Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1248786
vlämifche Malerei 
Die 
17- Jahrh, 
Die übrigen 
belgifchen Grofsmaler des I 7. Iahrh. 
485 
werk gelten kann, iPc einer der befien Bildnifsmaler des Jahrhunderts. Das 
Berliner Mufeum befrtzt noch ein zweites Bild feiner Hand, 
Im kunflfmnigen Mecheln, welches, wie wir fchon gefehen haben, einerfeits llgßligcelfefä" 
Antwerpener Grofsmaler in ausgiebiger Weife zu befchäftigen wufste, andererfeits 
feine kunfibefliffenen Söhne nach Antwerpen in die Lehre fchickte, blühten in 
diefer Zeit noch einige Künftlerfamilien, die wir nicht mit Stillfchweigen über-  
gehen dürfen. Hier kommen zunächft die Fwuzclmzk (Francoys) 1) in Betracht, F,a?c1,fois_ 
von denen wir Lucas Franclzois d. f7. fchon unter den eigentlichen Rubens- Frakäfjfsm 
Schülern befprochen haben (oben S. 463), während wir feinem älteren Bruder  
Pierre Franclwz": (1606-1654), einem Schüler des Geer. Zegers in Antwerpen,  
der bald nach Mecheln heimkehrte, hier feinen Wohnfitz behielt und abwechfelnd 
Bilder mit grofsen und mit kleinen Figurenimalte, wegen feiner ausgezeichneten, 
an die frifchefte Zeit van Dycks erinnernden, durch feine Namensinfchriften  
beglaubigten Bildnifse in den Mufeen zu Brüffel, Dresden, Köln und Lille die  
Anerkennung fchuldig fmd, dafs er frch, wenn feine Werke nicht fo äufserft 
felten wären, unzweifelhaft auch bei der Nachwelt des hohen Anfehens erfreuen 
würde, welches die Mitwelt ihm nicht verfagte. Hier frnd ferner xdie Herre- 
goutsii i) zu nennen, deren bedeutendfter Spröfsling Herzdrik Herregozzts, welcher 
1633 in Mecheln geboren wurde, abwechfelnd in feiner Vaterftadt und in 
Antwerpen, hauptfächlich in diefer letzteren Stadt, in welcher er um 1704 
fiarb, arbeitete und zahlreiche belgifche Kirchen mit feinen grofsen, aber leeren 
und langweiligen Altarbildern fchmückte. Hier mag endlich auch noch der 
Sizzeyersß) gedacht fein, von denen Gillzlv Smeyers (163 5-1710) im Brüffeler  
Mufeum mit zwei grofsen kirchlichen Hiftorienbildern ohne fonderliches Verdienft 
vertreten ift, während man den Bildern fei-ner Söhne und feines Enkels Gzllis Gsilääy-ljgff 
Yofef Silzryers (1694-1774), welcher letztere fchon ganz dem 18. Jahrhundert 
angehört, in den Kirchen Mechelns nachgehen mufs. 
In Brügge zeichnete {ich im I7. Jahrhundert befonders die Familie van 
Ooft 4) aus. Yacob m12 Ooß d.  (1600-1671) war in Brügge felbft Schüler 13521;, f" 
feines 1625 verftorbenen Bruders Fmzzs mm Ooß gewefen, hatte fich aber vjxaääß. 
durch eine Reife nach Italien und mehr noch durch Copiren nach Rubens und 
van Dyck felbftändig zu einem lVleifler weiterentwickelt, deffen Richtung der- 
jenigen der gleichzeitigen Antwerpener Nachahmer des Rubens parallel ging. 
Die Kirchen und das Akademiemufeum feiner Vaterftadt frnd reich an Werken 
feiner Hand. Zu den bedeutendften derfelben gehört z. B. die Darftellung der 
Jungfrau im Tempel in der Jakobskirche und die Flucht nach Aegypten in der 
Erlöferkirche dafelbii. Sein Sohn Yac, mm Oaß d.  (1639-1713), welcher Jßcoorf  
{ich eine Zeit lang in Lille niedergelaffen hatte, fchliefslich aber doch nach 
Brügge zurückkehrte, hat zwar auch manche grofse Kirchenbilder hinterlaffen, 
zeichnete llCh aber befonders als Bildnifsmaler aus. Die Akademie zu Brügge 
befrtzt ein beglaubigtes männliches Bildnifs feiner Hand. 
Wenden wir uns endlich wieder nach Lüttich, fo haben wir hier nurgf 
Em. Negfs, Hiftoire de 1a peinmre de Malines 1., Gent 1876, p. 371-377. 
Em. Neeßiv a. a. 0., p. 339-358. 
Areßj: a. a. O. p. 394-421. 
faules Wezzlf Catalogue du Mufäe de Pacadämie de Bruges, 1861, p. 75-8o 
und
        

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