Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252125
770 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilung, 
Zweiter Ablchnitt. 
 1673 in Amfierdam flarb 1), in feinen beiden vNachtisch-QBildern des Schweriner 
Mufeums; in zwei Bildern des Stockholmer Mufeums erfcheint er dagegen als 
Nachfolger des O. Marseus. 
Jßgijggcljfl" Von dem Bildnifs- und Stillebenmaler Yurzkzan mm Slreeck (angeblich 
 Amlterclam 1632-1678, ficher Amfterdamer Bürger 1655) fleht man Frühfiücks- 
tifche im Schweriner Mufeum, in der Galerie Liechtenfiein zu Wien und im 
Privatbefitze; und auch von feinem Sohn Hendrik 11m2 Streeck (Amfterdam 
1659-1713), der als Architekturmaler Schüler Em. de Witte's war, fleht man 
einen bFfÜhfiüCkStlfChK im Schweriner Mufeumß) 
 Die Richtung der Weenix wurde in Amfterdam befonders durch Yacoä V zttors 
(auch Fztloar etc.) fortgefetzt, der wahrfcheinlich ein Verwandter des Rembrandt- 
Schülers Jan Victor (oben S. 716) war. Von Jacob Victor wiffen wir nur, dafs 
er f1ch um 1663 in Venedig aufhielt, wo er feinen Taufnamen in Jacomo um- 
wandelte, um 1670 aber wieder in Amfterdam wohnte. Er malte lebendes Ge- 
flügel, Hühnerhoffcenen und dgL; lebendig in den Motiven, flott und frifch in 
der Zeichnung, einheitlich, wenn auch manchmal etwas ftumpf in der Farbe. 
Derartige bezeichnete Bilder feiner Hand befltzen das Berliner Mufeum, die 
Dresdener und die Kopenhagener Galerie. In einem der beiden Bilder der 
letzteren Sammlung hat Jacob van Ruisdael die Landfchaft gemalt und mit 
feinem Namen bezeichnet. 
Fxglggm Manchen Stücken des Jan Weenix find auch diejenigen des Willzkzlzz Gouw. 
Fergufon verwandt. Fergufon ift jedoch, da er mindeitens 7 Jahre älter ifi, 
als Jan Weenix, eher als deffen Vorgänger, denn als deffen Nachfolger anzufehen. 
Er fcheint auch durch die Aelft beeinflufst worden zu fein. Willem von Aelft, 
der Hauptmaler todten Geflügels, den wir in der Delfter Schule kennen lernen 
werden, war felbft nach Amfterdam gezogen. Geboren war Fergufon 1633 3); 
er heiratete, fchon 48 Jahr alt, 1681 in Amflerdam; bezeichnete Bilder feiner 
Hand reichen bis zum Jahre 1695 4). xJagdbetitee, befonders erlegte Wildvögel, 
 waren feine Lieblingsdarftellungen. Bezeichnete Bilder feiner Hand giebt es z. B. 
im Schweriner und im Berliner Mufeum, in der Akademiefammlung zu Düffel- 
dorf und bei Herrn Conful Ed. F. Weber in Hamburg. 
Valcgifxlfaurg Als wirklicher Amfterdamer Schüler des Jan Weenix wird dagegen Theodor 
(Dirk) Valckenäurg bezeichet, der 1675 in Amfterdam geboren war und 1721 
dafelbft ftarb. Er malte todtes Wild mit lebenden Hunden und dgl., ganz in 
der Art des Weenix, doch kühler als er. Fünf grofse bezeichnete Bilder feiner 
Hand befitzt die Galerie Harrach zu Wien; je ein kleineres befitzen das Städel- 
sche Inftitut zu Frankfurt a. M. und die Kopenhagener Galerie.  
läfgä- Die eigentlichen Frucht- und Blumenmaler Amfterdams ftanden mittelbar 
Frgifllgeänd natürlich alle unter dem Einflufs der grofsen De Heern's, die wie bereits in der 
malen Utrechter Schule (oben S. 582) kennen gelernt haben. Wenn diefe den Schwer- 
punkt ihrer Thätigkeit auch nicht nach Amfterdam, fondern nach Antwerpen 
1) A61: Bredius in Oud Holland II (x884) p. 217-219 und 291-292, 
2) Ueber diefe drei Meifter vgl. F. Sclzlie in feinem grofsen Verzeichnifs, 
605-608. 
3) Oud Holland III p. 143. 
4) Berliner Verzeichnifs von 1883. S. 153. 
Schwerin 
1882,
        

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