Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250973
holländifche Malerei 
Jahrhunderts. 
Schule. 
Die Haarlemer 
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man in faft jeder öffentlichen Sammlung an. In den KupferPcich-Cabinetten Kseilxge 
fleht man Schwarzkunftblätter und Radirungen Huchtenburghsl).  
Anderen Nachahmern Wouwermans werden wir in anderen Schulen be- Hagtmer 
gegnen. Von den Harlemern gehört mit einer gewiffen Gattung feiner Bilder Arriläääilggßr- 
aber auch noch Gerrit Berckheyde in diefe Reihe. Da er fich jedoch beffer  
den Architekturmalern anfchliefst, wollen wir ihn erft unter diefen, zu 
denen wir nunmehr übergehen, befprechen. 
Die Haarlemer Schule fpielt auch in der Entwicklung der Architektur- Ihr 
malerei zu ihrer holländifchen Eigenart eine bedeutende Rolle. Das Eigen- Charakten 
artigfte leiftete fie auf dem Gebiete der Binnenraummalerei. Man würde das 
Innere der weifsgetünchten reformirten Kirchen kaum für malerifch halten, 
wenn die holländifchen Maler es uns nicht mit ihren Augen anfehen gelehrt 
hätten. Sie wufsten diefen durch grofse Fenfler von hellen Sonnenftreifen ge- 
troffenen weifsen Wänden und Säulen in Verbindung mit dem braunen Geftühl 
und den in fchlichte, feine Farben gekleideten Andächtigen einen malerifchen 
Reiz zu verleihen, welchen man bei ihren vlämifchen Vorgängern, den Steen- 
wyck und Neeffs (oben S. 406-408) vergeblich fuchen würde. 
An der Spitze der holländifchen KünPcler diefer Art fteht Pieter Saenrrdaazz, Saäfääm 
welcher 1597 zu Afsendelft geboren wurde und zu Frans Grebber (oben 
S. 586) in Haarlem in die Lehre kam. In Haarlem blieb er feitdem anfäffig. 
Er Pcarb dafelbft 1665. Er malte faft ausfchliefslich Innenanüchten von Kirchen, Cßäjflfßr 
wie der grofsen Kirche zu Haarlem, der ehemaligen Marienkirche zu Utrecht,  
der Kirche zu Afsendelft u. f. w.; und er malte fle bei fefler, felbft noch etwas  
Ptrenger Zeichnung in wunderbar warmem und leuchtendem, manchmal durch 
Untermalung mit echtem Gold erzeugtem, aber noch etwas allzu einförmigem und Seine Bilder 
fchattenlofem Lichte. Ein folches Bild, von 1630 datirt, befltzt das Braun- von 1636. 
fchweiger, ein anderes, von 1635 datirt, das Berliner Mufeum. Das Amfterdamer von 1635, 
Reichsmufeum befitzt vier Hauptbilder diefer Art von 1636 und 1637. Wohl von 1636. 
von 1637 ift auch das Kirchen-Innere der Caffeler Galerie, von 1638 ift ein  12;: 
fchönes Bild des Meifters bei Herrn Conful Weber in Hamburg datirt; 1649 von 1649, 
hat er das Innere der Kirche zu Afsendelft, jetzt im Reichsmufeum zu 
Amficerdam, 1652 das Innere der vNeuen Kircher zu Haarlem, jetzt im von 1652. 
Mufeum diefer Stadt, 1653 ein fchönes leuchtendes Bild ähnlichen Gegenftandes, von 1653, 
jetzt im Mufeum zu Peft, gemalt. Auch in der Turiner Pinakothek fleht man ein 
folches Bild feiner Hand. Selten malte er Aufsenanfichten von Gebäuden. Ein 2.232332! 
fchönes, echtes, wenn auch unbezeichnetes Bild der Art aber befltzt das R0tter- feiner-Hand: 
damer Mufeum; und dafs er in feiner fpäteren Zeit in der That derartige 
Motive befonders malerifch aufzufaffen und zu geftalten verfland, zeigt fein voll 
bezeichnetes, von 1657 datirtes Bild des vDarm im gegenwärtigen Amfter- von m57. 
damer Rathhaufe. Seine fehr feltenen Radirungen werden hoch gefchätzt. 
Der nächfte grofse Haarlemer Architekturmaler ging aus der Schule des 
Frans Hals hervor. Es war S506 Bercklzeyde, der 1630 zu Haarlem geborene, Berc{ggyde_ 
1693 dafelbft geftorbene Künftler, der fich nach Houbraken auch eine Zeitlang 
in Heidelberg aufhielt und aufser bei Hals auch bei jac. de Wet in der Lehre Sei" Leben- 
Bargfclz, 
W eigel, 
Blatt.
        

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