Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252294
holländifche Malerei 
Die 
Jahrhunderts, 
Leidenex 
Schule. 
737 
Pradt fchon 1650 und wandte f1ch nach Anifterdam, wo er I7 jahre thätig blieb U3gääfäe_ 
und im October 1667 ftarb. Natürlich wirkte in Amfterdam auch Rembrandt lung nach 
felbft mit feiner feurigen Farbe und feiner breiteren Technik unmittelbar auf A523??? 
ihn ein, fo dafs er eine Zeitlang Bilder malte, welche denjenigen des iiiIÜähmiüä 
N. Maes (oben S. 722) und des P. de Hooch (oben S. 732) nicht fern flehenfgffdliffiifäf 
Offenbar gab er diefe Art aber bald wieder auf und malte während des letzten  
Jahrzehnts feines kurzen Lebens die vielen hübfchen, theils dem Leben der 
höheren Stände, theils dem Volksleben entlehnten, heiteres Wohlbehagen und 
freundlichen Frieden athmenden Sittenbilder, welche ihrer malerifchen Behandlung Seine 
nach zwifchen der forgfaltigen Feinmalerei Dou's und der rneifierhaften, leichten,  
flüfflgen Breite Terborchs (flehe unten) in der Mitte ftehen, in der Frifche und 
Zartheit des Vortrags wie der Färbung ihres Gleichen fuchen und einen Höhen- 
punkt der Sittenmalerei überhaupt bezeichnen. 
Als frühe Amfterdamer Werke des Meifters, welche fchon die gröfsere Frühe 
Breite, aber noch nicht die F arbengluth feiner eigentlich Rembrandffchen Siäiiläil-Ze" 
Epoche zeigen, find die halblebensgrofsen, fehr intereffanten Schmiede-  
bilder in der Galerie zu Stockholm und beim Baron Beurnonville in Paris 1) iSJOIÄIlJIIl-liglm, 
zu nennen. 
Seine Bilder zwifchen 1653 und 1655 zeigen dann nicht nur ihrer Behand- 
lung, fondern auch ihren Gegenfiänden nach den Einflufs Rembrandts Hier- Fjrbühe reli- 
her gehören vor allen Dingen vdie Ehebrecherin vor ChTiPHISK mit der jahres- gmiäeiiiiiiger 
zahl 1653 im Louvre, die nVerftofsung der Hagari von demfelben Jahr bei ifulrgfggf 
Mad. Lacroix zu Paris, der vDreikönigsabendr (das Bohnenfeft) in der Mün-bfliacllrläf; 
chener Pinakothek und das ganz tiefgefiimmte vScherflein der armen Witwer ifluylfgrfäem 
im Schweriner Mufeum. Auch Metfds grofses allegorifches Bild der Witwe in Schwerin, 
und Waifen befchirmenden Gerechtigkeit im Haager Mufeum gehört wohl hier- im Haag. 
her. Die Compofitionen {ind in den Bildern diefer Art nicht eben glücklich; 
um fo leuchtender und anziehender ift ihre Färbung. 
Die Bilder der bekannten fpäteren Art des Meifiers kann man am beiien Sittelzälder 
in der Dresdener Galerie und im Louvre zu Paris kennen lernen. Metfu's Dres-, hletfßs 
dener Bilder, wie das farbige, frifche, fein ausgeführte xLiebespaar beim Früh- m Dresdm 
fiücke (Fig. 616) von 1661, ßder Gefiügelverkäuferu und die vGefiügelverkäu- 
ferink von 1662, ndie alte Wildhändlerina, ßdie Dame mit dem Klöppelkiffena, 
ßder Raucher am Kamine gehören zu den bekanntePren und beliebteften hol- 
ländifchen Sittenbildern überhaupt. Von den Louvrebildern, von denen die frühe im Louvre, 
äEhebrecherina fchon genannt iPc, gehören befonders nder Amfierdamer Gemiife- 
rnarkta, iider Mufikunterichta, rder Damenbefuch beim Offiziere, rder Chemikern 
und idie holländifche Köchinu hierher. Wir haben damit zugleich fchon einen 
Ueberblick über Metfifs Stoffgebiet gewonnen. In den holländifchen Samm- 
lungen ragen (das etwas ftumpf gewordene) vFrühfiücke, die wnachdenkende 
alte FIEILM, und vdas Gefchenk vom Jägeri im Amfierdamer Reichsmufeum Amüifdanh 
hervor, vor allen Dingen aber der reizende ijägem und das Terchborch- 
artige Hauptbild ßdie Mufikfreundea im Haager Mufeum, fowie xdas kranke im Haag. 
dien 
diefer Bilder kennt der Verfaffer nicht 
 Das letztere 
S. x92. 
eigener Anfchauung. 
RUS 
Bade, 
Vgl. 
Stu-
        

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