Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252827
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Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
Bauernfluben feiner Hand vor, wie die vSpielerr von 1644 in der Sammlung 
Ruhm zu Hannover, wie wder Gerucha von 1646 in der Münchener Pinakothek, 
denen llCh die wWirthsftubea derfelben Sammlung, die vßauerngefellfchaftu des 
Seine Braunfchweiger Mufeums und ein ähnliches Bild in der Dresdener Galerie an- 
Marktbild" fchliefsen. In den funfziger jahren fing er an feine hübfchen, frifchen Markt- 
bilder zu malen, wie das Dorfbild von 1650 und den vGrofsen Markt zu 
Rotterdamu von 1654 im Rotterdamer Mufeum, den vGemüfemarktr von 1653, 
den ßFifchmarkte von 1654 in der Caffeler Galerie; ihnen folgt das fchon 
erwähnte Dresdener Bild von 1664, und ihnen fchliefsen {ich Marktbilder im 
Reichsmufeum und in der Sammlung van der Hoop zu Amfterdam, fowie in 
der Karlsruher Kunfthalle an. In den fechziger Jahren malte er daneben 
urmfäifeerim wiederholt die Parabel von den Arbeitern im Weinberge des Herrn; T0 1665 
Wemergem das Bild des Braunfchweiger Mufeums, 1666 dasjenige der Sammlung Steen- 
gracht des Haag, 1667 dasjenige der Dresdener Galerie. Von 1661 beützt 
das Amfterdamer Reichsmufeum noch den vZitherfpieler mit der laufchenden 
Fraur, von 1668 ein eigentliches Seeflück, nden Sturmu, etwas glatt, aber 
gut gemalt. Eine ähnliche aMarineu S0rgh's, fchon von 1650, befitzt übrigens 
die Ermitage zu St. Petersburg; dazu eine nBauernfchlägereiu von 1665. Eine 
bezeichnete Flufslandfchaft endlich befindet Hch noch bei Herrn Werner Dahl 
in Düffeldorf. 
Der Vertreter des ehemals fogenannten vhöheren Genrer in der Rotter- 
Ochltaejszlh damer Schule ift 921006 Ockterzxel! 1). Es ift jedoch weder erwiefen, dafs er in 
Rotterdarn geboren, noch dafs er hier geftorben ifi; aber von 1665 bis 1672 
i{'c er urkundlich in Rotterdam nachweisbar; und 1710 wird hier feine Wittwe 
Sxjiälfggf erwähnt; 1674 aber malte er, wie fein im Reichsmufeum aufbewahrtes halb- 
lebensgrofses, halblittenbildlich aufgefafstes Gruppenbild der Regenten des 
Leprofenhaufes, denen {ich eine Frau mit drei Kindern vorPrellt, von eben diefem 
eigeiiiäfhen Jahre beweiPt, in Amfierdam. Seine eigentlichen Sittenbilder, die bald an 
Sittenbilder" Metfu, bald an lVlieris, bald an Terborch erinnern, {ind in ihren Typen, in ihrer 
bewegten Haltung und in ihrer ausgefprochenen, wenn auch abgetönten Ge- 
wandfarbe doch {iets als Werke Ochtervelfs zu erkennen. Er zeigt {ich in 
 ihnen nicht nur als feinfühligen Maler, fondern auch als lebendigen Erzähler 
Am beflen kann man ihn in der Ermitage zu St. Petersburg kennen lernen, 
die vier bezeichnete Sittenbilder feiner Hand befitzt. Der Küchenfphäre ge- 
hört fein Bild der Galerie zu Arenberg in Brüffel an. Sehr charakteriftifch 
i{'r fein Bild von 1669 in der Dresdener Galerie (Fig. 628), welches einen 
galanten Herrn zeigt, im Begriff einer Dame, vor der ihr Töchterchen mit 
ihrem Schoofshund fpielt, Citronenfcheiben ins Glas zu fchneiden; und charak- 
teriftifch {ind auch {eine nmufikalifclie Damen von 1663 in der Kopenhagener 
Galerie und fein ßPärchen beim Frühflücke im Rotterdamer Mufeum. Auch 
im Berliner, inrHaager Mufeum, in der Karlsruher Kunfihalle u. f. w. beHnden 
{ich Bilder feiner Hand. 
Als Ochtervelfs Nachfolger, vielleicht fein Schüler, erfcheint in einigen 
vagräiterfeiner Bilder Yooß mm Geel, der 1631 zu Rotterdam geboren war und 1698 
Jacob 
Ochtervelt. 
S ein e En t- 
Wicklung. 
Auffatz, über 
Oöreens Archief V
        

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