Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244689
Malerei 
niederländifche 
Die 
der zweiten 
des 
Jahr 
hum 
ierts. 
Die erften beiden diefer Brüder genügt es, genannt zu haben, der dritte aber 
ifl der fruchtbarfte und bekanntefte Meiner der ganzen Familie, deffen in der 
Regel aus vielen verhältnifsmäfsig kleinen Figuren vor landfchaftlichem Hinter- Sein Stil. 
grunde befiehenden, allen möglichen Stoffgebieten entlehnten Darftellungen in 
den meiften öffentlichen und vielen Privat-Sammlungen Europas zu finden find. 
Die Verfchiedenheit der Formen, mit denen er {ich zu bezeichnen pflegteU, 
war die Urfache, dafs man früher eine ganze Reihe feiner Bilder auf die Rechnung 
feines Vaters fetzte. Neuerdings aber find feine Gemälde im Ganzen richtig 
zufammengeftellt worden. Geiftreich kann man fie weder in der Färbung noch 
in der Compofition noch auch im Ausdruck nennen; aber geifilos obenfowenig; 
gefchickt {ind fie befonders in der Anordnung der Figuren vor dem Hintergrunde 
und in der Zufammenfiimmung der Farben, die im Ganzen felten einen unhar- 
monifchen, wohl aber manchmal einen fchWeren und trüben Eindruck machen. 
Der Meifter hat vor allen Dingen feine Freude daran, Gefchichten zu erzählen; 5321112  
und er erzählt in der Regel deutlich und doch ftimmungsvoll, nie aber mit wirke. 
einem befonderen Aufwande poetifcher Kraft oder geifiiger Tiefe. Von feinen 
Jugendwerken feien die befonders tief geftimmte Darftellung des Calvarienberges 
von 1606 in der kaiferlichen Galerie zu Wien, vder Hexenfabbatha von 1607  
in derfelben Sammlung, vNeptun und Amphitritex in der Gothaer und w die Predigt 
Johannes des Täufersr: in der Augsburger Galerie hervorgehoben; feiner mitt- Diewerke 
leren Zeit, in welcher er fchon einige RubensTche Anklänge aufnimmt, gehören fiÄifÄ  
z. B. ßdie heilige Familiea von 1616 im Amfterdamer Mufeum, xder Untergang 
der Aegypterß von 1621 in der Hamburger Kunfthalle, wder Triumph Apollonsa 
von 1629 in der Oldenburger Sammlung und xdie vier gekrönten Märtyrerr im 
Antwerpner Mufeum an. Aus feiner Spätzeit, in welcher er immer entfchiedener Seine fphte- 
von Rubens beeinfiufst wurde, ftammen u. a. vdie Werke der Barmherzigkeitr m Warm 
von 1630 undv wdas Reitergefechtx von 1631 in der Münchener Pinakothek, 
die beiden Gemälde von 1633 im Louvre zu Paris, die allegorifche Darftellung 
vondemfelben Jahre in der gräflich Sierstorpffchen Sammlung zu Driburgi), 
ßdie Speifung der Fünftaufenda von 1634 im Deffauer Schloffe und xlVlofes fchlägt 
Waffer aus dem Felfena von demfelben Iahre in der Augsburger Galerie. Schon 
diefe Bilder, denen eine Anzahl anderer im Madrider Mufeum, in der Berliner 
Galerie, in Schleifsheim u. f. W. fich anreihen, gefiatten einen Ueberblick über 
I) Hierüber befonders die eingehenden Unterfuchungen von 17. Riegel, Beiträge II. S. 74-86, 
womit die Anmerkung im Verzeichnifs der Berliner Galerie von 1883, S. 168 zu vergleichen iR. 
Sicher ifl, dafs der Meifler {ich auf manchen feiner früheren Bilder im Gegenfatze zu feinem Vater als 
nden jongen Fr. Franckenu bezeichnete (z. B. auf den beiden Wiener Bildern von 1606 und 1607); 
ficher ifl, dafs er {ich fpäter wenigflens einmal (auf dem Münchener Bilde von 1631) im Gegenfatze zu 
feinem Sohne, Frans Francken IIL, als d. ouden (den alten) Frans Francken bezeichnet hat. Sicher 
ifl endlich, dafs viele feiner bezeichneten Bilder weder den einen noch den andern diefer Zufätze tragen. 
Streitig aber ifl, wie die Abkürzung D0. oder D0 oder Dö 11- f- WW die er auf Vieie" Biidefn föinßlll 
Namen vorgefetzt hat, zu deuten ift: ob einfach als Abkürzung für den ouden (den aiien), Wie R115 118-611 
wie vor am wahrfcheinlichflen fcheint, oder als nDominusu oder "DOIW- Riißgelii Leiaft D5, die für 
vbominusu fprechen würde, auf dem Rahmen eines Bildes in der Liebfrauenkirche zu Brügge, beflätigt 
fich, laut brieflicher Mittheilung von Eismmamz, der das Bild darauf hin nochmals unterfucht hat, 
keineswegs. Vielmehr lieft Ezkenznann auch hier D0. 
2) [Viege], Beiträge, U. S. 79-80.
        

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