Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252772
Die 
holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Delfter 
Die 
335 
überfehender Meifler. Sein Hauptbild ifl die grofse Landfchaft von 1669 auf 
dem Delfter Rathhaufe, in welche H. Verfchuring (oben S. 571) die Staffage 
gemalt hat. Andere Landfchaften feiner Hand befinden {ich in der Sammlung 
van der Hoop des Amilerdamer Mufeums, im Rotterdamer, im Stockholmer 
und im Kopenhagener Mufeum, in der Schweriner, der Darmftädter, der Peiler 
Galerie, im Schloffe zu Brühl bei Köln und bei Herrn Landrath von Niefewand 
in Mühlheim a. Rh.  
Auf anderem Boden fleht Egbert mm der Poel, der in feinen Bauernfiubem, ggf-Pi? 
Stilleben- und Hof-Bildern dem Corn. Saftleven, in feinen nächtlichen Feuers-  
brünilen dem A. v. d. Neer (oben S. 675) verwandt erfcheint, aber auch manche 
tüchtig-realifiifche Strandlandfchaft gemalt hat. Egb. van der Poel war 1621 
zu Delft geboren, trat erPt 1650 der Delfter Gilde bei I), zog aber fpäter nach Sein Leben. 
Rotterdam, wo er 1664 Pcarb. Ein fonderlich feiner Künfller ift er nicht  Seine Art. 
am feinften in feinen rBauernbinnenhäuferna und wHöfenr  wohl aber ein 
kräftiger, fich auf energifche Gefammtwirkungen verftehender Meifler. Selten 
find feine Bilder durchaus nicht. Stillebenartig aufgefafste rBauernbinnen- Bääiäili- 
häuferr feiner Hand {ieht man z. B. im Amfterdamer Reichsmufeum (von 1646), binnen- 
in der Galerie Liechtenfiein (von 1646) und in der kaif. Galerie zu Wien häufen 
(von 1647), bei der Gräfin Steenbock in Helfingborg (von 1647) 1), in der Ermitage 
Zu St. Petersburg (von 1647 und von 1659), in der Dresdener Galerie (von 
1648 und ohne Jahreszahl). Ein eigentliches Sittenbild {incl auch die "Trinker Sittiäräfderv 
vorm Wiythshausrr von 1659 im Liller Mufeum, und diefem Bilde fchliefsen fich 
die hübfchen Hoffcenen im Louvre zu Paris und in der Münchener Pinakothek an. 
ßNächtliche Feuersbrünflea feiner Hand befitzen z. B. von 1649 Herr Semeonow Seibgfurgiglßl- 
in St. Petersburg, von 1654 die Galerie Liechtenfiein zu Wien und die Stutt- brünße. 
garter Galerie, von 1658 die Schweriner und von 1661 die Kopenhagener 
Galerie, ohne Jahreszahl das Rotterdamer und das Stockholmer Mufeum,  
die Schweriner und die Pefter Galerie, das Innsbrucker Ferdinandeum, die 
Turiner Pinakothek, die Mufeen zu Orleans, Tours und Nantes. Strandbilder  
feiner Hand, theils bei Mondfchein, theils bei Tageslicht, fieht man z. B. in fcenen. 
der Galerie Czernin zu Wien (von 1648), in der Sammlung Habich der Caffeler 
Galerie, im Haager Mufeum, in der öffentlichen Sammlung zu Hannover, im 
Mufeum zu Wiesbaden und im Mufeum zu Grenoble. 
Endlich befafs Delft auch einige gute Stillebenmaler. Zu den älteften Släiäfgm 
derfelben, ja, zu den ältePten Stillebenmalern überhaupt gehört Pielcr Corrzelgfz maler. 
van Ryck, der, nach van Mander 1568 zu Delft geboren, Schüler des alten Pkgdjf" 
Jacob Willemfz Delff und 1604 noch am Leben war. Dem Verfaffer ifi nur fein 
grofses, bezeichnetes und von 1604 datirtes Küchenfiück im Braunfchweiger Mufeum 
bekannt.  Mehr dem Namen als erhaltenen Bildern nach bekannt ift Euer! mm Evm van 
Heiß, der nach Houbraken 1602 in Delft geboren und 1658 gefiorben ift4). Amt 
L 
derartige 
I) Oöreerfs Archief I, p. 45, 51. 
2) Granberg a. a. O. p. 76. Im fchwedifchen Privatbefitz fmd zwei 
bezeichnet, und zwei nFeuersbrünRea. 
3) A, a_ O, Ed. Hymans, Paris 1885 II p. 329-330. 
4) Wahrfcheinlich der Meißer, der nach Obreezß: Archief I, p. 27, 
Gilde beitrat. 
Jntärieum 
beide 
Jahre 
1632 
Delfter
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.