Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252213
Die holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Die Leidener 
779 
zu fchaffen verfianden, liegt die bahnbrechende Bedeutung feiner Landfchafts- 
malerei. Wir können, da weit über hundert Bilder des Meißers erhalten flnd, 
nur noch einige der fchönften diefer Art aus den öffentlichen Sammlungen Bildiärfief" 
nennen. Im Amfierdamer Reichsmufeum gehören hierher das grofse Hochbild i" djße" 
von 1641, welches noch Anklänge an feine mittlere Behandlungsweife zeigt, 
die Anficht von Nymwegen von 1641, die Flufslandfchaft von 1645 und die 
kleinere der beiden Anfichten von Dordrecht,  im Louvre zu Paris die vier 
Bilder von 1644 bis 1653, die zu den beften des Meifters gehören, und das 
fchöne ganz fpäte Bild (1656?) der Sammlung Lacaze,  in der Dresdenerin Dresden- 
Galerie die beiden fchönen als vWinter am Fluffea und xSommer am Fluffee 
bezeichneten Bilder von 1643,  in der Berliner Galerie die 1646 gemalte i" Berlin- 
Anficht von Arnheim mit ihrem feinen kühlen Lichte, die 1649 gemalte 
Anficht von Nymwegen mit ihrem zarten, kühlverhaltenen Tone und die 
frifche, kräftige Winterlandfchaft von 1650,  in der Münchener Pinakothek in München, 
das Seeftück von 1640 und die vFlachlandfcllaftr von 1643,  in der Wiener 1113x333 
Akademie die Dortrechter Anflcht von 1648,  in der Ermitage von St. Peters- i" Sgigteß" 
burg heben Bilder aus den vierziger Jahren. Uebrigens fehlt der Meifler u-f-W- 
auch kaum in einer der minder bedeutenden öffentlichen Sammlungen. Es würde 
uns zu weit fuhren, hier alle feine Bilder aufzuzählen. Wie häufig fie fogar im 
Privatbeiitze vorkommen, davon kann man fich eine Vorftellung machen, wenn Siiilnirliäiädgr 
man flch vergegenwärtigt, dafs 1883 aus dem Berliner Privatbeiitze ihrer beütze. 
fechs, 1886 aus dem rheinifch-weftfalifchen Privatbefltze ihrer zwölf ausgeflellt 
waren und dafs 1885 im fchwedifchen Privatbefitze ihrer 13 gezählt wurden 1). 
Ein hübfches Bild des Meifters aus der Galerie Rothan zu Paris giebt unfere 
Illuftration (Fig. 613) wieder. 
Ein Mitfchüler van Goyen's bei Es. van de Velde in Haarlem mufs PieterPilsläyrnde 
n'a Neyzz gewefen fein, ein 1597 zu Leiden geborener, 1639 dafelbft geftorbener  
Meiner, deffen uReitertrupp am Waldesranda von 1626, welcher 1883 auf der 
Ausftellung aus dem Berliner Privatbeiitze zum Vorfchein kam 2), {ich noch enger 
als die frühen Bilder van Goyen's an Efaias anfchliefst. 
Dafs auch die vornehmfien der holländifchen Seemaler, Willem van de Dgilsriiginer 
Velde d. Ä. und d.  Leidener waren, iPc fchon oben (S. 762) bemerkt worden. vglvd. d. L 
Wir können auf fie nicht zurückkommen. e e" 
Dagegen können wir zwei Thiermaler der zweiten Hälfte des jahr-Igiläaiglf-räiägfr 
hunderts, deren Geburtsort nicht feftfteht, die aber, aufser im Haag, auch  
in Leiden längere Zeit thätig gewefen find, zu den Leidener Meiflern Hellen. 
Der eine von ihnen, Adrian: Cornelzlsz Beeldevnaker, welcher feit 1676 im Haag Adeg-aläiel- 
wohnte, wo er 1710 Prarb, aber 1650-51, 1665-68 und 1673-75 in Leiden  
nachweisbar H13), hätte auch unter den Bildnifsmalern genannt werden können. feäflfäfid_ 
1m Leidener Mufeum werden ihm wenigilens zwei feiner allerdings kaum würdige 
Regentenfiücke von 1667 und 1672 zugefchrieben. Er galt aber doch haupt- Thäjmfcke 
fachlich als Thiermaler. Sein Hauptwerk, welches 1864 mit dem Rotterdamer i" im" 
I) Olaf Gmnbezg: Sverigc-fs Privata Tavfelfamlingar, 
2) Vgl. Bodäs Katalog diefer Ausßellung S. 44. 
3) Oöreenß" Archief V, p. 212. 
Stockholm 
1885
        

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