Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1252015
Malerei 
Die holländifche 
Jahrhunderts. 
Amfierdamer Schule. 
759 
boren, arbeitete viel in Frankfurt a. M. und ftarb 1734 in Mainz l); der letztere 
war 1656 im Haag als Sohn des Seemalers W. v. DiePr geboren und {iedelte 
nach London über, wo er 1704 ftarbfl) Bilder beider fleht man im Braun- 
fchweiger Mufeum. 
Ihrer Zeit hoch angefehene, für unferen heutigen Gefchmack aber ungeniefs- 
bare Meifter einer anderen idealen Richtung waren auch die Grifiiers. jem Jan Griffißr. 
Grzfßzr war 16563) in Amfterdam geboren und liefs flch nach vielen Reifen 
in London nieder, wo er 1718 ftarb. Er foll ein Schüler Roeland Roghmans feiiirjzhäiigg- 
in Amsterdam gewefen fein, wandte fich aber merkwürdiger Weife ganz der dung. 
Nachahmung Herm. Saftlevens (oben S. 579) zu, vertaufchte alfo die Amfterdamer Seine Ricb 
mit der Utrechter Richtung. Er malte in der Regel von hohen Gebirgen über- wng. 
ragte Flufsthäler. Die Bergabhänge find von Gebäuden jeder Art, die Flüffe 
von Schiffen, die Wege und Plätze bei den Wirthshäufern mit Menfchen über- 
füllt. Alles iit in der kleinlichften Weife zufammengeftoppelt und aufs Trockenfle 
dem Stil Saftlevens nachgeahmt. Die Dresdener Galerie beiitzt 17, die Turiner  
Pinakothek an 10 Bilder feiner Hand. Reichlich ift er auch in den Wiener 
Privatgalerien (Liechtenftein, Harrach) vertreten. Das Anifterdamer Reichs- 
mufeum iPc fo glücklich, nur eins zu befitzen. 
Sein Sohn Robert Griffier, welcher 1688 in London geboren ift und, äsilaüßer; 
obgleich er 1716 das Amiterdamer Bürgerrecht erwarb, dorthin zurückgekehrt 
und dort geftorben fein foll, malte, wie z. B. feine bezeichneten Bilder im 
Schweriner Mufeum und in der Ermitage zu St. Petersburg beweifen, in 
derfelben Art noch bunter und unruhiger als Jan. 
Viel beffere Landfchafter Utrechter Schulfolge waren die Huyfums, Juftus Däfsflagßälfs 
van Huyfum, der Vater, und Jan und Jakob van Huyfum, die Söhne. Juftus fchafrer- 
und Jan van Huyfum find als Blumenmaler hochberühmt und werden uns als 
folche weiter unten begegnen; als Landfchaftsmaler müffen wir fie aber fchon 
hier befprechen. 
Yußus zum Ifuyfzun 4) ift 1659 in Amllerdam geboren, 1716 dafelbft geftorben. Jätljsfug: 
Er gilt als Schüler N. Berchems. Seine italienifchen Berglandfchaften erinnern fclläärji; 
an diejenigen Boths und de Heufchs. Eine mit feinem vollen Namen be-  
zeichnete Landfchaft befltzt das Schweriner Mufeum. 
Von {einen Söhnen gilt Yakob zum Huyfum als der unbedeutendfte. Er Jälflol; van 
ift uns nur durch eine ähnliche, jedoch durch Apollon und Daphne belebte yum. 
Wald- und Berglandfchaft in der Galerie Liechtenftein zu Wien bekannt. 
Yan van Huyfum aber, der 1682 in Amfterdam geboren wurde und 1749 Jan van 
dafelbft ftarb, ift der eigentlich berühmte Huyfum. In feinen Blumenftücken Huyfum. 
unterfcheidet er {ich fchärfer von feinem Vater, als in feinen Landfchaften. Sei" Sm- 
Auch diefe wirken wie verkleinerte und äufserlich verfeinerte Bilder Jan Boths 
oder der de Heufch. Sie tragen einen ausgeprägt ßarkadifchenß Charakter. 
Ihrer drei befitzt der Louvre zu Paris, ihrer zwei das Braunfchweiger Mufeum, erläjigäen 
zwei (einfchliefslich des vOpferfeflesr) das Amfterdamer Reichsmufeum, zwei Lajgfätjfß" 
I) Vgl. über abweichende Angaben: [Krumm a. a. O. I p. 275, 
2) Wayrole, Anecdotes of painting, Ed. 1872 p. 297. 
3) Nach anderen 1645: Vgl. jedoch Riegel Beiträge II, S. 4.14- 
4) Frizdr. Szlzlfe, Verzeichniss der Schweriner Galerie (1882) S. 
-415- 
292 
300,
        

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