Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1251442
702 
Buch, 
Sechstes 
Äbtheilung. 
Zweiter Abfchnitt 
23; fäfnfjf Glücklicherweife aber fand der Meifier in feiner Kunft fich bald felbft 
8'116" Zeü- ganz wieder. Er kehrte zum leuchtend goldenen Helldunkel zurück, wurde 
noch immer einfacher, immer gröfser, immer geifiestiefer in der Auffaffung, 
immer breiter, immer kühner, immer wuchtiger in der Behandlung. jetzt erfi 
fing er an, wie auch Frans Hals es in feinem Alter gethan hatte, die Neben- 
 fachen abfichtlich zu vernachläfflgen, indem er es ausfprach, dafs ein Bild fertig 
fei, wenn der Künfiler ausgedrückt habe, was ihm am Herzen gelegen. Jetzt erft 
trug er den Farbenkörper, wo er befondere Wirkungen erzielen wollte, fo dick 
auf die Leinwand, dafs er fich anderer Hülfsmittel als des Pinfels zu dem Zwecke 
bedienen mufste. Jetzt "erfi erreichte er auch innerhalb feines goldbraunen 
Helldunkels die reinfie und feuriglie Gluth der Localfarben, der er, der vielleicht 
irgend einer mächtig war. 
igieqäüfgiääfn An Selbftbildniffen des Meifiers fehlt es auch aus diefer Zeit nicht. Bode l) 
niffe zählt ihrer noch flebzehn. Zu ihnen gehören Selbftbildniffe vom Ende der 
higkffigß; fünfziger Jahre in der Kaiferl. Galerie zu Wien, in den Uffizien zu Florenz, in 
 der Bridgewater Gallery zu London, in der Caffeler Galerie; Zu ihnen das 
e! fchöne, warme, wirkungsvolle Bild von 1660 im Louvre zu Paris, welches 
in Pms: den Meifier im weifsen Kopftuch an feiner Staffelei zeigt, zu ihnen die noch 
(Qagjogifa etwas fpäteren, fchönen, farbigen Bilder des Meifiers in der Londoner 
in London National Gallery und beim Marquis of Lansdowne in London. Zu feinen 
23526135), allerletzten Selbftbildniffen, aus den Jahren 1666-1668, aber gehören Bilder 
iniglxifxg; in der Kaiferl. Galerie zu Wien, in den Uffizien zu Florenz nnd im Mufeum 
in Neapel. zu Neapel. 
mdgääfild- Von Bildniffen anderer Perfönlichkeiten, die Rembrandt in dem letzten 
von was, Jahrzehnt feines Lebens gemalt, flfld zu nennen, von 1658 datirt: der 
ßBruyninghr in der Caffeler Galerie, ein braun gekleideter junger Mann im 
von 1659, Louvre, der xAuctionator Haringu bei Mr. Wilfon zu Paris; von 1659 datirt: 
das Prachtbild eines Mannes mit rother Mütze in der National Gallery in 
London, das Bild eines holländifchen Kaufmannes beim Earl of Feversham zu 
Duncombe Park und das Brufibild eines jungen Mannes bei Herrn Conful Ed. 
von 166a, F. Weber in Hamburg; von 1660 datirt: das Bildnifs einer uralten Frau, früher 
beim Lord Overstone in London; drei Mönchsbilder beim Grafen Sergei 
Stroganoff in St. Petersburg und beim Earl of Wemyss zu Gosford Caftle, 
denen fich ein ähnliches Bild in der Londoner National Gallery anfchliefst; von 
von X661, 166i , dem Jahre, dem auch die Staalmeefiers, die wir befonders befprechen 
müffen, angehören: die Halbfigur eines fltzenden Greifen im Palazzo Pitti zu 
Florenz und der fogenannte bKOCh Rembrandts: bei Mr. Boughton Knight in 
von 1666, London; von 1666 datirt: das prachtvolle Bildnifs einer fchwarz gekleideten 
jungen Frau in der National Gallery zu London und das fchöne Bildnifs des 
von IÖÜ1. Ueremias de Deckerr in der Ermitage zu St. Petersburg; von I667 datirt: 
ein Greifenbildnifs beim Earl of Northbrook in London, dem ein ähnliches in 
der Dresdener Galerie entfpricht.  
311515212 Diefen Einzelbildniffen und Studien fchliefsen fich einige unzweifelhaft 
diefer Spätzeit des Meifiers angehörige Bildnifsgruppen an: zunächfi das unter 
Studien 
5- 540 ff.
        

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