Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1249270
534 
Sechstes 
Buch. 
II. Abtheilung. 
Abfchnitt. 
Erßer 
gezogen hatte. Der dritte, Fan Peelers, war 1624 geboren und ftarb zwifchen 
1676 und 1680. Ihnen fchlofs noch eine Schwefier, Callzarizzzz Prüfers, {ich an, 
Welche 1615 zur Welt kam und 1676 ftarb. 
Die künfilerifche Entwickelung diefer Familie ging zunächfi von Gillis und 
Buonaventura Peeters aus, welche 1634 zufammen Freimeifter der Gilde wurden 
Geäfäzfjme und eine gemeinfame Werkfiatt einrichteten. Als ihr gemeinfames Werk ift 
urkundlich die grofse Darfiellung der Schlacht von Calloo im Stadthaufe zu 
 Antwerpen beglaubigt. Infchriftlich durch beider Brüder volle Namenszüge 
beglaubigt aber ifi ein recht hübfches, frifches, wenngleich im Waffer noch 
etwas leblofes Bild der Düffeldorfer Akademie-Sammlung, dem {ich ebenfalls 
deliiläfljis von beiden bezeichnete Bilder im Privatbefxtzel) anreihen. Gillis' volle Namens- 
Peeters- Zeichnung tragt eine Landfchaft mit einer Waffermühle im Amfierdamer Mufeum. 
Mit feinem Anfangsbuchftaben ift eine Canallandfchaft in der Carfianjedfchen 
Sammlung zu Berlin bezeichnet; und nach Mafsgabe diefer Bilder und der Form 
der Bezeichnung, welcher der Vorname fehlt, mufs auch eine kleine Landfchaft 
mit einer Bauernhütte in der Dresdener Galerie von Gillis herrühren?) Er 
fcheint mehr der eigentliche Landfchafter der Genoffenfchaft, als Seemaler 
giljrfäviäf gewefen zu fein. Um fo zahlreicher find die erhaltenen Bilder des Buonaventura 
m" Peems Peeters. Wir können fie nicht alle nennen, müffen aber den Verfuch machen, 
an einigen bezeichneten und datirten Werken uns feinen Entwicklungsgang zu 
von 1634, vergegenwärtigen. Das frühePce von ihnen ift ein von 16,14 datirtes fchönes, 
{icher durchgeführtes Seefiück des Afchaffenburger Schloffes. Dann folgen, vom 
von 1636, Jahre 1636, die nKriegsfchiffe auf leichtbewegter Seen des Berliner, und ein 
von 1641, fefles, feines Flufsbild des Braunfchweiger Mufeums. Vom Jahre 1641 find 
einige klar und beftimmt gezeichnete, in feinem gelbgrauen Tone gehaltene 
Bilder des Meifiers datirt, wie die fchöne Anficht von Dordrecht in der Darm- 
ftädter Galerie, und wie das graue Strandbild, welches {ich früher in der Sammlung 
"m 1642, Bus de Ghifignies zu Brüffel befand. Die Jahreszahl 1642 trägt das etwas 
unruhig und phantafiifch componirte, pafios, aber etwas hart gemalte Bild eines 
v9" 1643, befePtigten Seehafens in der Schleifsheimer Galerie. Vom Jahre 1643 fah der 
Verfaffer zu Hadzor bei Droitwich eins der frifcheften, bewegteflen Seeftücke 
des Meiflers, welches in feinfter Weife feine gelbgrauen Wolken auf blauem 
von 164a, Himmelsgrunde über grauem Waffer zeigte. Der früher mit 1645 bezeichnet 
gewefene vKriegshafenu der Kaiferlichen Galerie zu Wien und fein Gegenftück, 
vdie Erfiürmung einer Seefefte durch Türkenu, deffen Datum ebenfalls früher 
1645 gelefen wurde, werden fchon leichter, flüchtiger in der Malweife und im 
von 1651, Gefammtton. Die Jahreszahl 1651 trägt dann die höchfi eigenthümliche Land- 
fchaft mit der Flucht nach Aegypten in der Würzburger Univerfltätsgalerie. 
 Sie ift ganz in einheitlichem, hellbraunem, lichtclurchfloffenem Tone gemalt. Aus 
von 1652- dem letzten Lebensjahre des Meifters, aus dem Jahre 1652, endlich flammen 
feine vSeefchlachtu beim Freiherrn von zur Mühlen in Münfier und fein worien- 
talifcher Seehafenu in der Dresdener Galerie. Gerade das zuletzt genannte 
Bild zeigt in feinem leichten, duftigen, ganz in einheitlichen Ton gehüllten Vor- 
Berlin 
(nach 
1) Beim Geh. Rath Stüve in Berlin (na 
theilung Dr. A. Yordalzs). 
2) Bisher dort dem 71m zugefchrieben. 
Sclzeilrler) 
Nordkirchen in Wefffalen
        

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