Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247960
Malerei 
vlämifche 
Jahrhunderts. 
Uebergangsmeifter, 
403 
deutenden Einflufs auf die Entwicklung der holländifchen Kunft gewann und 
1639 ftarb. Die Studien im Tiroler Hochgebirge verfchafften ihm neue Ge- 
flchtspunkte und ein grofses Material, f1e zu verwerthen. Wald- und Felfen- Sein stu. 
partien, Flufsthäler zwifchen fchroffen Wänden, geftürzte Baumftämme und 
Steinblöcke hat keiner vor ihm fo treu nach der Natur gezeichnet, wie er. 
Nur kam er nicht auf den Gedanken, wie Momper, die grofsen Bergzüge als 
folche zu Bildern zu verarbeiten; vielmehr blieb er in der Regel am Vorder- 
grunde und Mittelgrunde, am häufigften an den Thälern und ihren Wäldern 
hängen; doch Wufste er bei aller Sorgfalt, mit welcher er Bäume und Felfen 
im Vordergrunde charakteriflrte, den Wald in gröfseren Maffen zu gliedern und 
vor allen Dingen durch helle Sonnenblicke, die er aus leicht umwölktem Himmel 
fchiefsen liefs, feine Mittelgründe in gröfseren Partien malerifch zu beleuchten. 
Der unruhige Eindruck, den feine Bilder trotzdem in der Regel machen, liegt 
hauptfachlich an der Ueberfülle von Thieren, mit denen er f1e zu fiaffiren 
liebte; denn Savery war ein nicht minder eifriger Thier- als Landfchaftsmalerßeine Stoffe- 
und die ganze Thierwelt hatte es ihm angethan; je mehr verfchiedenartige 
Thiere er auf feinen Bildern vereinigen konnte, dePco lieber war es ihm; vor- 
zugsweife ftellte er daher folche Scenen dar, welche ihm ermöglichten, feine 
Landfchaften mit wilden und zahmen Thieren zugleich zu bevölkern: Stücke 
des Erdenparadiefes, Scenen mit der Arche Noahs vor und nach der Sündfluth, 
Orpheus, der die Thiere bezaubert, u. f. w. Am ruhigften und beften aber 
wirken feine einfacher nach der Natur gemalten Darfiellungen, vor allen Dingen 
feine Iagdftücke. Seine Bilder haben nach dem Vorgange Kaifer Rudolfs be- Seine Bilder 
fonders in Deutfchland Abnehmer und Liebhaber gefunden. Aufserhalb Deutfch- 
lands flnd echte Werke feinerl-Iand, die in der Regel mit feinem vollen Namen 
und dem Jahre ihrer Entftehung bezeichnet flnd, von der gröfsten Seltenheit; 
doch befitzen z. B. das Haager Mufeum und die Londoner National Gallery ägläifägän, 
Orpheusbilder feiner Hand. Dagegen fmd f1e in den meiften deutfchen und inmfäuäftcäf" 
öfterreichifchen Sammlungen, den grofsen wie den kleinen, zahlreich vertretemsgfliälliiäläig. 
von feinen lieben Bildern der Dresdener Galerie ift das frühefte von 1610, das 
fpatePre von 1625 datirt; feine elf Bilder der kaiferlichen Galerie zu Wien um- 
faffen die Daten von 1604 bis 1628. Auch einige Blumenfträufse hat er gemalt, äjzäülfä" 
breiter und moderner in _der Wirkung, als die im übrigen ähnlichen Bilder 
Jan Brueghels des  Beglaubigte Werke diefer Art fleht man in der Galerie 
Liechtenflein zu Wien, fowie in den Mufeen zu Utrecht und zu Schwerin. 
Ein dritter vlämifcher Meifter, der fein Glück in Holland machte, war 
Älwrllilllßr Krrrincx oder Keirirzcx1). Erft 1600 zu Antwerpen geboren, wurde Al-Keirinßx- 
er fchon 1619 MeiPrer der dortigen Gilde, verheirathete fich dafelbft 1622 und Sein Leben. 
ift noch 1626 dafelbft nachweisbar, fcheint fpäter, da Poelenburg nicht felten 
die Figuren in feine Landfchaften fetzte, eine Zeit lang in Utrecht gelebt zu 
haben, m aber Zuletlt 1652 in Amfterdam nachweisbar. Früher wurde er mit 
dem 1590 in Utrecht geborenen und fpäter in England thätigen, aber, wie es 
heifst, 1646 in Amfterdam veritorbenen jfakob Kerrizzcx verwechfelt 2), über Kgjägä 
1059" 
Leben Afmd erft durch F. 7. 1:. d. Branden, a. 
176-179 zu Tage gefördert worden. 
26' 
I) Die richtigen Daten aus feinem 
-Io6o und H. Ä'z'egel, Beiträge. S. 
2) Riegel, a. a. O., S. 177. 
pag.
        

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