Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252388
796 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
Bezeichnete Bilder feiner Hand in der Art Dou's fmd auch noch xdie Köchinr 
im Stockholmer Mufeum und die vHeringsverkäuferinr in der Ermitage zu 
St. Petersburg.  
Neben Metfu und dem ältefien Mieris der bedeutendfte, frifchefte und 
 anziehendfle Meifter diefer Reihe aber ift Pzkter zum Slizzgclazzdt, der 1640 
zu "Leiden geboren wurde und 1691, als er gerade Dekan der Gilde feiner 
fväixaliisg- Vaterftadt war, Prarb 1). Er verbindet eine volle, plaftifch wirkende, trotzdem 
aber weiche und zarte Pinfelführung mit lebhaften, gefunden, angenehm zu- 
 fammengeftellten und fein zum Helldunkel des Raumes gePcimmten Localfarben 
und ftellt feine tüchtige Technik in den Dienfl liebenswürdig, oft leicht humo- 
rifiifch erfundener Vorwürfe aus dem Leben der rguten Gefellfchafta oder des 
einfachen Bürgerftandes. Doch wurde auch er in feiner fpäteren Zeit härter 
  und kälter. Sein früheftes Bild fcheint das bezeichnete kleine männliche Brufi- 
Seiliiielgiiäi; bild von 1656 im Louvre zu Paris zu fein, der noch ein fein durchgeführtes 
zu Pans" gröfseres Familienbildnifs in kleinerem Mafsflabe von feiner Hand befitzt. 
Seine feinfte und frifchefte Zeit beginnt um 1661 und dauert bis in die fiebziger 
in den Ugjahre. Von grofser Feinheit flnd die wSeifenfchaum blafenden Kinderc von 
gzlierlnz: 1661 in den Uffizien zu Florenz, köftlich ift das Familienbildnifs von 1668 
Kopeääagen, (ebenfalls in kleinerem Mafsflabe) in der Kopenhagener Galerie, lebendig das 
in Schwerin, Bild von 1670 in der Schweriner Galerie, welches einen Schufler im Gefpräch 
mit einer in- der Thür ftehenden Frau darflellt. Die höchfte Höhe feines 
Könnens fcheint er 1672 erreicht zu haben; denn aus diefem Jahre flammen 
Prachtbilder, wie die als xdas unmuükalifche Hündchenr bezeichnete launige 
Scene zwifchen einem mulicirenden Pärchen und einem Hündchen und wie 
in Dresden, vder Geflügelhandel durch's Fenfterr in der Dresdener und wie wder Violin- 
fpielerr in der Schweriner Galerie. ßDie Sängerinr in der Dresdener Galerie 
iPc fchon viel härter und kälter. Kühler, aber fein, ift auch dafs 1677 gemalte 
Rottiefdam, Bildnifs des Johannes van Crumbrugge im Rotterdamer Mufeum. Zu feinen 
 härteren Bildern gehören auch die vGefangübungr und der nreiche Herrn im 
Amßgdam, Amlterdamer Mufeum. Andere beglaubigte Bilder feiner Hand befinden f1ch z. B. 
i" Efaülfim" im Städeffchen Inftitut zu Frankfurt a. M. und in der Karlsruher Kunfthalle. 
"fnxägäfsääf In England kann man ihn im Dulwich College, in Buckingham Palace, in der 
Bridgewater Gallery kennen lernen. 
231'323? Eine gewiffe Rolle im Leidener KunPcleben fpielt auch Abraham (nicht 
'Adriaen) de Papa, der um 1644 Dou's Schüler gewefen fein wird; 1648 trat 
er der neugegründeten Leidener Gilde bei; ihr Dekan war er wiederholt feit 
1651; als ihr Dekan ftarb er auch am 15. Sept. 1666. Bilder feiner Hand 
fmd ßdie Alte, die einen Hahn rupftw im Haager Mufeum, rMutterfreuder im 
Schweriner Mufeum, vder Zeichenlehrerx im Vorrath des Berliner Mufeums und 
eine xBauerngefellfchaftu im AmalienPd-ft zu Deffau. Seinem Vortrag nach fteht 
er Brekelenkam näher als Dou.   
Beglaubigtermafsen Schüler D0u's waren Bart. Maton, ein Meifler, von 
dem flch auffallend viele Bilder im fchwedifchen Privatbefltz erhalten 
x) Obreezfs Archief V, p. 226, 
(1842) p. 25-23; 69 Nummern. 
254- 
Vgl. 
Catalogue 
SuPPL
        

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