Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249882
ZWEITER 
ABSCHNITT. 
Die 
holländische 
Malerei 
des 
Jahrhunderts 1). 
honfäeirche  ährend im I 7. Jahrhundert fail im ganzen übrigen mittleren und weit- 
Cultgr des lichen Europa uralte Bildungszuitände {ich zu ihrem höchften Glanze 
   entfalten oder gar fchon zu erlöfchen beginnen, Pcehen wir in Holland 
um diefe Zeit auf dem jungfräulichen Boden eines, wenn auch nicht ohne 
Vorftufen entftandenen, fo doch jetzt erPc zum Selbitbewufstfein erwachten 
neuen Staates, welcher eine neue Gefellfchaft, eine neue Bildung, eine neue 
Kunft zeitigte. An die felbftändige oberdeutfche Cultur des I6. Jahrhunderts 
reihte {ich in Holland nunmehr die felbftändige niederdeutfche?) Cultur des 
I7, Jahrhunderts an. 
 Die Gefchichte der holländifchen Selbftändigkeitskriege kann hier nicht 
ärizgsäfglilfgj erzählt werden. Doch müffen wir uns daran erinnern, dafs die Kräfte der ver- 
fißllung- einigten Niederlande während des gröfsten Theiles des I7. Jahrhunderts durch 
kriegerifche Unternehmungen zu Waffer und zu Lande fo in Anfpruch genommen 
wurden, dafs ihre gleichzeitigen Leiftungen in den Wiffenfchaften und Künften 
des Friedens uns mit doppelter Bewunderung erfüllen. In allen feinen Kämpfen 
mit ihrem wechfelnden Glücke eroberte der kleine Küftenftaat {ich befonders 
durch feine Erfolge zur See und auf dem Gebiete der Colonialpolitik den un- 
befirittenen Rang einer politifchen Grofsmacht; und der politifchen folgte die 
1) Die allgemeine Literatur ifi; zum größten Theile bereits angeführt worden: Bd. II. S. 8, 
Anm. 1; S. 368, Anm. 1; S. 508, Anm. I; Bd. III, S. 57, Anm. 1; S. 382, Anm. I. I-Iinzuzu- 
fügen find: R. v. Eyuden und Adr. 111m der Willigezz: Geschiedenis der vaderlandsche Schilderkunst, 
4 Bände, Haarlem 1816-1841.  W. Burger (Thore): Les Musäes de la Hollande. Paris I, 1858, 
II, 1860.  7. zum Vlotezz: Nederlands Schilderkunst. Amfterdam 1874.  H, [Japan]: L'Art et 
les Artistes Hollandais. Paris I, 1879, II, 1880, III, 1881, IV, 1881.  I1. Havard: Histoire de 1a 
Peinture Hollandaise. Paris 1882.  A. v. Wurzbarh: Gefchichte der holländifchen Malerei. Leipzig 
und Prag 1885.  Ferner (befonders wichtig) W. Bade: Studien zur Gefchichte der holländifchen 
Malerei. Braunfchweig 1883.  Umfangreiches urkundliches Material brachten und bringen befonders 
die diefen Studien gewidmeten neueren holländifchen Zeitfchriften: f], v. VlatmÄr Nederlandsche Kunst- 
bode (3 Jahrgänge, 1373-4875); Fr. D. O. Obremis Archief voor Nederlandsche Kunstgeschiedenis, 
Rotterdam, feit 1877; A. D. dz Vr1'es', N. de Razzia": und Abr. Bredius, Oud Holland, Amfterdam 
feit 1883. Endlich fei hier an 7. Ph. zum der [Yellezfs Peintre-graveur hollandais et flamand, Utrecht 
feit 1867, erinnert.   
2) Als nniederdeutfchu oder wdeutfchu fchlechthin bezeichneten {ich die Holländer des 17. jahr- 
hunderts felbft noch in der Regel (vgl. W. f. A. Yonclzäloefs Gefchichte der niederländifchen Literatur, 
deutfche Ausgabe. Leipzig 1872, II, S. 10, I5, 16, 17, 8', 93, 131 und oft). Uns liegt jedoch nichts 
ferner, als politifche Folgerungen aus diefer fittengefchichtlich bedeutfamen Thatfache zu ziehen,
        

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