Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247886
Die 
vlämifche 
Malerei 
Jahrhunderts. 
Uebergangsmeifter. 
395 
1601 zu Antwerpen geboren wurde und 1678 dafelbft noch am Leben war 1). 
Er folgte ganz den Fufstapfen feines Vaters, von deffen Bildern die feinen 
nicht leicht zu unterfcheiden und auch noch keineswegs alle unterfchieden iind. 
Einigen Anhalt zu ihrer Beurtheilung bieten die drei bezeichneten und von 
1641 und 1642 datirten Landfchaften der Dresdener Galerie, welche eben diefer 
Daten wegen nicht von Jan Brueghel d. Ä. herrühren können, und ein Bild 
mit dem Opfer der hl. drei Könige in der Münchner Pinakothek, deffen Namens- 
zeichnung auch nur auf Jan Brueghel den Sohn gedeutet werden kann. Sie 
find etwas breiter und moderner, als die Bilder feines Vaters; und nach ihnen 
zu fchliefsen, wird man ihm noch manche Bilder zufchreiben müffen, die den 
Namen des letzteren tragen. Ein bedeutend jüngerer Sohn des älteren Jan 
Brueghel war Anzlrraßzzs Bmeglzerl, der 1617 in Antwerpen geboren war und 3531253355 
1675 dafelbft ftarb. Er wird hauptfachlich als Blumenmaler angefehen und als fein a 
Hauptwerk gilt ein Bild in der Jakobskirche zu Antwerpen. Ein A. Breugel be- 
bezeichnetes Frucht- und Blumenftück im Rotterdamer Mufeum dagegen rührt von 
Abrrzlzmzz Brzzeglzel, dem 1631 geborenen Sohne des jüngeren Jan Brueghel her. 33522133; 
Unter Jan Brueghel des A. Nachfolgern ift zunächfi Abraham Govaerli" Naäfggleger. 
(Gaywzcrls) i) zu nennen. Diefer wurde 1589 zu Antwerpen geboren, 1607 Goilgi-ts 
als Meiliersfohn in die dortige Lukasgilde aufgenommen und ftarb fchon  
1626. Seine bezeichneten Bilder, welche die Grundlage bilden, auf welcher Seine Bilder 
man ihm neuerdings verfchiedene Werke anderer Sammlungen zugefchrieben 
hat, find die folgenden: die Waldlandfchaft mit dem Opfer Abrahams und das 
Waldbild mit Jäger- und Bauernftaffage, beide in der Augsburger Galerie, beide in Augsburg. 
bei Lichte befehen voll bezeichnet, aber nicht datirt, ferner die Landfchaft mit 
der Hirfchjagd in der Univerfltätsgalerie zu Göttingen, auch fie nicht Clatift;inGöttingen, 
datirt aber die Waldlandfchaft mit Jägern und Zigeunern von 1612 im Haager im Haag, 
Mufeum, die Landfchaft mit Diana und den Nymphen von 1614 im Mufeum 
zu Bordeaux, die Landfchaft der Mailänder Brera von 1615 und das bekannte äfläfgggääf- 
Braunfchweiger Bild von 1624. Govaerts erfcheint in diefen Bildern als einer htcäazßfg: 
der frifcheften und kräftigften Meifier diefes Stiles, ruhiger im Lichtfall, tiefer 
in der Farbe, als es bei Jan Brueghel felbft der Fall zu fein piiegt.  Als 
Hauerer Nachahmer der Brueghel mufs Anton ilßlirozz gelten, von deffen Hand AntonMil-ou. 
die Galerie zu Pommersfelden das frühefte bezeichnete Bild befitzt. Es trägt isnclßgmlfrileigf 
die Jahreszahl 1602. Sein fpäteftes bezeichnetes Bild dagegen (von 1652 fade" 
oder 1653) befand Hch im Berliner Mufeum, ift feit kurzem aber an Magde- 
bcrg abgegeben worden. Dazwifchen liegen feine beglaubigten Bilder in Gotha, 
in Schleifsheim, in Kopenhagen, in Lütfchena bei Leipzig und in Madrid, denen 
nicht bezeichnete Bilder in Petersburg und Wien fich anreihen.  Frifcher und 
kräftiger find die fehr feltenen Bilder [faak zum Oaßens, eines Meiiters, der Igääetlf" 
1613 in Antwerpen geboren war und 1661 dafelbft Pcarb 3). Aufser feinen 
bezeichneten Bildern des wErdenparadiefese in der Galerie Liechtenftein zu Wien 
und im Privatbefitze bei Antwerpen, die auch F. v. d. Branden nennt, kennt 
I) F. 7. v. d. lfranden, Gefchiedenis, p. 459. 
2) F. 7. v. d. Branden, a. a. 0., p. 460-462; vgl. Riegel, Beiträge f 
Schlie, befchreibendes Verzeichnifs etcu zu Schwerin (1882), S. 215-216. 
3) F. _7. v. d. ßraizrlen, a. a. 0., p. X093. Vgl. wLiggerexw II, p. 224 
und 
232.
        

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