Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252763
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Sechstes Buch. 
Abtheilung. 
Abfchnitt. 
Zweiter 
Drigsäeeäer in der Dresdener Galeriel). Endlich wäre ßdie Gefellfchaft im Gartenr, das 
Galerie. herrliche Bild der Wiener Akademie, zu nennen, wenn es uns?) nicht von der 
Hand Pieter de Hoochs zu fein fchiene (vgl. oben S. 735). 
Neben Jan Vermeer Höfsen uns die noch übrigen Delfter Figurenmaler 
kein befonderes Intereffe mehr ein.  
Ein feltener, ja durch die eklektifche Vielfeitigkeit feiner Darftellungen 
5511321: fafl feltfamer Meifler ift Corzzelzk de Man, der 1621 in Delft geboren und 
Sein Leben. 1642 in die dortige Gilde aufgenommen wurde, längere Zeit in Frankreich 
 und Italien verweilte, fpäter aber wieder eine Rolle in der Gilde feiner Vater- 
Mfitiäsüeu fladt fpielteii), in welcher er erft 1706 flarbi). Die vAnatomieu feiner Hand, 
131103231315 welche fchon Houbraken nennt, fah der Verfaffer im Gafthuis zu Delft. Sie 
trägt des Meifiers Namenszeichnung und die Jahreszahl 1685. Etwas nüchtern 
in der Auffaffung und Durchführung, verräth fie doch ein Streben nach Rem- 
Ardfijlgiftup brandtlchem Helldunkel. Ziemlich kühl und glatt gemalte Anfichten des Inneren 
bild" von Kirchen feiner Hand befinden {ich in der Darmfiädter Galerie und in der 
Sittflflijrilfdeh Sammlung Speck-Sternburg zu Leipzig. Von feinen Sittenbildern find vder 
Bote neben Ruinenr in der Sammlung Bernard des Lyoner Mufeums, vdie 
Dame am Fenflerr beim Freiherrn Bonde z_u Eriksburg in Schweden?) und 
das feine, einen Herrn und eine Dame beim Schachfpiel darflellende Bild in 
der Peller. Galerie hervorzuheben"). Das letztere erinnert auffallend an Pieter 
de Hooch und Jan Vermeer. Es fcheint alfo, dafs Cornelis de Man als guten 
Delfter der Ruhm feiner auf verfchiedenen Gebieten thätigen Landsleute, wie 
derjenige Mierevelfs, derjenige van Vliet's und derjenige Vermeers nicht fchlafen 
liefs. Als Radirer hat er hauptfächlich Bildniffe gefertigt 7). 
Willem van Andere Meifter, wie Wiliczzz van Odcfeerckelz (1642 bis 1677 in Delft 
Odekercken" nachweisbar), von deffen Hand das Arnfierdamer Reichsmufeum eine vScheuer- 
Vemijllggä fraur belitzt, wie lljillen-z Ve1fclz0or(1653 Mitglied der Gilde, 1678 geftorben), 
 der im Utrechter Mufeum mit einem grofsen, italifirend-mythologifchen Bilde 
 von 1657 vertreten ifi, und Themas mm der W27! (I659_1733). der Delfter 
Schüler Jan Verkoljds (oben S. 738), von dem man im Berliner Mufeum ein 
in kühlen Localfarben etwas hart gemaltes xBretfpielr fleht, können nur im 
Vorübergehen genannt werden. 
Delfter Der eigentliche Delfter Landfchafter ill Pieter van Afclz  geboren 
rciißilgf. zu Delft 1603, geflorben dafelbfl 16783). Er ftellt baumreiche Gegenden in 
vanPiliigi. bräunlichem Tone und in einer Auffaffung dar, die etwa zwifchen derjenigen 
Jan Both's (oben S. 569) und derjenigen RuisclaePs in der Mitte ficht, alfo 
nicht befonders charaktervoll ifl. Doch ift er immerhin ein tüchtiger, nicht zu 
I) Früher Pieter de Hooch zugefchrieben. 
2) Mit Bade; neuerdings in feiner Befchreibung cier Hamburger Galerie WeffelhoeHt 
1887) S. 23. 
3) Oäreen: Archief I,  37, 44, 72-402 (1666-1696). 
4) Geburts- und Todesjahr nach Houbraken II (ed. 1751) p. 99. 
5) Granäerg a. a. O. p. 33. 
6) Im I-Iaager und im Rotterdamer Mufeum werden ihm Bauernbilder zugefchriebexm. 
7) Phil. van der Kellen, Peintre-graveur I (Utrecht 1866) p. 47-50. 
8) Näheres Obreeafs Archief I, p. 20, 44; III, p. 206; V, p. 168-169; VI, p. I2, 
(Wien
        

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