflegen. Bezeichnet und datirt ift fein wVKVald- 
gebüfch mit dem erlegten Fuchfea von 1739 in der Schweriner Galerie. 
Andere Bilder feiner Hand fieht man in der SChlClfSll6lIUCl' Galerie, in den 
auch 
Materialien, 
Srhlagzr, 

        

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