Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252119
holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Amßzerdamer 
Die 
769 
Sein Altersgenoffe ungefahr wird Elias Vonck gewefen fein, welcher 1652 Elias Vonck. 
in Amfterdam Plarb. Er malte faft nur todte Vögel im Anfchlufs an die Aelfts 
von Delft; unbeglaubigte Beifpiele feiner Bilder fleht man im Utrechter Mufeum 
und im Städelfchen Inffitut zu Frankfurt a. M. 
Von feinem Sohn 74m Vomk befitzt die Dresdener Galerie das ein Jan Vonck. 
lebensgrofses, von Hunden verfolgtes Reh darftellende Bild, deffen Hauptvorzug 
darin belteht, dafs kein geringerer als I. v. Ruisdael die Waldlandschaft feines 
Hintergrundes gemalt hat. Beide MeiPrer haben es mit ihren Namen bezeichnet. 
xTodte Vögele feiner Hand befitzt das Stockholmer Mufeum. 
Von Comelz": Brisä, der 1622 in Haarlem geboren war, aber in Amflerdam gggggf"; 
wo er {ich anfaffig gemacht hatte, ftarb, befitzt das Amfterdamer Rathhaus ein 
aus alten Papieren und Siegeln beftehendes Stilleben von 1656, das Amfter- 
damer Reichsmufeum ein gutes Stilleben von 1665.  
Ein feltener, erft neuerdings wieder beachteter MeiPcer, der um die Mitte ärzgghhuis. 
des Jahrhunderts, wie es fcheint in Amfierdam, wo er {ich 1655 zum zweiten Male 
verheiratete und 1662 oder 1663 ftarb, Bildniffe und Stilleben malte, war 
Simon Lz-zlticlzlzuys. Seine mit Kelchen und Gläfern ausgeftatteten Stilleben er- 
innern an diejenigen des Pieter Claefs (oben S. 658), find aber noch fchwerer 
braun im Ton. Man findet fie hier und da im Privatbefitz, z. B. bei Herrn  
Gumprecht in Berlin, beim Fürflen Salm-Salm auf Schlofs Anholt und bei 
Herrn Auguft Schmöle in Iserlohn.  
Der Amfterdamer Hauptmeifter diefer Art ift Willewz Kalf welcher, wenn Willem Kalf. 
er auch in Amfterdam um 1620-25 geboren ward und 1693 ftarb, doch aus 
der Harlemer Schule hervorwuchs. Seine frühen Stilleben, wie die vgoldenen,  
filbernen und anderen Gefäfsee von 1644 im Warwick Caflle l), zeigen deutlich 
den Anfchlufs an Pieter Claefs und die Seinen. Auch feine kleinen frühen vIn- FrüheBilder. 
terieursa im Louvre zu Paris zeigen feine Herkunft aus der Harlemer Schule. 
Früh müffen auch feine voll bezeichneten Sittenbilder, wie ßdie Frau am Zieh- 
brunnena im Aachener Mufeum fein. In feiner entwickelten Zeit malte er Seläjitfeife 
Frühßückstifche, auf denen neben Früchten, Auftern und anderen fchönen 
Dingen immer Gefafse, vorzugsweife Gläfer, eine Hauptrolle fpielen. Diefe 
Bilder pflegen wenig Localfarben zu zeigen, vielmehr ganz im feinften Haar- 
lerner Tone gemalt, leider aber mit wefentlichen Theilen, befonders mit den 
Gläfern, nur allzuoft durch Nachdunkelung unrettbar in den fchwarzen Hinter- 
grund verfunken zu fein. Unbezeichnete echte Bilder diefer Art befitzen das ßriiftfälfääf' 
Amfterdamer Reichsmufeum und das Berliner Mufeum. Die mafsgebenden, be- i" 3:12"- 
zeichneten und datirten aber fxnd die drei Bilder von 1658 und 1663 im ininsffglgixfn, 
Schweriner Mufeum, die Bilder von 1658 in der Ermitage zu St. Petersburg, in SIE-u 1321m- 
von 1661 in der Dyesdencr, von 1662 in der Kopenhagener, von 1680 in der 211253222. 
Weimarer Galerie; dazu nicht datirte in Darmfiadt, in Montpellier und im inhävgäräar 
Privatbefitz.  17 W- 
Als Nachfolger Kalfs erfcheint Cllrzjizkzn Striep (Streßß), der 1634 in Cgltrrigiliß 
Herzogenbufch geboren war, 1656 das Amflerdamer Bürgerrecht erwarb und 
vgl. 
I) Ueber nicht bezeichnete 
Gefchichte d. Malerei. III. 
Bozie, 
Studien, 
229' 
49
        

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