Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244727
Die 
Malerei 
niederländifche 
der zweiten 
Hälfte 
des 
Jahrhunderts. 
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Prellungen der Liebesfcenen des Vulcan und des Hercules wirken in ihrer 
delicaten Behandlung wie Vorftufen des Adriaen v. d. Werff. Sein Selbfiporträt 
im grauen Rocke ifi fogar vorzüglich zu nennen. Von feiner fchwächften Seite 
aber zeigt er {ich uns in der grofsen allegorifchen Darfiellung des Triumphes 
der Weisheit über die Unwiffenheit. 
Nachdem wir fomit im Anfchlufs an F loris, den Enkelfchiiler Mabufes, Digcigilgisler 
die bemerkenswertheften Antwerpner Hiftorienmaler kennen gelernt haben,  
wenden wir uns den Meiftern zu, die fich im Anfchlufs an den erfien der 
hollän di f chen Italienfahrer, an Scorel (oben Bd. II, S. 536), entwickelt haben. 
Ein Hauptfchüler Scorel's war [Warten um: Hßmzzskerck 1). Er war 1498 in dem et? 
Orte, nach dem er {ich nannte, geboren, unternahm nach beendeter Lehrzeit 
eine Reife nach Rom, wo er befonders Michelangelo ftudirte, kehrte 1537 nach Sein Leben. 
Haarlem zurück und itarb hier 1574. In feinen früheren Werken macht {ich Sein sm. 
bei aller ihrer Gefpreiztheit doch manchmal noch ein warmbelebendes, ein- 
heimifches Grundgefühl geltend, und die phantafiifch orientaliürenden Kopf- 
bedeckungen geben den Gefialten feiner gefchickt erfundenen geifilichen und 
weltlichen Compofitionen ein malerifches Anfehn. Später wurde feine kalt- 
plaftifche Modellirung mit braunen Schatten immer unangenehmer; aber in feinen 
Gewändern bewahrt er {ich auch dann noch in der Regel eine frifche Farben- 
freudigkeit, die ihn uns trotz feiner augenfcheinlichen Manierirtheit nicht uninter- 
effant erfcheinen läfst. Erft zuletzt wird er ebenfo langweilig in der Farbe, Seine Bilder 
wie in den Formen. vDer dornengekrönte Chrifhise im Mufeum zu Gent und in am. 
die farbenkräftige Darftellung des Evangelifien Lucas, welcher die heilige Jung- 
frau malt, im Haarlemer Mufeum, tragen die Jahreszahl 1532. Die lebendige in Haarlenz. 
Schilderung des Calvarienberges von 1543 im Genter Mufeum und die immer in Gent, 
noch mit niederländifchen Typen ausgeftatteten Altarflügel mit der Anbetung 
der Hirten und der Anbetung der Könige (von 1546) im Haager Mufeum,1m Haag. 
vergegenwärtigen uns, wie fein Stil iich zwifchen 1540 und 1550 gefialtete. 
Aus den fünfziger Jahren ftammen die mit braunen Schatten fehr energifch 
modellirte, in ihren Typen ganz auf italifchem Boden ftehende, wie auch in der 
That nach Raphaels Madonna di Loreto copirte heilige Familie von 1551, die in Haarlem, 
grau in grau, abftchtlich in michelangelesker Formenfprache gemalte Darftellung 
der GefcIiichte der ehernen Schlange von demfelben Jahre und das Eccehomo- 
triptychon des Haarlemer Mufeums, fowie die beiden Triptychen von 1557 und 
1559 im Delfter Rathhaus; aus den Jahren 1559 und 1560 {rammt ein Altar" i" D81"- 
werk des Brüffeler Mufeums; von 1561 ift das Gafimahl im Haufe des Phari- in Briiffel, 
faers bei Herrn Conful Ed. F. Weber in Hamburg datirt, ein für (liefe Zeitin Hamburg- 
des Meifters ungewöhnlich farbiges Werk, von demfelben Jahre die allegorifch- 
mythologifche Scene xMomus tadelt die Werke der Götterr im Berliner Mufeüm- in Berlin. 
Ganz der Spätzeit des Meifiers gehören das Fefimahl des Belfazar von 1568 
im Haarlemer Mufeum und die Altarfiügel von 1570 bei Herrn Cenful Weber in Haarlem, 
in Hamburg an. Neuerdings werden ihm in verfchiedenen Sammlungen auch in Hamburg, 
I) Sein voller Name war: Maerten Jacobsz. van Heemskerk. Sein 
van Veen. Demnach wird er felbft auch hie und da, nvan Veenu genannt. 
de Harlem, p. 42 u. 157. 
Vater war Jacob Willemsz. 
Vgl. Wülzgen, Les artistes
        

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