Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249343
Die vläln. 
Malerei des 17. 
Jahrh. 
Die übrigen belg. 
Land-fchafter u. 
Vertreter an derer Fächer. 
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Folge der wier Welttheiler in der Schleifsheimer Galerie: vier Hauptbilder, 
welche Aflen, Afrika, Amerika und Europa darftellen, umrahmt von kleinen 
Nebenbildchen, welche Fifche, Mufcheln und andere Producte der verfchiedenen 
Länder veranfchaulichen. Seine gröfste Sammlung folcher kleinen Bildchen mit 
allen erdenklichen Darftellungen aus der Thierwelt befltzt das Madrider Mufeum. 
Es fxnd nicht weniger als vierzig Einzelbilder in einem einzigen grofsen Rahmen. 
Einige von ihnen tragen feine Namenszeichnung, eins zugleich die Jahreszahl I666. 
Andere Bilder feiner Hand fleht man z. B. in den Mufeen von Augsburg (eins 
von ihnen mit der Jahreszahl 1663), Bordeaux und Florenz. Von feinen Bildern 
in den Uffizien ift die intereffante kleine Dar-Prellung eines Naturforfchers in 
feinem Studirzimmer (von 1660) hervorzuhebenJ) Auch die vier kleinen Bilder 
der Kaiferlichen Galerie zu Wien, i) eine Wildfchweinhetzerr, DBäI und Schlangea, 
vFuchS und Storclw und weine Vogelverfammlunge, fowie das rBacchanal in 
einer Landfchaftu des Braunfchweiger Mufeums, welche bis vor Kurzem 2) Jan  
von Keffels Sohn Ferdinand zugefchrieben wurden, flnd in den neueften Ver- 
zeichniffen diefer Sammlungen ihm felbft zurückgegeben worden. 
Ferdinand zum Keßzl war fein ältefler Sohn. Er war 1648 zu Antwerpen vafelägh.el_ 
geboren und Pcarb 1696 zu Breda. Seine Bilder werden von denjenigen feines 
Vaters, wie gefagt, nicht immer unterfchieden. Ein wirklich beglaubigtes Bild 
feiner Hand ifl uns nicht bekannt, doch fcheinen ihm einige der fchwächeren 
Bilder, die unter dem Namen feines Vaters gehen, zugefchrieben werden 
zu müffen. 
Yarz mm Kaff?! I]. endlich, der jüngere Sohn Jan van Keffels 1., war 1654 äenrr 3121111 
zu Antwerpen geboren und fiedelte nach Madrid über, wo er fich als Bildnifs-  
maler bekannt machte und 1708 Pcarb. Das Madrider Mufeum bewahrt unter 
feinem Namen ein kleines Reiterbildnifs Philipps IV.; und man darf wohl 
annehmen, dafs diefe Benennung auf einer guten alten Ueberlieferung beruht. 
Von den eigentlichen Stilleben malern der Schule iPt Alex. Adriamffen lilie Stäl- 
der ältefle. Schon 1587 zu Antwerpen geboren, trat er 1610 als Meifter der e iiirgäen 
Gilde feiner Vaterftadt bei, in welcher er 1661 ftarb. Er entwickelte {ich Adnaenneim 
Snyders parallel, malte aber befonders lebensgrofse Fifch- und GeHügelftücke 
von wahrem Anfehn mit breitem, weichem Pinfel und tiefer, manchmal etwas 
dunkler Farbe. Am beften kann man ihn im Madrider Mufeum kennenvlernen; 
früher befafs auchdas Berliner Mufeum einige Werke feiner Hand, von denen 
eins {ich in Erfurt befindet; jetzt trifft man z. B. noch im Darmftädter Mufeum 
ein (bezeichnetes) Fifchftück, im Caffeler und im Antwerpener Mufeum Still- 
leben feiner Hand.  
Dem Alter nach folgte ihm zunächft Facob van Es, der um 1596 3) zu Jac. van Es. 
Antwerpen geboren fein mufs, hier 1617 Freimeifter wurde und 1666 ftarb. 
Fifche, Hummern, Auftern, Früchte waren auch feine Lieblingsdarftelluilgen; 
und er malte f1e Weich und natürlich in hellerem Tone, als Andriaenffen. 
Bezeichnete Bilder feiner Hand, von denen man zu feiner Beurtheilung ausgehen 
Die Bezeichnung des Uffizienkatalogs (I 881) "F. v. Keffel IÖÖOu wird wohl mit 21. d. Branden 
p. 1100) n]. V,Keff61a zu lefen fein; denn F. v. Keffel war damals erft 12 Jahre alt. 
S0 auch noch bei v. d. Branden p. IIOI_1!o2. 
Nicht 1606. Vgl. F. 7. v. d. Branden a, a. O. p. 1109.
        

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