Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252283
786 
Buch. 
Sechstes 
II. Abtheilung. 
Zweiter Abfchnitt. 
heiten aber flnd die drei kleinen Modellftudienbildchen, welche eine ijunge 
Bäuerin am Bader, einen wjungen Krieger am Bader und eine vjunge Frau am 
Badea darftellen.  Von feinen Bildern in anderen Sammlungen des Feftlandes 
feien als Hauptwerke noch die aufserordentlich reiche, fein geftimmte, unter 
dem Namen wwdie junge Schneiderinr bekannte häusliche Scene von 1658 im 
lnsaajgrfff" Haager lVIufeum, i) der Zahnarztr und idie Köchinrr in der Schweriner Galerie, 
lungen. ndlC Köchim in der Karlsruher Kunflhalle, der wAflronomr von 1657 im 
Braunfchweiger Mufeum, der XAfZtK von 165 3 in der kaiferl. Galerie zu Wien, 
vidie Abendfchulea und die iKuchenverkäuferine in den Uffizien zu Florenz, 
vder Traubenpiiückera von 1662 in der Turiner Pinakothek hervorgehoben. 
Aber auch in England befinden {ich noch manche vorzügliche Bilder feiner 
Hand, die meiften, z. B. i) die Köchinr von 1646, i) die Hausfrau v, die 
iGewürzkrämerim und ein noch fiark an Rembrandt erinnerndes Bildnifs 
im Buckingham Palace; die  Geliügelhändlerinfc (fogar {ie im Bogen- 
fenfter mit einem antikilirenden Steinrelief an der Brüfiung) in der National- 
Gallery, die noch zwei Bildniffe feiner Hand befitzt, endlich das hübfche 
Nachtftück, welches einen jungen Mufiker darftellt, in der Bridgewater Gallery 
zu London.  
Sdßfäßund Unter D0u's Nachfolgern müffen wir zuerft Gabriel Mezful) nennen. Dafs 
Nachäogäfirgl diefer aus Dou's Werkftatt hervorgegangen, iPc neuerdings freilich von zuftän- 
Metfu. diger Seite unter Berufung auf mit feinem Namen bezeichnete, hell und reich 
äweifel-Pb gefärbte, leicht, dünn und Hüffig im Stil der an Dirk Hals {ich anlehnenden 
etfu wirk-     
113055112551? Meifier gemalte, Liebespaare darßellende Bilder in der Ermitage zu St. Peters- 
wefen. burg und in der Galerie Liechtenfiein zu Wien befiritten worden ü). Indeffen 
halten andere Kenner, diefe Bilder für unecht erklärend, daran feft, dafs Dou 
Metfus Lehrer gewefen feiß); und da Metfu, der 1629 oder 1630 geboren fein foll4), 
fchon 1644 als er doch noch kein fertiger MeiPcer fein konnte, unter den 
Leidener Malern genannt wird  auch 1648 zu den Mitbegründern der Lei- 
 dener Gilde gehörte G), fo fcheint es doch ficher, dafs er feine Entwickelung in 
Leiden durchgemacht hat; und in Leiden hätte damals kaum ein anderer fein 
ggigsrfirriiläil; Meifter fein können, als Dou. Seine Bilder im Stile Duck's könnten, wenn 
Ar: Ducks. fie, wie wahrfcheinlich, echt find, einer vorübergehenden, allerdings frühen 
Wandlung des Meifiers angehören, ohne dafs man deshalb feine Beziehungen zu 
Dou, deffen Art manchmal noch in feinen fpäteften Bildern wieder mit zum Vor- 
fchein kommt, in Abrede zu fiellen brauchte. Jedenfalls verliefs Metfu feine V ater- 
1) 701m Smith "Cataloguea IV (1833) p. 70-110; Supp1.(1842) p. 512-528. 161 Nummgrn, 
2) W. Bade fchon in der Ztfchr. f. b. K. 1869, Heft 5; hauptfächlich in feinen "Studienu, Braun- 
fchweig 1883 S. 190-193. 
3) So auch Brediu: im Amflerdamer "Catalogusu 1886 p. 50, 1887 p. 108. Doch fcheint 
Brediu: neuerdings (vgl. den Text zu Hanfßaenglkv Amfterdamer Galeriewerk, Lief. VII, München 
1888, S. 7I_72) einzulenken und fich Bade": Auffaffung zu nähern. 
4) A. D. de Vriea" Auffatz in Oud Holland I p. 78-80. Es bemht dies auf Metfu's Angabe 
bei feiner Verlobung, X658, 28 Jahre alt zu fein. Es ifl aber wiederholt nachweisbar, dafs Maler 
{ich bei diefem Anlafs jünger gemacht haben, als Iie waren. Den folgenden ficheren Daten gegenüber 
erfcheint dies auch bei Metfu wahrfcheinlich. 
5) ObreenÄr Archief V. p. 178. 
6) Obreerfs Archief V. p. 206.
        

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