Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252794
Malerei 
holländifche 
Jahrhunderts. 
Rotterdam 
Meifter von 
837 
Gebiete der Malerei hat fle freilich keine eigentliche Schule gebildet; aber an 
tüchtigen Malern fehlte es in der malerifchen Stadt keineswegs; und die Rotter- 
damer Lucas-Gilde, deren ältefie erhaltene Statuten aus dem Jahre 1609 
fiammen l), fpielte fchon im flebzehnten Jahrhundert keine unbedeutende Rolle 
im bürgerlichen Leben der Stadt. 
Forfchen wir auch hier zunächft nach den Bildnifsmalern, fo tritt uns Rottgigamer- 
in 3'121: Drzenzen Cool, der 1614 der Delfter Gilde beitrat, aber fchon 1618 in 1332m?- 
Rotterdam nachweisbar ifi, wo er 1660 ftarb, ein Meifter entgegen, von deffen Janclääfmen 
Kunfiweife wir uns, da fein Regentenftück von 1653 aus dem Heiligengeift-  
hofpital zu Rotterdam im Mufeum diefer Stadt erhalten ift, wohl eine Vor- 
Prellung machen können. Das Bild, welches uns drei der Regenten am Tifch, 
den vierten im Begriff einzutreten zeigt, ift hübfch in der Anordnung, heiter 
in der Haltung, frifch und natürlich in der Behandlung, aber es fehlt ihm die 
künfilerifche Energie, welche Meifterwerke erften Ranges auszeichnet. 
Der bedeutendfte Rotterdamer Bildnifsmaler, Abraham de Vries, der um ügäsde 
1650, wahrfcheinlich in Haag, ftarb und vorher lange in Amfierdam malte,  
verlegte den Schwerpunkt feiner Thätigkeit nach diefen Orten, in denen reichere 
Befiellungen winkten. Wir haben ihn (oben S. 666), da er befonders durch 
de Keijser beeiniiufst erfcheint, der Amfterdamer Schule zugewiefen. 
Dagegen müffen wir einen anderen, jüngeren Bildnifsmaler, [Vlzklziel zum  
Jlufclzer, welcher am 27. Jan. 1645 zu Rotterdam geboren und am 25. ]uni  
1705 zu Amilerdam begraben wurde 2), der Rotterdamer Schule laffen. Schüler 
verfchiedener Meifter, erinnert er uns am meifien an einen von ihnen, an 
Abr. van den Tempel von Leiden (oben S. 775). Doch überträgt er deffen 
Kunftweife ins Kleinere. Er malte felten lebensgrofse, in der Regel kleinere 
Bildniffe, und liebte es, diefe mit fxttenbildlichen Zuthaten auszuftatten. In der 
Farbe ift er oft fchon kalt und Hau. Bezeichnend, wenngleich nicht bezeichnet, ift 
fein Familienbildnifsfiück vDie Weinprober im Antwerpener Mufeum. Bezeichnet 
find fein ßMutterglückr von 1683 in der Galerie Arenberg zu Brüffel, feine 
vDrei Kinder vor einem Smyrnateppich im Bogenfenftere von 1690 im Rotter- 
damer Mufeum, fein Familiengruppenbild in halber Lebensgröfse von 1681 im 
Haager Mufeum, fowie feine Einzelbildniffe im Berliner Mufeum, in der Tu- 
riner Pinakothek und (ihrer drei von 1682 und 1686) im Amfterdamer Reichs- 
mufeum. 
Ferner können wir einen anderen ausgezeichneten Bildnifsmaler, Ludaljßim de 
(Lezzß; Lievej de Yongk, welcher 1616 zu Overfchie geboren wurde und 1697 Jfmgh 
zu Hillegersberg ftarb, da er ftets in der Umgegend Rotterdams thätig war, zu Sein Leben. 
den Künfilern diefer Stadt rechnen. Er war Schüler des Corn. Saftleven (fiehe äfialfn"; 
unten) zu Rotterdam, des Anton Palamedefz in Delft (oben S. 829), des Jan gang- 
Bylert (oben S. 562) in Utrecht gewefen und hatte Frankreich bereiPc, ehe 
er {ich dauernd in feiner Heimath niederliefs. Seine Sittenbilder in der Art Seine 
derer des Palamedes befinden {ich meift im Privatbefitzeü). Wir nennen nur Sittenbndu 
den nlefenden lVlannsam Kanlinec in der Galerie zu Afchaffenburg und die 
ObreenCv Archief II p. 62- 
Oud Holland III p. 233. 
W. Bade, Studien. S. 119. 
yRotterdamfche 
Hiftorienbladenw
        

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