Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1248772
484 
Sechstes 
Buch. 
II. Abtheilung, 
Erfter 
Abfchnitt. 
beiten Iind. Die letzteren find fafi ausfchliefslich Bildniffe. Berühmt {ind z. B. 
fein Selbfibildnifs, auf dem er {ich als Zeichner des Farnefifchen Hercules dar- 
geftellt hat, feine Gattin mit der Perlenfchnur, die {tickende Frau mit zwei 
Kindern, die junge Zeichnerin, die vier Gefchwifler und des Meifters Familie. 
äzfijfaurfä  Mehrere feiner Brüder, wie Bemard Vezillzzizl, geb. 1627, und Yzzkob Vzzillnzzf, 
Vfilllfgkt geb. 1628, waren ebenfalls theils Maler, theils Stecher und Radirer. 
Schlälmgns. Auch ein dritter Schüler des Erasmus Quellinus, Azztwz Sclzoonjkzzzs, geb. 
zu Antwerpen um 1615, geft. zu Wien 1726, gründete fich, nachdem er Italien 
befucht, feinen Ruf im Auslande. Er arbeitete eine Zeit lang für den Kur- 
 fürüen Johann Wilhelm in Düffeldorf, hauptfachlich aber als kaiferlicher Hof- 
maler zu Wien. Seine Bilder, von denen nur fein nHiobe in der Augsburger 
Galerie genannt fei, tragen fchon deutlich den Stempel der Verfallzeit. 
Bocüzrsh  ffordnenf Hauptfchüler Fan Baclalzorst, Lange 9'127: genannt ( 160 5-1668), 
war kein geborener Antwerpener, fondern ein Deutfcher aus Münfier; aber 
er fchlug feinen Wohnfitz in Antwerpen auf und fchlofs {ich in feinen Werken 
nicht nur eng an diejenigen feines Meifters, fondern auch an diejenigen des 
Rubens und van Dycks an. Selbftändige Kirchenbilder feiner Hand {ieht man 
z. B. in verfchiedenen Kirchen Antwerpens und Gents. Eine rKrönung der 
Jungfraua, die er gemalt, befltzt das Antwerpener Mufeum. Was er aus mytho- 
logifchen Scenen zu machen verfiand, zeigen feine Bilder in der Münchener Pina- 
kothek, in der Galerie Liechtenftein und in der kaiferlichen Galerie zu Wien. 
Auch malte er nicht felten die, Figuren zu den Thierfiücken des Fr. Snyders. 
valjffäat. Unter dem Einfluffe des Rubens {Ieht auch Peter 71cm Lint (1609-1690), 
ein lVleifier, welcher längere Zeit in Italien arbeitete, wo er fich z. B. durch 
drei Altartafeln für die Kirche zu Oftia berühmt machte, fpäter aber in feiner 
Vaterftadt anfäffig war, wo er als vielfeitiger Maler gefchätzt wurde. Am 
befien kann man ihn im Mufeum diefer Stadt kennen lernen, welches z. B. fein 
in Rom gemaltes Bild des Cardinals Ginnafio von 1639 und fein xWunder des 
heiligen Johannes von Capifiram befitzt.  Sein Schüler Gotzyfrzäd Maas (1649 
 bis 1700), von deffen Hand das Antwerpener Mufeum ein einigermafsen fchwung- 
volles iMartyrium des heiligen George befitzt, fuchte die alten Ueberlieferungen 
bis zum Schluffe des Jahrhunderts aufrecht zu erhalten. 
An-xlgärfner Von den Antwerpener Zeitgenoffen diefer Meifter waren Peler [jlleens 
 dfers (1648-1695) nebft feinem Sohn Frau Peter Ijkerzs (geb. 1672 oder 1673) und 
{iflläfällllläin Kafper Yrzcoä von Opßa! (1654-1717) fruchtbare, ihrer Zeit angefehene Meifier, 
dergezter die im Lichte der Kuniigefchichte jedoch nur als flaue Epigonen erfcheinen. 
Ijkens. Von den im 17. Jahrhundert geborenen Grofsmalern der übrigen belgifchen 
Jaijikfriastfzr Städte haben nur die wenigften tiefere Spuren ihrer künftlerifchen Thätigkeit 
15:? äpäilf" hinterlaffen. 
 In Brüf f el erfcheint Tlzeozi. van Lüüll (um 1629-1678), von deffen Hand 
vihfod5n' das Mufeum diefer Stadt eine vHimmelfahrt Mariase befitzt, als ein fchwäch- 
Perer Meerc. licher Erbe der Kunftübung de Crayers; 1922er Meer! (um 1619-1669) hin-- 
gegen, deffen Bildnifsgruppe der vier VorPreher der Fifchhändlerinnung zu den 
guten Bildern derfelben Sammlung gehört, während fein Bild des vRheders 
und feiner Gattinu im Berliner Mufeum in feiner fchlichten Auffaffung, feinem 
klaren, warmen Tone und feiner frifchen, breiten Behandlung als ein Meifter-
        

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