Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253216
Malerei des 
deutfche 
Die 
Jahrhunderts. 
Frankfurter Meifier. 
879 
hältnifsmäfsig felten f1eht man Bildniffe feiner Hand, wie feine angeblichen feiläilfägßnd 
Selbftbildniffe von 1680 im Städeffchen InPritut zu Frankfurt a. M., von 1682 ägnljfggg; 
im Braunfchweiger Mufeum, ohne Jahreszahl ebenfalls im Städeffchen Infiitut, langen- 
in der Schleifsheimer und in der Afchaffenburger Galerie, felten auch religiöfe  
Darfiellungen, wie die rembrandtifch angehauchte wVerkündigunge von 1659 hingen- 
in der Caffeler Galerie, felten fogar Campagnabilder mit anderen Scenen Siltenbilder. 
3,15 den gefchilderten, wie xder Aufbruch eines Heeresa von 1677 in der 
Münchener Pinakothek und die vReiter vor der Ofieriaa in der Karlsruher 
Kunfihalle. Alles in allem befitzen die Schleifsheimer Galerie zehn, die lVIün- Thiiiriiäcke 
chener Pinakothek neun, die Karlsruher Kunfthalle acht Bilder feiner Hand. in deutfchen 
Aber auch in den öffentlichen Sammlungen zu Frankfurt a. M., Dresden,sammlllngen' 
Wien, St. Petersburg, Berlin, Braunfchweig, Darmfiadt, Caffel, Hannover, 
Augsburg u. f. w. {ieht man bezeichnende und bezeichnete ThierPcücke feiner 
Hand. Als Radirer erfreut er uns durch die Leichtigkeit und Frifche feiner 
Nadelführung noch mehr, denn als Maler. Man kennt etwa 40 Blatt feiner 
Hand, unter ihnen drei Folgen von Thieren zu 8, 9 und I3 Blatt 1). 
Von feinen vier Söhnen, Philipp Peter Roos, Johann Melchior Roos, Franz 
Roos und Peter Roos, können uns nur die erPcen Beiden etwas eingehender 
befchäftigen. 
Philipp Peter Roas, der ältefte von ihnen, iPc der unter feinem Beinamen gläggfgßäär 
Rosa da" Tivoli weitbekannte Maler grofser, oft genug fogar lebensgrofser Thier- lägiiudi 
{Tücke vor italienifchen Campagnalandfchaften, in denen man in der Regel die  
Gegend von Tivoli bei Rom erkennt. Geboren war er 165 I zu Frankfurt a. M.; Sein Leben- 
gelernt hat er feine KunPr bei feinem Vater. Nachdem der Landgraf Karl von 
Heffen-Caffel ihn aber I677 auf feine Kofien nach Italien gefchickt, bildete er 
{ich zunächft in Bologna weiter und {iedelte dann nach Rom über. Hier ver- 
heirathete er {ich mit einer Tochter des Hifiorienmalers Giacinto Brandi (oben 
S. 232) und zog {ich mit ihr nach Tivoli zurück, wo er 1705 ftarb. Seine Chayakter 
grofsen, wefentlich decorativ wirkenden Thierftücke find breit und flott, oft grreriiisjern 
fogar derb in der Pinfelführung. Gelegentlich legt er ihnen wohl einmal eine  
hiüorifche oder biblifche Begebenheit unter, wie feinem grofsen Bilde wNoah Thiemücke 
vor Jehovahc in der Dresdner und feinem Orpheusbilde in der Madrider Ga- f: 3:333?- 
lerie. In der Regel aber machen feine Riefenbilder keinen anderen Anfpruch, 113213225 
als uns Hirten- und Heerden-Idylle vorzuführen; und fie berühren in ihrer Gröfse  
um fo weniger angenehm, da ihre an {ich fchwere Färbung noch nachgedunkelt 
zu fein püegt. Am bePren lernt man {ie in der Dresdener, in der Caffeler und Qagejfsden- 
in der Madrider Galerie kennen. Die erftere befitzt über ein Dutzend, die Madmiß 
letzteren befitzen je acht grofse Bilder feiner Hand. Doch ift er auch in der  Sie" 
kaiferlichen Galerie zu Wien, in der Schleifsheimer und der Darmfiädter Galerie, Sßmniiäiiien 
im Braunfchweiger Mufeum, in der Ermitage zu St. Petersburg und im Louvre 
zu Paris mit charakteriftifchen Werken vertreten. 
701mm: Melclzzbr Roos, der zweite Sohn Johann Heinrichs, wurde 1659 in  
Frankfurt geboren, kehrte nach längeren Wanderjahren auch in feine Vaterfiadt Rgäfi-e 
zurück und {iarb hier I 731. Er hielt fich technifch, mit einem Theil feiner Bilder Kunßweife- 
Graveur 
Peintre 
ßarükil, 
Weigel Suppl-
        

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