Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1244621
niederländifche 
Die 
Malerei 
des 
Hälfte 
zweiten 
der 
Jahrhunderts. 
69 
In Wefentlich anderen Bahnen, befonders in Bezug auf die landfChaftllCheJRTIBruegheI. 
Behandlung, bewegte flch Jan Brueghel, der jüngere Sohn P. BruegheTs d. ä. 
Eben deshalb können wir ihn mit feiner Sippe und feinem zahlreichen Anhang 
erft in einem fpäteren Abfchnitt besprechen. 
Alle diefe Meifter ftanden ganz oder wefentlich aufserhalb der akademifch- fasäsmäiiäer 
italifirenden Mode. Sie {ind die Vertreter der nationalen Richtung innerhalb Meifter. 
der niederländifchen Hiftorien- und Sittenmalerei diefer Zeit und können infofern 
als die Nachfolger des Quinten Maffys angefehen werden, auch wenn fle, wie 
die zuletzt befprochenen, mit der Formenfprache und dem malerifchen Vortrage 
diefes Meifters nichts gemein haben. 
B. Die Nachfolger Orley's, Mabufc-fs, Scorels und verwandte 
niederländifche Meißen Die eigentlichen Manierißen und die 
Porträtiften. 
Unterfuchen wir, was aus den Schulen der früher befprochenen, in ihren Ditöfligiisler 
letzten Werken fchon felbft halb zu Italienern gewordenen niederländifchen 
Meifter, wie Orley, Mabufe und Scorel geworden, fo haben wir als Schüler 
Orley's (oben Bd. II. S. 515 ff.) zuerft jenen Peter Cock (Cucckej zum Arzlß Pfäjf 
I 502-15 50) zu nennen, der uns fchon als Lehrer und Schwiegervater P. Brueghels 
d.  bekannt geworden ift. Man meinte bislang, ihn nur aus den reich mit 
Coftümfiguren Itaflirten fieben Blättern Conflantinopler Anfichten zu kennen, Säine Zeich- 
welche nach feinen am Bosporus felbfi aufgenommenen Zeichnungen in Holz nungen. 
gefchnitten wurden; doch mufs eine mit feinem Namen verfehene Zeichnung 
des Paulus vor Gericht in der Albertina hinzugefügt werden, welche zu einer 
lVladrider Tapetenfolge gehört, als deren Urheber Coek demnach anzufehen ift  
und archivalifch find neuerdings wenigfiens einige Titel feiner Bilder nachge- 
Wiefen worden 9), unter ihnen auch ein wAbendmahlr, wodurch es doppelt wahr-  
fcheinlich wird, dafs die irrthümlich Lambert Lombard zugefchriebene Darftellung mälde- 
des Abendmahls von 1531 im Brüffeler Mufeum, welche ihrem Stile nach 
entfchieden der Schule Orleys angehört, wirklich, wie man aus anderen Gründen 
nachzuweifen gefucht hatß), ein Werk des Meifters von Aalft ifi, auf den dann 
natürlich auch das vor kurzem vom Lütticher Mufeum erworbene gleiche Bild 
von 1530 zurückgeht. 
Der Hauptfchüler Orleys aber war [Wiclzrzzl m11 Coxcyen (Coxzkj von Mecheln, Mich. Coxie. 
welcher 1499 geboren war, aber erft 1592 im höchften Alter und Anfehen in 
feiner Vaterliadt Prarb 4). Nachdem er die Schule Barend van Orley's durch- Sein Leben. 
gemacht hatte, befuchte er Italien; Vafari traf ihn noch I5 32 in Rom 5), Wo er 
unter anderem die noch erhaltenen Fresken aus dem Leben der heiligen Barbara 
in der deutfchen Nationalkirche  Maria dell' Anima) im römifchen Stile jener 
Tage ausführte. Kein Wunder, dafs er, in feine Heimatftadt zurückgekehrt, 
Handfchriftliche Notiz von L. Scheibler, 
F. yax, v. d. ßranden a, a, O. p. 153-155. 
H. lfynzam in nL'Artu vom 3. Juli ISSI. 
Em. Neqfx: Histoire de 1a peinturö et de 1a sculpture Z1 Malines. 
Vafrzri (Ed. Milanefi) VII. p. 581. 
Gnnd I 876.
        

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