Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252176
Die holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Leidener 
775 
das 1626 von ihm gemalte, harte und unerfreuliche Bildnifs der Gemahlin des 
Hugo Grotius. 
Der alte Leidener Hauptmeifter auf diefem Gebiete aber war Fan": vaugäxiiozgrrz. 
Sclzooten (Vezjfclzooten), den wir fchon als erften Lehrer des Jan Livensz (oben 
S. 705) genannt haben. Joris van Schooten war 1587 zu Leiden geboremSein Leben. 
und in feiner Vaterftadt heiratete er 1617, Pcarb er 1651. Neben feinen acht 
grofsen Schützenftücken im Leidener Mufeum kommen feine beiden finnbild- iiinÄnx-älfe 
lichen Darftellungen dafelbft und die xAnbetung der Königea von 1646 im ürirldlggfi 
Amfterdamer Reichsmufeum kaum in Betracht. Seine grofsen Schützenflücke, Seine fach: 
von denen fünf die Jahreszahl 1626 tragen, während eins von 1628 und eins Sfäfiiszifp 
von 1650 datirt ifi, zeigen einen recht tüchtigen, noch mehr zeichnenden als inßgiäläim 
malenden Künftler, der fich in Bezug auf die einzelnen Köpfe mit einer fo 
allgemeinen Charakteriftik begnügte, dafs die verfchiedenen Schützen einander 
auf einigen Bildern alle ähnlich zu fehen fcheinen, auch in Bezug auf die 
Anordnung noch wenig Ahnung von der durch Hals und Rembrandt gefchaffenen 
freieren Bewegung hatte, in den Farben aber fchlicht, lebhaft und doch ftimmungs- 
voll empfand 1).  
An joris van Schooten fchliefst fich zunächft fein Schüler Abralzanz 71m1 2132151331 
den Tempel an, der 1622 oder 1623 zu Leeuwarden geboren ward und 1672 Tempel- 
zu Amfierdam fiarb, aber in Leiden nicht nur lernte, fondern auch 1648-1660 Sein Leben. 
zeitweife als Dekan der Gilde anfäffig war. Er entwickelte fxch zu gröfserer 
Freiheit und Breite als fein Lehrer und wetteiferte nach 1660 in Amflerdam 
fogar mit van der Helft an fchlichter ruhiger Vornehmheit der Auffaffung 
feiner Geftalten, an ficherer, wohl verfchmolzener, aber doch nicht kleinlicher 
Modellirung der nackten Theile und an forgfaltiger ftofflicher Durchbildung 
der Kleider der von ihm dargefiellten Perfonen. Doch haftet ihm ftets ein 
gewiffer conventioneller Zug an. Alle feine Figuren haben ähnliche Augen, 
den gleichen Blick, an dem feine Bilder, was für einen Bildnifsmaler nicht eben 
ein Ruhm ift, unfchwer zu erkennen fmd. Seine bezeichneten und datirten l_)ie Haupt- 
Hauptbilder fiammen erfi aus feiner Amfterdamer Spätzeit. Genannt feien als ifilfriäaiäää 
folche: das charakterifiifche Bildnifs der Gattin des Admirals van Baalen in Ze" 
blauem Atlas, mit ihrem Hündchen, von 1665 in der Caffeler Galerie, die in in Caffel, 
ihrer Sammlung Habich noch ein Familiengruppenbild mit fünf Kindern von 
feiner Hand befitzt, das Regentenftück des Leidener Waifenhaufes von 1669 in Leiden. 
im Leidener Mufeum, das ausgezeichnete Doppelbildnifs eines Admirals und 
feiner Gattin von 1671 im Rotterdamer Mufeum, endlich das grofse Muyffarffche Rotteilljdam 
Familienbild von 1672 in der Hamburger Kunfthalle. Vortrefflich find auch in Hamburg: 
die beiden Bildniffe der Ehegatten Lindanus von 1660 im Haager lVfufeumpm Haag, 
und gute charakteriftifche Einzelbildniffe feiner Hand befitzen noch das Amfier- Amßäfdam. 
damer Reichsmufeum, das Berliner Mufeum und das Haager Gemeindemufeum. iÄBÄQSEf 
Einerfeits ein Schüler Abr. van den Tempels, andererfeits ein Schüler Dou's, 
ja, wie es heifst, fpäter auch noch des Fr. Mieris und des Godfried Schalcken, 
nimmt Karel de [Vloor eine Mittelftellung zwifchen den Bildnifs- und Sitten- Kgirälrde 
malern ein. Die Moor's waren eine Leidener Künftlerfamilie. Es gab Gr0fs-  
andere Charakterißik bei H. 
etwas 
Beiträge 
Riegel:
        

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