Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249995
Die 
Malerei 
holländifche 
des 
Jahrh. 
Die 
Schule 
Utrechter 
und 
verwandte 
Meißen 
557 
bunt, fehlt es ihnen vor allen Dingen an jenem feinen, in zarten Uebergängen Utgfuer 
fchwelgenden Helldunkel, welches, wie wir gefehen haben, die Seele der national Fßgben- 
entwickelten holländifchen Kunfi diefer Zeit war. Suchten {ie trotzdem {ich ge ung. 
im Helldunkel hervorzuthun, fo gefchah es in allzu derber Weife, wie bei  
Honthorfts Nachtfiücken; eriirebten fie trotzdem eine tiefe, einheitliche Farben- 
glut, {o trat auch hier, wie in Jan Botlfs Landfchaften, die Abiichtlichkeit allzu 
unvermittelt hervor. Bei alledem haben fie innerhalb ihrer theils roheren, theils  
geleckteren, theils akademifch gefuchteren Art Tüchtiges geleiftet; und die ein- Schule- 
zelnen Nachfolger, welche ihnen in faft allen holländifchen Kunfiftädten erwuchfen,  
zeigen, dafs {ie überall Liebhaber und Verehrer hatten, welche gerade ihre 
Richtung bevorzugten. 
Dem Anfelien der Utrechter Maler nach aufsen und innen entfprechend, Die 
geftalteten {ich auch zu Anfang des I7. Jahrhunderts ihre genoffenfchaftlichen  
Verhältniffe in der Stadt. Im 16. Jahrhundert waren {ie mit den Sattlern und gllde" 
den Bildfchnitzern zu einer einzigen Gilde vereinigt gewefen; 1611 trennten 
fle {ich zunächft von den Sattlern und gründeten mit den Bildfchnitzern eine 
eigene St. Lukasgilde; 1639 fchloffen fie auch die Letzteren aus und erhielten 
vom Senat im xAgnietenklofiem (jetzt Artilleriekaferne) einen geräumigen Saal 
für ihre regelmäßigen Verkaufsausitellungen bewilligt; 1696 verwandelten {ie 
ihre Gilde in eine Akademie, die jedoch nur kurze Zeit blühte und {ich 1717 
in eine ßkuniiliebende Gefellfchafte auf1öfte.1) 
An der Spitze der Utrechter Maler des 17. Jahrhunderts {ieht Aäralzavz Abraham 
ßloz-vnaerti), ein Künfiler, der noch fo ganz ein Vertreter des italiflrenden Bloemaert 
niederländifchen Manierismus der zweiten Hälfte des I6. Jahrhunderts ift, dal's 
wir ihn mit feinem Zeitgenoffen und Landsmann Joachim Uitenwael, fchon im 
Anfchlufse an Cornelis von Haarlem (oben S. 82-83) befprochen haben würden, 
wenn er nicht als anerkanntes Utrechter Schulhaupt in den Meifiern, welche 
uns hier hauptfachlich zu befchäftigen haben, fortgelebt und übrigens auch ein 
fo hohes Alter erreicht hätte, dafs er mit dem längften Theile feines Lebens in 
der That dem {iebzehnten Jahrhundert angehörte. 
Abraham Bloemaert war Ende 15643) in Gorkum geboren. Seine künßlerifche Sein Leben. 
Erziehung vollzog {ich ziemlich planlos Während unfteter Wanderjahre. Am 
wichtigften erfcheint uns, dafs er eine Zeitlang Schüler Hieronymus Franken 
des Aelteren in Paris (oben S. 74) gewefen. Am 31. October 1591 wurde er, 
nachdem er vorher in Utrecht gewohnt hatte, Bürger von Amfierdamß) Aber 
er kehrte bald nach Utrecht zurück, wo er feit 1595 dauernd anfäfiig blieb, 
1611 zu den Mitbegründern der von den Sattlern befreiten Malergilde gehörte, 
deren Dekan er 1618 war, und im Januar 1651 itarbä).  
Das beglaubigte Hauptwerk feiner Frühzeit, von dem fchon K. v. Mander  
berichtet, Bloemaert habe es 1591 in Amfterdam gemalt, befindet {ich in der läßlgagigien" 
[1 ymanx, 
26, Anm. 
1) S. Muller, a. a. O, p. 11-34. 
2) Literarifche Hauptquelle: K. zu Mander, ed, 
3) Vgl. de Wie: und Bredius, Catalogus S. 
O. II S. 166-167. 
4) Obreenß" Archief II p. 274; vgl. V p. 333- 
5) Der Nachweis feines Todestages erft bei de 
"-330- 
Uebrigens 
auch 
fchon 
Rüge: 
-335- 
Vries 
Bredizzs a. 
Anm.
        

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