Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252609
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Sechstes Buch. 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
doch befindet fich eins im Madrider, eins im Schweriner Mufeum. Im Privat- 
befitz dagegen find fie keineswegs felten 1). 
S; Sicher aus Antwerpen flammte Franpozl; de [Vfompezg Wahrfcheinlich ein Sohn 
des oben (S. 390) genannten Ioffe de Momper. Noch 1630 war er Mitglied 
der Antwerpener St. Lucasgilde. Späteftens 1647 aber finden wir ihn im 
Haag, wo er fxch an van Goyen angefchloffen hatte. Doch weifs er feinen 
tief und einfarbig braun gemalten Landfchaften eine befondere Feftigkeit der 
Haltung zu verleihen. Gute Bilder feiner Hand fieht man z. B. im Haager 
Gemeindemufeum, in der Berliner und in der Caffeler Galerie. Später ging er 
nach Antwerpen zurück, wo er 1660 oder 1661 Pcarb. 
dgdäialae? Als eigentlicher Schüler van Goyen's wird Adriaen zum der Kabel genannt, 
ein 1631 zu Ryswyck beim Haag geborener Meifter, von dem die Münchener 
Pinakothek die trockene Darfiellung einer baumlofen Gegend vom Jahr 1652, 
alfo aus der frühen Jugendzeit des Meifiers befltzt. Später ging er nach 
Rom und italifirte {ich und feinen Stil. Geftorben fein foll er 1695 zu Lyon. 
 Am bekannteften war er als Radirer; und feine Radirungen zeichnen fich durch 
die Reinheit ihrer Aeztechnick ohne Beihülfe des Stichels oder der kalten 
Nadel aus 2).  
deloäiigeajn Bedeutender als diefe zuletzt genannten Landfchafter ift Yoris van der 
Hagen 3) (Verhagen). Wann er geboren ift, wiffen wir nicht. Doch ift er feit 
1640 im Haag nachweisbar, trat 1656 hier mit in die Confrerie über und ftarb 
dafelbft 1669. Er ift ein treu beobachtender und mit fcharfem Auge die Ein- 
zelheiten und die wirklichen Farben der Dinge fehender Realift auf eigene 
Hand. Manchmal meint man Anklänge an Potter, der ihn im Haag beein- 
flufst haben könnte, in feinen Landfchaften zu finden, denen es jedoch in der 
 Regel an der vollen künfilerifchen Freiheit und dem vollen malerifchen Reize 
von Schöpfungen erften Ranges gebricht. Manchmal ftellt er auch füdliche 
Landfchaften dar; und_ dann erfcheint er befonders fchwer braun im Ton; manch- 
mal malte er fogar Seeftücke, wie man ihrer vier in der Galerie Liechtenftein 
zu Wien fieht; und dann erfcheint er allerdings hart und fpitz im Vortrag. 
Am beflen lernt man ihn von feinen guten Seiten in der Kopenhagener Galerie 
kennen, die eine vPark- und Flufslandfchafte, eine wilde Felfenlandfchaft mit 
Bäumen, einen Wafferfall, bei der Ruisdael Gevatter geftanden zu haben fcheint, 
und ein grofses Waldbild unter hellblauem Himmel mit violett-bräunlichen 
Wolken von feiner Hand befitzt. In Holland kann man ihn übrigens im Rath- 
haus und im Reichsmufeum zu Amfterdam, im Haager, im Utrechter und im 
Rotterdamer Mufeum kennen lernen, in Frankreich im Louvre, wie in den 
Mufeen zu Orleans (als Arthois) und zu Nantes, in Deutfchland in der Berliner 
und in der Schleifsheimer Galerie, in Ungarn in der PeFter Galerie. 
Ein Vertreter der Haager Landfchafts- und Thiermalerei des aChtZehntenJahr- 
Fr. de 
Momper. 
1) Zu den Bildern, die an den in der vorigen Anmerkung genannten Orten und in Schließe 
Schweriner Verzeichnifs 1382 S. 576 erwähnt fmd, kommt z. B. noch eine bezeichnete Landfchaft von 
1658 bei Herrn Semeonow in St. Petersburg hinzu. 
2) ßmjm, a. a. O. p. 221-267; Wezgel, Suppl. p. 190-197.  67 Blatt. 
3) Die ausführlichfien Nachrichten über ihn in A. D. de Vhef und Abr. Brea'ius' Utrechter "Ca- 
talogusu 1885 p. 101-120.
        

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