Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1248967
Malerei 
vliimifche 
Die 
l 7. Jahrhunderts. 
Die Maler kleiner Figuren. 
503 
bis fie um 1644 einen fchönen Goldton erreicht, der andauernd klarer und heller  
wird, bis er um 1650 einem feinen, kühlen Silberton weicht, der bis 1660 
anhält. Später wird er wieder brauner, nun aber zugleich auch trüber, manch- 
mal trotz des braunen Tones wieder kälter. 
Datirte Werke der Frühzeit und der Spätzeit des Meifters find felten; 
häufig aber find fie aus feiner beflen mittleren Zeit, aus den vierziger und den 
fünfziger Jahren. Doch hat er auch aus feiner früheren und feiner fpäteren Zeit 
genug feiner Bilder datirt, um uns über ihre Tonwandlungen aufzuklären; und 
mit feinem Namen oder feinem Monogramm bezeichnet hat' er fie faft alle. 
Indem wir nun, um einige Anhaltspunkte zu gewinnen, uns zunächft nach dfäiäfn 
einigen nicht nur bezeichneten, fondernyauch datirten Werken feiner Hand Werke 
umfehen, werden wir zugleich einen Ueberblick über feine Schöpfungen 
gewinnen. Das frühefte Datum auf einem zugänglichen und bekannten Bilde von 1628. 
des Meifiersl) iväre die Jahreszahl 1630 auf dem fchwer und braun getönten 1630. 
Bilde einer vornehmen tafelnden Gefellfchaft im Berliner Mufeum, wenn es nicht 
wahrfcheinlicher wäre, dafs fie 1634 gelefen werden müffe. Von 1634 find ferner 1634- 
vein Bauernpärchen in einer Scheuern der Karlsruher Galerie und eine nKneip- 
gefellfchaftu in Brouwers Art in der Mannheimer Galerie datirt. Dann folgt 
die Jahreszahl 1636 auf der ziemlich kühl gefärbten, ebenfalls Brouwers Einflufs 1636, 
zeigenden vBaderftubea der Pefter Sammlung. Die Jahreszahl 1637 findet fich 1637. 
auf einem tief und fchwer, aber ebenfalls recht braun gefärbten Gemälde des 
Madrider Mufeums, welches eine jener unendlich oft von ihm wiederholten 
Scenen von Volksbelufligungen im Plankenhofe eines ländlichen Wirthshaufes, 
neben dem man an der einen Seite in die Landfchaft hinausblickt, darftellt. 
Von 1639 find die vTriktrakfpielera des Madrider Mufeums, von 1640 iPc die 1222; 
vBauernküchea der Uffizien zu Florenz, von 1641 find die vPufffpieleru des Berliner, 1641. 
eine vWachtftubeu des Amfterdamer Mufeums und ein hervorragendes Wirths- 
haushof-Bild der Dresdner Galerie datirt. Das letztere ift immer noch etwas 
fchwer, aber tief und verhältnifsmäfsig kühl im Tone und zeichnet {ich durch 
fatte Localfarben in den Kleidern der luftigen Bauern und der zufchauenden 
Städter aus. Auf diefem Bilde iPc das Motiv, wie ein luftiger Bauernburfche eine der 
Damen, die fich, {ich fträubend, auf die Erde gefetzt hat, doch ziemlich refpect- 
voll zu den Tanzenden heranzuziehen fucht, charakteriftifch für den Meifter und 
humoriflifch in feiner Wirkung. Dann folgt die nWachtftubeu von 1642 in der 1642, 
Eremitage zu St. Petersburg; und fomit treten wir in die Periode des fchönen 
Goldtones ein. Im Jahre 1643 hat Teniers fchon eine ganze Anzahl von 1643, 
Bildern datirt; z. B. das grofse Bild einer Schützenvereinigung vor dem 
Antwerpener Rathhaufe und das kleinere Bild des vWirthshaufes zum Engelu 
in der Eremitage zu St. Petersburg, die vvlämifche Zechfttibeu der Münchener 
Pinakothek und den vRaucheru im Louvre zu Paris. Dem Jahre 1644 gehören 1644, 
Werke des Meifters an, wie zwei kleine Dorfbilder der Eremitage, wie ider 
verlorene Sohn unter Dirnena im Louvre, wie vdie fieben Werke der Barm- 
herzigkeita , wohl das fchönfte Exemplar diefer oft von ihm wiederholten 
Darftellung, in der Galerie Steengracht und vdie Küched im Mufeum des 
Die 
Galerie 
G fell 
befafs 
Wien 
Meifiers 
Selbfibilrlnifs des 
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