Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1251458
holländifche 
Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Amßerdamer 
703 
dem Namen rVenus und Amora bekannte Bild des Louvre zu Paris, in dem im Louvre, 
man, wenngleich der wirklich geflügelte Amor keinen Zweifel an der mytho- 
logifchen Abficht des Küniilers läfst, neuerdings') Hendrickie Jaghers mit ihrer  
und Rembrandts Tochter Cornelia erkennen möchte; fodann das unter dem Anmägdam 
Nanlen der ß-Iudenbfautü bekannte Bild der Sammlung van der Hoop des (disrggägfn- 
Amiierdamer Reichsmufeums: die Darftellung eines ältlichen Mannes in gelber 
phantaftifcher Kleidung, der in dunklem Gebüfch ein junges, reich gefchmücktes 
Mädchen in kirfchrothem Kleide umfafst, ein Bild von erftaunlicher Farben- 
leuchtkraft, erftaunlicher Breite der Auffaffung, erftaunlicher Körperhaftigkeit 
des Farbenauftrags, kurz ein Bild, in dem fich alle glänzenden Eigenfchaften 
des letzten Stils Rembrandts grofsartig vereinigt zeigen; ferner das iFarnilien- 
bildnifse des Braunfchweiger Mufeums: Vater, Mutter und Kinder, die {ich in 1113x523;- 
prächtigen leuchtenden Farben vom tiefbraunen Bufchwerk des Hintergrundes 
abheben, ein heiter und liebenswürdig gedachtes, mit unerhörter Kraft und 
Breite durchgeführtes Meifierwerk, dem fich kaum etwas Aehnliches an die Seite. 
fetzen läfst; endlich, vom Jahre 1661 datirt, wahrfcheinlich früher als die zuletzt 
befprochenen Bilder, das letzte vRegentenftücku Rembrandts, die aStaalmeeftersa, {Ilgggülfstjaiä 
d. h. die Vorfieher der Tuchhalle (F ig. 591). Zu Fünfen fitzen die fchwarz gekleideten 1311222:- 
Männer, von denen nur einer im Begriff ift fich zu erheben, mit ihren weichen, 3:33:1- 
breiten fchwarzen Hüten auf dem Kopfe berathend um einen mit rothem  
Teppich bedeckten Tifch. Hintenihnen fleht ein Diener. Das Bild gehört 
zu den erftaunlichiien Werken, welche je gefchaffen worden lind. Rembrandts 
vAnatomie des Dr. Tulpu erfcheint faft altmodifch fireng und ängftlich gegen 
diefe Wucht, diefe Breite, diefe Freiheit der Auffaffung und der Behandlung, 
faft nüchtern gegen diefe Farbengluth, obgleich nur fchwarzgekleidete Herren 
vor graubrauner Wand um einen rothen Tifch dargeftellt find. Seine ßNacht- 
wachen aber erfcheint faft unruhig und gefucht gegen die meiiierhafte, vor- 
nehme Ruhe, die uns aus diefem Bilde anweht. 
Die Hiftorienbilder aus diefer letzten Epoche Rembrandts Gehen nicht äiäifrriäg; 
alle auf derfelben Höhe, wie die befien diefer Bildniffe und Bildnifsgruppen lläifäjßgfafätifs 
Manche von ihnen finden {ich in fchwer zugänglichen Privatfammlungen. Wir 
können nur einige von ihnen nennen, die fich in öffentlichen Galerien oder leichter 
zugänglichen Privatfammlungen befinden Vom Jahre 1661 befitzt der Louvre im Louvre. 
in Paris einen iMatthäus mit dem Engele, die Galerie im Schloffe zu Afchaffen- iüäfäfäfjnf" 
burg einen vSchmerzensmannu mit ausdrucksvollem Antlitz. In ihrem trüben burg" 
grauen Tone erinnern beide, wenngleich fie kräftiger gemalt lind, noch an die 
Bilder der trübPten Jahre des Meiiters. Leuchtender und tiefer in der Farbe  
bei fchwärzlichem Schatten ift  das aus etwa zwanzig Figuren beitehende Bild 
beim Earl of Derby in London, welches darftellt, wie dem alten Iakob der bäfräffnof 
blutige Rock jofephs gebracht wird. Diefes Bild wird um 1665 entftanden Lande"- 
fein; und derfelben Zeit gehört wahrfcheinlich auch das Prachtbild bei Sir Siräiilard 
Richard Wallace in London an, welches das Gleichnifs von dem ungerechten invgägääj, 
Gläubiger darftellt, dem der Herrfcher feine Härte gegen feine Schuldner 
verwirft. Es ifi ein ernftes, grofses Bild von fatter Farbengluth. Vom Jahre 
Bade, 
Studien
        

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