Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1248857
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Sechstes Buch. 
Abtheilung. 
Erfter Abfchnitt. 
ääägfä: gefchichtlichen Darftellungen malte Snayers jedoch auch fortwährend abge- 
des SMYCYS rundetere Gemälde mit malerifch wirkfamer bemeffenem Horizonte: Cavallerie- 
 gefechte, Plünderungsfcene, jagd- und Räuberftücke und fogar wirkliche 
Landfchaften mit nebenfachlicher Staffage; und in den Bildern diefer Art, 
in denen er fich zugleich als Meifter derber, manchmal an die Caricatur 
grenzender Charakteriftik zeigt, ifi er in feiner früheren Zeit klar und warm 
im Ton, feft im Vortrag, wird aber in feiner fpäteren Zeit kälter und trüber 
 in der Farbe, verblafener in der Behandlung. Ein gutes Bild feiner früheren 
in lliadrid, Art ift z. B. das Cavalleriegefecht im Madrider Mufeum. Seine Bilder fmd 
aber auch in anderen Sammlungen als den genannten nicht felten. Die 
in Berlin, Berliner Galerie z. B. befitzt einen xWaldweg mit Wanderernrr und xdie 
  Vertheidigung eines Dorfes gegen plündernde Soldatenr von feiner Hand; und 
in Dresden- von feinen fieben Bildern in der Dresdener Galerie zeigen die beiden Dar- 
ftellungen räuberifcher Ueberfälle von Reifenden und die xPlünderung eines 
Dorfese noch die kräftigere, wärmere Behandlung feiner mittleren Zeit, wogegen 
die beiden Berglandfchaften, deren eine die Jahreszahl 1663 l) neben feinem 
Monogramm trägt, die fchwächere Hand feines Alters verrathen. 
An P. Snayers würden wir feinen Schüler Ad. Fr. van der Meulen anzu- 
fchliefsen haben, wenn wir diefen nicht aus den (S. 377) angeführten Gründen 
bereits unter den Franzofen befprochen hätten. 
In manchen Beziehungen parallel mit Snayers aber entwickelte {ich anfangs 
äifäxjä Cornelzk de Wael, der erft in neuefter Zeit durch L. Scheiblers?) Unter- 
fuchungen wieder zu feinem Rechte gekommen ift. Geboren war er am 
7. September 1592 3) zu Antwerpen, bald nach 1620 folgte er feinem älteren 
Bruder Lucas de PVael (I59I-I661), der ein guter Landfchaftsmaler gewefen 
fein foll, nach Genua, WO er {ich ganz niederliefs und 1661 oder 1662 ftarb. 
Cornelis de Wael malte Schlachten, Scharmützel und Lagerfcenen, in Italien 
vorzugsweife Sittenbilder aus dem Volksleben, manchmal aber auch Dar- 
ftellungen aus der biblifchen Gefchichte. Seine Auffaffung ilt in den Köpfen, 
 in der Haltung und in der Bewegung vornehmer, als diejenige des Snayers; 
feine Ausführung ift ungleich; in der früheren Zeit ift feine Malweife Hüffig, 
feine Stimmung kühl und klar; in Italien wurde fein Vortrag paflofer, fein Ton 
kräftiger und wärmer. Seine Bilder gehen in vielen Sammlungen noch unter 
falfchem Namen. Zu feinen früheren Werken gehören der xHalt auf dem 
Marfcher und die xBelagerung einer Feftunge 4) in der Galerie Harrach, der 
in Wien, rZug durch's Rothe Meerr in der Kaiferlichen Galerie zu Wien, rein Kriegs- 
ifcfvjifg- lagerr und ßvBeraubung einer Stadt im NVintere im Braunfchweigifchen Mufeum 5), 
in Neapel, eine xLagerfceneß im Mufeum zu Neapel G) und ßdie Werke der Barmherzigkeitr 
in Marfeille, im Mufeum "zu Marfeillei) Den Uebergang bilden z. B. die Gefechtsfcene in der 
1) Nicht 1669, wie Hühner las; der Meißer war 1669 auch eben 1 
2) Repertorium für Kunftwiffenfchaft VI, 1883, S. 244-247. 
3) Nach F. f]. v. d. Branden, a. a. O. p. 664. 
4) Beide dafelbß irrthümlich dem E. v, d. Velde zugefchriebeu. 
5) Hier auffallender Weife dem nCavaliere Tempefizau zugefchrieben. 
6) Hier dem V. d. Meulen zugefchrieben. 
7) Hier der nSpanifchen Schulen zugefchrieben.  
auch 
"247- 
mehr am 
nicht 
eben 
Leben.
        

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