Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253227
880 
Buch. 
Sechstes 
II. Abtheilung, 
Abfchnitt. 
Dritter 
auch Pcofflich viel enger an feinen Vater, als fein Bruder Rofa di Tivoli, er- 
weiterte das Stoffgebiet aber durch die Hineinziehung der wilden Thierwelt. 
31213;; Mit Hirfchen und Rehen, mit Bären und Wildfchweinen, fogar mit Löwen und 
Tigern hat er feine Landfchaften belebt. Seine Zeichnung ift dabei noch härter, 
als diejenige feines Vaters, feine Pinfelfiihrung dünner und kälter. Die meiften 
äfigjuäiclgs; Bilder feiner Hand befitzen das Braunfchweiger Mufeum, die Darmftädter und 
Galerien- die Schweriner Galerie; auch im Schloffe zu Würzburg und in der Sammlung 
zu Pommersfelden ift er noch gut vertreten. Einzelne charakteriftifche Bilder 
feiner Hand aber fleht man z. B. in der Dresdener Galerie, in der Afchaffexi- 
burger Sammlung, im StädelTchen Inltitut und an anderen Stellen zu Frank- 
furt a. M. 
Cgjftggh Endlich mufs unter den Frankfurter Künfilern noch ffzzcob Clzrylopk Le Blorz, 
defegfäzäer der Erfinder einer befonderen Art des Farbenkupferdrucks, genannt werden. 
eiälgufjff Er war I667 in Frankfurt geboren und ftarb 1741 in Paris. Thätig war er 
22:11:55: anfangs, als Maler, in Rom, dann, in Ausübung feiner neuen Technik, welche 
drßcks- eine Art Schabkunlt mit drei verfchiedenfarbigen Platten war, in Paris und in 
London. Seine Farbendrucke nach berühmten Gemälden wurden feiner Zeit 
fehr hoch gefchätzt. Jetzt find fle ziemlich felten. Die meiften befitzt das 
Dresdener Kupferfiich-Cabinet. 
Auf Meifter, wie Johannes Lingelbach (oben S. 740), der Frankfurter von 
Geburt war, und den berühmten Antwerpener Architecturmaler Hendrik Steen- 
wijck d.  (oben S. 406), der {ich in Frankfurt niederliefs und hier 1603 ftarb, 
können wir nicht zurückkommen. 
Fränkifche 
fchwäbische und bayerifche 
17. jahrhundertsß. 
Maler 
des 
Nür-gijrger Nürnberg, die Stadt Dürefs, war im {lebzehnten Jahrhundert fo weit 
lgfgagjf herunter gekommen, dafs ihr Rath im Jahre 1627 die grofsartigfien Werke 
hundem- ihres gröfsten Sohnes, ndiC vier Apoliela, dem Kurfürfien Maximilian von Bayern 
überliefs 2). Von einer felbftändigen Nachblüthe der DürerTchen Kunii konnte 
Jläifllel hier kaum mehr die Rede fein. Paul Yuvenel (geb. zu Nürnberg 1579, geft. 
zu Prefsburg 1643), der ein Schüler feines Vaters und  Elsheimefs genannt 
wird, hat z. B. die fchwülfiigen allegorifchen Deckengemälde des kleinen Raths- 
Crgui2?;äer_ faales gemalt. Von feinem Mitfchüler Yolzanzz Crzutzfelder, der 1636 zu Nürn- 
berg ftarb, {ieht man in der Sebalduskirche ein 1603 gemaltes Gemälde, welches 
Adam und Eva darfiellt, in der kaif. Galerie zu Wien eine Darfiellung des hl. 
{x53 Ignatius in der Arena. Yoizmm Georg Fzfclzcr, der 1580 in Augsburg geboren 
Fifcher- war und 1643 als Kurbayrifcher Hofmaler in München ftarb, gehörte zu den 
eigentlichen Nachahmern und Copifien Dürefs; er malte 1633 die nGefangen- 
nahme ChriPtir der Münchener Pinakothek nach den DürerTchen Federzeich- 
I) Felix Yofeplz Lzlßowxky: Bayerifches Künfllerlexikon 1.11. 
Gefch. der bild. Künße im Königreich Bayern. München 1362. 
2) Yas. Baader: Beiträge zur Kunftgefchichte Nürnbergs. 
 72- 74. 
München I8 I o 
Zweite Reihe. 
 Dr. 7. Sigluzrt. 
Nördlingen 1862.
        

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