Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1251863
744 
Buch. 
Sechstes 
Abtheilungl 
Zweiter Abfchnitt. 
folche Abwechfelung brachte er jetzt aber auch in die letzteren, indem er fein 
berühmtes Bild einer grossen Heerde_ mit der wpiffenden Kuha in der Ermitage 
zu St. Petersburg malte. 
von 1650- Im Jahre 1650 ging er, wie wir gefehen haben, fogar fo weit, f1ch in einer 
Orpheusdarftellung zu verfuchen; auch malte er in diefem Jahre das {ich im 
Ganzen doch innerhalb feiner ruhigen Art haltende" Fifcher- und Jägerftück, 
fowie die vReiter vor dem Wirthshausr: in der Ermitage zu St. Petersburg und 
eine zweite wScene vor dem Wirthshausa im Schweriner Mufeum. Dazu die 
ßPferdefchwemmerc in der Hamburger Kunfihalle. Hätte er nicht in diefem 
Jahre auch das Bild mit den drei Ochfen an der alten Weide in der Bridgewater- 
Gallery zu London gemalt, fo könnte man glauben, dafs er feinem eigenften 
Fache hätte untreu werden wollen. 
von 1651. Zu diefem kehrte er 1651 denn auch, wie feine fchönen Rinderheerden- 
bilder von diefem Jahre im AmPcerdamer Reichsmufeum, in der Sammlung 
van der Hoop dafelbft, in der Londoner National Gallery, im Buckingham 
Palace zu London und in der Ermitage zu St. Petersburg beweifen, reuig zurück, 
wenngleich auch Pferdeftücke im Buckingham Palace und im Schweriner Mufeum 
aus diefem Jahre ftammen. Der Meifter wurde jetzt breiter im Vortrag, feuriger 
in der Farbe.  
von 1652, Im Jahre 1652 malte er eine Reihe feiner gröfsten Meifterwerke: die 
Landfchaft mit Kühen und Schweinen im Haager Mufeum, die Landfchaft mit 
den drei Kühen beim Baron Steengracht im Haag, die beiden feinen Bilder der 
Dresdener Galerie, das vBofch beim Haag" im Berliner Mufeum, und vdie 
Weider im Louvre zu Paris. Alle diefe Bilder find hell und fonnig, aber zu- 
gleich weich und duftig gemalt. 
110111653, Im Jahre 1653 war Potter fchon krank; doch malte er in diefem Jahre, 
aufser dem grofsen Reiterbilclnifs bei Six zu Amfterdam, z. B. noch das fchöne 
von 1654- Idyll der Galerie Arenberg in Brüffel 1); 1654 kann er, da er fchon im Januar 
diefes Jahres ftarb, überhaupt nicht viel mehr gemalt haben. 2) 
Potters Radirungen 3) find nicht minder fein und beliebt, als feine Gemälde. 
Dääälm Ein Altersgenoffe Paul Potters, der ihm in einigen Beziehungen nachftrebte, 
im Ganzen aber weit vielfeitiger und in feinen Weidebildern xitalienifchere war, 
war Karel Dujardzh 4). Er war 1622 5) zu Amfterdam geboren und Pcarb 
Sein Leben. 1678 zu Venedig. Urfprünglich war er Schüler Bercherns; fpäter gerieth er 
eine Zeitlang unter den Einflufs Potters. Er befuchte Italien fchon in jungen 
Jahren, lebte 1656-1659 im Haag, dann in feiner Vaterftadt Amflerdam, kehrte 
aber fchliefslich (um 167 5) nach Italien zurück. 
Bääfiffm Die grofsen Bildniffe, welche meift feiner fpäten Amflerdamer Zeiz angehören, 
haben wir bereits oben (S. 730) kennen gelernt. Dafs er auch vor religiöfen 
Regäffß DarPcellungen nicht zurückfchreckte, beweifi feine keineswegs wirkungslofe 
ßelluwm vKreuzigungr von 1661 im Louvre zu Paris. Dafs er als echter Sohn des I7. 
Jahrhunderts es nicht verfchmähte, {ich gelegentlich flnnbildlich auszudrücken, 
Vgl. auch Westrkeene Nr, 37, 41, 47. 
Vgl. jedoch Westrlzeerze Nr. 30. 
Wesrrlzeezze a. a. O. p. 192-200, 31 Blatt. 
70km Smillz CatalogueV (X834), p. 227-277. 
5) Mittheilung 
Herrn 
A 61'. Bredius.
        

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