Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252625
820 
Buch, 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
Sicher war_er eine Zeitlang in London, wo Hendrik von Steenwyck (oben 
S. 406) d. I. ihn beeinflufst zu haben fcheint. Er {teilte vorzugsweife das 
Innere von Renaiffancekirchen und von Feftfalen mit heiteren Gefellfchaften 
Seinvortrag- dar. Ausgezeichnet in der Perfpective, ift er noch feft, faft hart in der Zeich- 
nung, klar in der Durchbildung der architektonifchen Einzelheiten, frei und 
Seine Bilder kräftig, aber kühl in der Färbung. Sein älteiies, dem Verfaffer bekanntes 
i" Stßäfgeß" datirtes Bild, von 1616, befitzt Herr Semeonow in St. Petersburg. Eine Dar- 
ffgggggggg; Prellung des Petersplatzes in Rom von 1623 befindet (ich im Kopenhagener 
Berlin, Mufeum. Im Berliner Mufeum iieht man ein Kirchen-Inneres feiner Hand von 
1624, in welches Franz Francken II. von Antwerpen (oben S. 75) die Figuren 
gemalt hat, dazu die Darftellung einer Gefellfchaft in reich gefchmücktem 
Rennaiffance-Saale. Ein ähnliches Bild von 1624 belitzt die öffentliche Samm- 
äälääälgggsrf; lung zu Hannover, ein Bild von 1625 die Göttinger Sammlung. Im Haager 
in 5131313335: Mufeum befindet {ich das 1626 gemalte ßInnere einer katholifchen Kirchee 
(Seml2;g0w)_ feiner Hand; von 1628 wieder ein Bild in der Sammlung Semeonow zu 
1„ Part, St. Petersburg; von 1639 ein Bild in der Pefier Galerie; ein xFePcfaala in der 
in Darmitadt. Darmfiädter Galerie. 
Diel-Iaager Endlich blieb auch die Haager Stillebenmalerei nicht hinter derjenigen 
Siiiliigin- der meiften anderen holländifchen Städte zurück. Vorweg mufs als fchlichter, 
Dirck wahrer Maler lebenden Getlügels Dirck Vlljmtrzzck genannt werden. Wir wiffen 
Wynmdß von ihm, dafs er 1657 zum Rechtsconfulenten der Staaten Holland und Weft- 
friesland in Haag ernannt wurde'), wo er 1687 fiarb. Er malte alfo wohl nur 
Seine in feinen Mufseflunden; und daher erklärt es fich, dafs feine vorzugsweife den 
Silfäiiäijäi, Ententeichen entlehnten Bilder fo felten flnd. Einen vHühnerhofr und einen 
i" Sijiäeß" vEntenteiche feiner Hand befltzt die Ermitage zu St. Petersburg, einen "Enten- 
inixaläijjjteichzr bewahren auch der Louvre zu Paris, das Aachener Mufeum und Herr 
inDüffeldorf, Werner Dahl in Düffeldorf, das vlnnere einer holländifchen Küchee die Kunft- 
in Hamburg. halle zu Hamburg. Häufiger malte er Geflügel in die Bilder bekannter Land- 
in Utrecht, fchafter, wie joris van Hagen's (z. B. in deffen erwähntes Bild im Utrechter 
Mufeum), Jan Wynants und felbft Ruisdaels und Hobbema's. Herr Weffelhoeft 
in Hamburg- in Hamburg befitzt zwei Bilder feiner Hand, zu deren einem Hagen, zu 
deren anderem Wynants die Landfchaft gemalt hat. 
Abrah. van Unter den eigentlichen Stillebenmalern des Haag fpielt zunächit Aäralzazu 
Beijemh zum Bezjeren eine bedeutende Rolle als Spezialift für vFifchbänkea. Er war 
1620 oder 1621 im Haag geboren, wo er 1640 der Gilde, 1656 der XCQn- 
Sein Leben. freriea beitrat; 1657 zog er nach Delft, fcheint aber, da er nach 1660 wieder 
 in den Haager Gildenliften auftaucht, doch bald nach feiner Vateritadt zurück- 
gekehrt zu feinß) 1671 lebte er in Amfierdam, fpäter in Altmaar, wo er 1674 
üarb. Abr. van Beijeren iP: ein kräftiger, frifcher, malerifch veranlagter Meifier. 
Seilxeiläänft- Seine breit und farbig gemalten, flott und grofs angeordneten Tafeln mit 
 Fifchen (feltener Früchten und Nachtifchfpeifen) flnd von nicht minder grofser 
naturalifiifcher als decorativer Wirkung. F ifchPcücke feiner Hand befinden fich 
Die Haager 
Stilleben- 
maler. 
Dirck 
Wyntrack. 
I) Aär. Brediu: im Utrechter nCatalogusu 1885, p. 100- Iol. 
Weffelhoeft, Wien x887, S. 61-62. 
2) Obreerßs Archief III p. 258; IV p. 60, 80, 135; V p. S4, 
auch 
 Vgl. 
156. 
Bade, 
Sammlung
        

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