Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1253106
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Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
321x222; Jenfeits der Zuiderzee, in Alkmaar  würden wir zu verweilen haben, wenn 
wir die Alkmaarer Hauptmeifier, Czfar van Everdzhgen und Allart van Ever- 
dzäzgen, da f1e mitten im Kunlileben der holländifchen Hauptftädte Pranden, nicht 
fchon oben (S. 587 und S. 62 5) hätten befprechen müffen. Auch dafs Em. de 
Wille, der grofse Architekturmaler (oben S. 767), in Alkmaar geboren war, 
dafs Abr. van Bezjerezz (oben S. 820) und Mklziel Cezrräe (oben S. 748) in 
Alkmaar Pcarben, haben wir bereits gefehen; und bei einigen kaum mehr als 
dem Namen nach bekannten Alkmaarer Meiftern dürfen wir uns nicht aufhalten. 
Meigfvon Von den in Leeuwarden geborenen frief1fchen Meiltern haben wir den 
Leeuwarden-Bildnifsmaler Aör. zum den T empel (oben S. 775), den Landfchaftsmaler Em. 
zllumnt (oben S. 751) und den Seemaler Wzgerus Vitringa (oben S. 767) eben- 
Vgiejböigftf falls bereits kennen gelernt. In Bezug auf Wzjbrazzdt de Geesl d.  aber, 
welcher 1622 zu Leeuwarden heirathete und 1643 in Antwerpen ftarb, fei 
bemerkt, dafs er Italien befuchte und hier den Beinamen iider friefifche Adlera 
empfing. Einige recht gute, zum Theil an Moreelfe erinnernde Bildniffe feiner 
Hand befxtzt das Amfterdamer Reichsmufeum. 
130i:  In Hoorn endlich, der Stadt, in welcher wahrfcheinlich 39m Lys, gen. 
Pan (oben S. 585) geboren war, lebten noch einige Meiiter, die wir nicht ganz 
1111i 3133:" übergehen dürfen: zunächft Yem Alberzfz Rnotius, geb. zu Hoorn 1615, gePc. 
dafelbft 1674, ein Bildnifs- und Stillebenmaler, von deffen Hand das Amfter- 
damer Reichsmufeum zwei mäfsige, etwas trübfarbige Bilder befitzt, ein 
Mädchenbildnifs von 1652 und ein Admiralsbildnifs von 1661, während im 
deutfchen Privatbefitze einige malerifch angeordnete, aber etwas fchwer gefärbte 
Stilleben feiner Hand vorkommen, z. B. eins von 1672 bei Herrn Ittenbach auf 
Burg Gymnich, ein zweites ehemals in der Sierftorpfffchen Sammlung zu Driburg. 
Ein Hoorner Maler ftillebenartiger Landfchaften oder landfchaftlicher Stil- 
leben in der Art derer feines Freundes Marfeus, mit dem er Italien befuchte, 
_ aber war Mattlz. Withoos. Geboren war er 1627 allerdings in Amersfort und 
 lebte auch bis 1672 dafelbft; dann aber fiedelte er nach Hoorn über, wo er 
1703 Prarb. Bezeichnete Bilder feiner Hand trifft man im Palazzo Manfi zu 
Lucca (von 1666), im Mainzer Mufeum (von 1671), in der Schleifsheimer und 
in der Schweriner Galerie. 
Rigtlißcehfäox Ein echter Hoorneri war endlich der Seemaler Claefz Rzktfclzooß der 1652 
in Hoorn geboren war und 1719 dafelbft ßarb, übrigens ein Schüler L. Bak- 
huyfen's in Amflerdam gewefen war. Seine feltenen Bilder, wie das vStil 
watere und das wWoelend watera im Amüerdamer Reichsmufeum, zeigen, 
dafs er feinfühliger als fein Lehrer war und eher mit Willem van de Velde d.  
als mit Bakhuyfen wetteiferte. 
In je klareren Umriffen die Forfchung der Gegenwart das Kunllleben 
jeder einzelnen holländifchen Stadt vor unferen Blicken entliehen läfst, in ein 
um fo helleres Licht tritt die Urwüchfigkeit aller maßgebenden holländifchen 
Maler und mit um fo gröfserer Bewunderung erfüllen uns die Vielfeitigkeit, 
die Lebendigkeit und die Selbfländigkeit der Schöpfungen, die hier in ver- 
hältnifsmäfsig engem Umkreis dem heimifchen Boden enfproffen. 
Lukas 
Gildebroeders van 
Namlijfi 
te Alkmaar in 
Oäreenü- 
Archief II
        

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