Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252569
814 
Sechstes 
Buch. 
II. Abtheilung. 
Zweiter Abfchxmitt. 
i" Berlin- von demfelben Jahre im Berliner Mufeum, das noch einige andere Bilder feiner 
Hand befitzt, und vSchäfer und Schäferinr von 1683 im Braunfchweiger Mufeum 
in Caffßl- an. In der Caffeler Galerie aber fiehen feinen vorzüglichen Sittenbildern von 
 1667 und 1668 wieder baufchigere Damenbildniffe von 1670 und 1673 gegen- 
igezftficfj: über. Uebrigens kann man Netfcher in Deutfchland noch im Schweriner 
15321;, Mufeum, im Städeffchen Inftitut in Frankfurt a. M., in der Karlsruher Kunft- 
halle, in den öffentlichen Sammlungen zu Hannover, Gotha und Deffau und 
in manchen Privatfammlungen kennen lernen. Im fkandinavifchen Norden 
inhfgeßimbefltzt die Kopenhagener Galerie eins feiner Bildniffe von 1675.  In Hol- 
im Häaä-land bewahrt das Haager Mufeum nur kleinfigurige Bildnifsftücke feiner 
Hand; aber feine Stilwandlung kann man auch in ihm vortrefflich verfolgen, 
wenn man fein feines, prachtvolles Selbfibildnifs mit feiner Gattin und Tochter 
von 1665 mit dem männlichen Bildniffe von 1677 und dem ein Jahr vor feinem 
Amftigrdam, Tode gemalten weiblichen Bildniffe von 1683 vergleicht. Im Amfterdamer 
Reichsmufeum fleht man, aufser feinem nicht datirten Bilde aMutterforgea nur 
i" 5232613" Bildniffe feiner Hand aus den flebziger Jahren.  Auch die Ermitage zu St. Peters- 
befltzt fafi nur derartige flttenbildliche Bildniffe aus der fpäteften Zeit Netfchers: 
in Paris. fie tragen die Jahreszahlen 1676, 1678, 1682 und 1683.  Im Louvre zu Paris 
befinden f1ch zwei feiner beliebten Bilder, welche eine junge Dame mit ihrem 
i" Florelil-Muflklehrer darftellen. Von feinen Bildern in den Ufnzien zu Florenz ift be- 
fonders vdie Dame unter der Amorfiatueu von 1668 hervorzuheben. Die 
in Londvn- National Gallery zu London befltzt in ihrer wDame am Spinnrade von 1665 
und den iSeifenblafena von 1670 vorzügliche Bilder feiner Hand.  Aber auch 
ingräsft im englifchen Privatbefltz ift er recht gut vertreten: mit einem frifchen, vxrarmen 
beßm- Sittenbilde z. B. in der Bridgewater Gallery. 
Seinääießgäws; Von Kaspar Netfchers Söhnen war Tfzeozior zVezfcfzer 1661 noch in Bor- 
Nerfcher. deaux geboren und ftarb 1732 in Hulft. Er malte hauptfachlich in Frankreich 
und England. Von feiner Hand rührt wahrfcheinlich das Bild König Wil- 
helms III. im Buckingham Palace her. l)  
 Bekannter ift Cozgfirzniiu zVezfclzer, der 1668 im Haag geboren wurde 2) und 
1722 dafelbft im hohen Anfehen fiarb. Er war 1687 Schüler, aber 1699 fchon 
xRegentk der Haager Akademie 3) und der eigentliche Erbe des Rufes und der 
Kunftübung feines Vaters, deffen Namenszeichnung auch die feine war. Von 
den ihm im Amfierdamer Reichsmufeum zugefchriebenen Bildern mufs natürlich 
das Damenbildnifs von 1678 noch von feinem Vater herrühren, fmd das männ- 
liche und das weibliche Bildnifs von 1694 aber gute, charakteriliifche Bilder 
feiner Hand. Ihnen fchliefsen f1ch die Bildniffe Wilhelms III. und feiner Ge- 
mahlin an. Mit feinem Namen, Confiantin, bezeichnet ift fein Gelehrtenbild 
von 1689 in der Ermitage zu St. Petersburg. Andere Bilder feiner Hand 
im Berliner Mufeum, im Louvre zu Paris, im Rotterdamer Mufeum und in 
anderen Sammlungen. 
I) Von Waagen, Treasures II p. 8 noch 
Archief II p. 140. 
2) Brediur, Catalogus, Amiierdam 1886 g. 
3) Obrezrf: Archief IV p. 86, 89, 90, 96, 
dem 
58. 
153, 
Kafpar zugefchrieben. 
169, 173, 176. 
Vgl, 
jedoch 
Obreerfs
        

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