Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252996
Malerei des 
holländifche 
Die 
I 7; Jahrhunderts. 
Rotterdam 
Die Meifter von 
etc. 
857 
und fittenbildliche Gegenfiände in kleinem Mafsftabe und in glatter Durch- 
führung. Seine Formengebung ifi; jedoch Weniger elegant als diejenige des 
Rotterdamers. Genannt feien: vDie Ausftellung Chrifiir in der Kopenhagener SeineBilder. 
Galerie, vMariae Verkündigungr im Aachener Mufeum, ßDiogenes mit der 
Laternerr in der Turiner Pinakothek, wdie Leiche der Virginiau in der Schleifs- 
heimer Galerie, die vMalerwerkftattr im Amflerdamer Reichsmufeum. Er hat 
auch einige Bildniffe, hiftorifche, allegorifche und fittenbildliche Gegenltände 
radirt 1). Seine Künftlerbiographien zeichnen fich durch ihre Klatfchfucht aus.  
Houbraken hat die Neigung, von wahren oder erfundenen Anekdoten aus dem bivgravhien- 
Leben feiner Mitkünfiler ausgehend, deren Charakterfchilderung im Sinne einer 
vorgefafsten Meinung zuzufpitzen. Auch ift er in den Einzelangaben durchaus 
nicht immer zuverläffig. Gleichwohl aber ift fein Werk grundlegend gewefen 
und, mit Vorflcht benutzt, noch heute unentbehrlich. 
Wenden wir uns noch weiter maasaufwärts, fo treffen wir in Gorkum  
die Geburtsfiadt einiger Meifier, z. B. der Camphuyfens (oben S. 673) und Jan 
van der Heyde's (oben S. 756), die wir, da fle auswanderten, fchon in anderen  
Schulen kennen gelernt haben. Aber auch Hendrik Verfchuring (oben S. 571), 
der nicht nur in Gorkum geboren, fondern fpäter auch lange Bürgermeifter 
diefer Stadt war, haben wir wegen feiner nahen Beziehungen zur Utrechter 
Schule fchon in diefer behandelt. Dagegen haben wir hier zunächft noch einen tlägu-fujfläli; 
Künftler zu befprechen, der, ein Altersgenoffe Verfchurings, 1627 in Gorkum Vagßäßegbulfh 
geboren und bald nach 1688 dafelbft geftorben, übrigens vielleicht wie 
diefer Schüler Bothis gewefen ift, fich aber in Italien zu einem eigenartigen, 
lichtvollen, klaren, wenn auch etwas geleckten Maler füdlicher Architekturbilder 
entwickelt hat 2), Yawö van der Ulff. Er malte in der Regel reich belebte und Seine Bilder 
mit Säulenruinen gefchmückte italienifche Hafenanfichten, Marktplätze und dergl. 
Das Amfierdamer Rathhaus befitzt jedoch eine 1663 gemalte Anficht des Amßißamer 
Amfterdamer Damplatzes von feiner Hand. Die meiften Jahreszahlen auf feinen Rathhiwe 
Durchschnittsbildern gehören den {iebziger Jahren an. Drei bezeichnete Bilder 
diefer Art befltzt das Amfterdamer Reichsmufeum, eins das Rotterdamer, eins Ralfs; 
das Haager, eins das Oldenburger Mufeum, eins die Pefter Galerie, eins die Europas. 
Sammlung Steengracht im Haag, eins der Vorrath des Berliner Mufeums; 
unbezeichnete Bilder van der Ulft's fleht man z. B. im Louvre zu Paris, in der 
Dresdener Galerie, in der Ermitage zu St. Petersburg. Auch Radirungen feiner 
Hand fmd bekannt. 
Ein anderer feltener Gorkumer Meifter Utrechter Gepräges ift F. A. Marzkvz- Mi-ieiläof 
lzof, der 1650 zu Gorkum geboren fein, aber in Brüffel und Utrecht gelebt  
haben foll. Von feiner Hand fleht man in der Ermitage zu St. Petersburg die 
Darftellungen eines Bildhauers und eines Malers in ihren Werkftätten, in der 
Dresdener Galerie die Darftellung eines Architekten vor dem Throne feines 
Herrfcherpaares. 
Das benachbarte Goudaß) hatte im I6. Jahrhundert künftlerifchen Ruhm  äfiiägr 
1) Andrefen, Handbuch I. S. 696. 
2) Krumm, a. a. O. VI. S. 1659. 
3) Obreerf: Archief V p. 24-26. wAanteekeningen 
III p. 1-69 njets over het St. Lucasgilde te Goudau. 
betrekkende 
einige 
kunstenaars 
Goudau
        

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