Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252713
Malerei 
holländifche 
Jahrhunderts. 
Die Delfter Schule. 
829 
dem Rembrandt und feiner Schule fo ähnliche Wirkung, dafs der Uneingeweihte 
ihn beim erften Anblick für einen befonders phantafiifchen und kecken Schüler 
diefes Meifiers halten möchte, deffen älterer, von gleichen Vorausfetzungen zu 
ähnlichen Folgerungen gelangender Vorgänger er doch vielmehr iPc. Seine Seine Bilder 
fpätere Entwicklung veranfchaulichen die vMagdalenar von 1636 im Mainzer 1„ hlainz, 
Mufeum, die magifch ergreifende wVerfpottung ChriPcie von 1637 in der in Dresden 
Dresdener Galerie, das vVCfhÖf Chriflie von 1640 in der Augsburger Galerie, in Augsburgy. 
vjefus unter den Schriftgelehrtene von 164. im Braunfchweiger Mufeum. Ihnen 
reihen {ich bezeichnete Bilder an, wie ßDas Gebet König Salomdsr und wdie 
Königin von Sabacr in der Dresdener Galerie, eSimeon im Tempele im Braun- in Dresden. 
fchweiger Mufeum, die beiden biblifchen Darftellungen im Amilzerdamer Reichs- nmrbieneaem, 
mufeum, wLazarus im Schoofse Abrahamse in der Galerie Liechtenflein zu Wien, (iiiexieeii- 
vdie Befchneidung Chrifiii: in der Karlsruher Kunlihalle. Sehr malerifch fmd inifqeeiffgrube, 
auch die beiden bezeichneten phantaftifch-allegorifchen Stilleben bEitelkeite und 
sVergänglichkeitr in der kaiferl. Galerie zu Wien. Nicht bezeichnete Bildniffe gigäiiggm, 
werden ihm zugefchrieben im Reichsmufeum zu Amfterdam und in der öffent- Amftiefdam, 
lichen Sammlung zu Hannover. Seine fpäte Wafferfarben-Folge aus der Paffion i: 1231m" 
(von 1669) befitzt das Braunfchweiger Mufeumi grofse Folgen von Zeichnungen gävfizge-idr 
bewahren das Münchener Kabinet und die Bremer Kunflhalle. Auch giebt es  
ein paar feltene Radirungen feiner Hand. Bremen- 
Ferner war Delfter und wirkte in Delft einer der bekannteften Vertreter 
der wGefellfchaftsmalereie im Sinne des Dirk Hals (oben S. 601): Anlwzi Pala- Pggäfgäefz 
wzvzlqf: Stewzertsl) (in der Regel nur Palamedes genannt). Diefer wurde um Stevams- 
1600 in Delft geboren, empüng hier feinen erfien Unterricht offenbar von üiglfluligf- 
Michiel Janfz. Mierevelt, dem er als Bildnifsmaler folgte, fcheint {ich dann in 
Haarlem unter Frans und Dirk Hals in der Sittenmalerei ausgebildet zu haben, 
kehrte aber fchon früh nach Delft zurück, wo er 1621 der Gilde beitrat und 
1673 noch anfaffig war. Er ftarb in eben diefem Jahre in Amfterdam, wohin 
er gereift war, um feinen Sohn zu befuchen?). Lebensgrofse Bildniffe feiner Seinelebens- 
Hand, die übrigens aufser dem Einfiuffe Mierevelt's auch denjenigen des Frans Bgiiäiifiie: 
Hals verrathen, fchlicht und wahr, hell und kühl, aber nicht fonderlich energifch 
und eindringlich behandelt" find, lind z. B. das weibliche Bildnifs von 1635 
im Schweriner Mufeum, die Halbfigur eines rofig rundlichen jungen Mädchens in Schwerin, 
und das Brufibild eines Knaben im Berliner Mufeum, das ruhig, fein und weich in Berlin, 
durchmodellirte männliche Bildnifs von 1650 im Brüffeler Mufeum, das Knie- in Brüffel, 
{iück eines blonden jungen Kriegers von 1656 im Aachener Mufeum und das 1b Aachen, 
1660 gemalte Bildnifs des Herrn van Staveniffe, welches dem verftorbenen im Haag 
Herrn De jonghe im Haag gehörte.  
Seine kleineren Porträtilücke gehen unmerklich in Gefellfchaftsflücke kläeine 
über. Solche Gefellfchaften beim Mahl, bei der Muflk, bei der Unterhaltung, ebäää 
ruhig, einfach, gefetzt aufgefafst, auf der einen Seite und wWachtftubena und fällqIhiiä-S- 
fonfiige Soldatenfiücke auf der anderen Seite bilden feine übrigen Werke. Qualm 
Hazxard, L'Art etc. (a. a. O.) II (Paris 1880), p. 1-30: Les Palamedes.  
31, 44 und oft bis p. 80.  Bade, Studien a. a. O. S. 126-133 und 
Gef. Mittheilung des Herrn Aßr. Brediu: in Amfierdam. 
 Oäreenß 
6 1 3. 
Archief I,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.