Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249499
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1250960
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Sechstes Buch. 
II. Abtheilung. 
Abfchnitt. 
Zweiter 
trägt die Farben voll und feft auf und erzielt trotzdem eine klare, felbft zarte, 
duftige Wirkung. Seine Bilder find fehr felten. So ziemlich den gleichen 
Charakter tragen feine Diinenlandfchaft unter goldenem Abendhimmel im 
Rotterdamer Mufeum, feine Dünenlandfchaft mit den grofsen Eichen und feine 
Winterlandfchaft im Stockholmer Mufeum, auch eine weniger feine Winterland- 
fchaft in der öffentlichen Sammlung zu Hannover. Mehr an Wynants erinnert 
das ihm zugefchriebene,  W. bezeichnete Bild in der Galerie Arenberg zu 
Brüffel. Mehr von feinem Bruder Philips hat feine Landfchaft in der Galerie 
Liechtenftein zu Wien. Eine Haarlemer Stadtanficht feiner Hand endlich be- 
 {itzt das Haarlemer Mufeum. 
Von den übrigen Haarlemer Meiftern der Wouwermadfchen Richtung 
Barendüael- mufs zuerft Barend (Berlzard) Gael genannt werden, von dem nur überliefert 
iPr, dafs er um die Mitte des I7. Jahrhunderts zu Haarlem geboren wurde und 
feine Kunft bei Ph. Wouwerman lernte. Von feinen nicht allzu zahlreichen 
erhaltenen Bildern erinnern das aReiterftück mit den Kartenfpielernr im Braun- 
fchweiger Mufeum, die xFifcher am Seeftranderr in der Ermitage zu St. Peters- 
burg und rder Pferdemarktcr im Stockholmer Mufeum in der That an Wouwer- 
man; die vRaft vor dem Galihaufer in der Ermitage klingt daneben fchon 
an Js. van Oftade an; feine beiden Bilder im Rotterdamer Mufeum aber, ßdas 
Dorfwirthshausr und die vKuchenfraur erinnern vollends mehr an lfack, letzteres 
felbft an Adr. van Oltade, als an Wouwerman. Andere bezeichnete Bilder 
feiner Hand trifft man z. B. in den Galerieen zu Augsburg, Mainz, Glasgow 
und in Privatfammlungen. 
Offenbar durch Ph. Wouwerman beeinflufst, wenngleich überliefertermafsen 
I-lfQhIZÄ Schüler des Th. Wyck (oben S. 617), war der Schlachtenmaler Yan van Huclz- 
lmrgh- tenbzzzglz (Hughtenburgh), deffen Bruder Jakob (oben S. 648) wir bereits kennen 
Sei" Lßben- gelernt haben. Jan van Huchtenburgh wurde 1646 zu Haarlem geboren, ging 
aus der Schule Wycks nach Italien und Paris, wo auch A. F. 11m2 der Meuleu 
(oben. S. 376), deffen Bilder er vorzugsweife radirte, auf ihn einwirkte, kehrte 
1670 in fein Vaterland zurück, war aber 1708 und 1709 wieder in Italien und 
zwar im DienPce des Herzogs von Savoyen; 1719 finden wir ihn im Haag 
 wieder; dann aber liefs er {ich in Amfterdam nieder, wo er 1733 Prarb. Reiter- 
Seine Bilder gefechte und Lagerfcenen find feine Lieblingsdarliellungen; doch malte er 
gelegentlich auch Jagditücke und italienifche Landfchaften mit Volksfcenen. 
Er war ein gefchickter, aber doch ziemlich oberflächlicher Künftler, deffen 
ßRoutinea man eher bewundern wird, als feinen künftlerifchen Geifr oder feine 
malerifche Technik. Seine Bilder find in der Regel fchwer im Ton, vielfach 
freilich auch nachgedunkelt, und conventionell in der Wiederholung ihrer Motive. 
Selten find fie durchaus nicht. Was er technifch konnte, zeigen vielleicht 
noch am bePten feine allerdings fehr feltenen Bildniffe, wie das I692 gemalte 
im Hßßä- lebensgrofse Reiterbild des Prinzen Eugen von Savoyen im Haager Mufeum. 
Elf grofse Bilder feiner Hand, favoyifche Schlachten! darfiellend, befitzt die 
iIfTurin- Turiner Pinakothek. Mit fleben Bildern verfchiedener Art, auch einem italie- 
hhfgoelff" nifchen Strafsenbilde von I707, ift er in der Kopenhagener Galerie, mit je 
i" Drßsden- fechs feiner Durchfchnittsbilder in der Dresdener Galerie und im Schweriner 
in Schwerin. Mufeum vertreten. Einige Bilder oder doch ein Bild feiner Hand aber trifft
        

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