Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247811
388 
Buch. 
Sechstes 
II. Abtheilung. 
Erfier Abfchnitt. 
Stääläiblandfchaften gemalt, er hat von hier aus auch zahlreiche kleine, in der Regel 
bild" auf Kupfer gemalte Landfchaftsbilclchen, welche bald die Ruinen Roms, nach 
eigenem Gutdünken malerifch in Campagnamotiven vertheilt und aneinander- 
gereiht, bald fanfte Hügelgegenden am Waldrande mit prächtigen Baumgruppen, 
mit Weihern und mit jagdftaffage, bald wildere Gebirgsgegenden mit alten 
Burgen, Brücken und tofenden Bächen darftellen, nach allen Ländern der Welt 
verfchickt; und wir finden folche Bildchen feiner Hand daher auch in faft allen 
Mufeen Europas: im Berliner Mufeum, in der Dresdner Galerie, in der Münchener 
Pinakothek, im Louvre zu Paris, im Madrider Mufeum, im Palazzo Pitti und in 
1363532818 den Uffizien zu Florenz, u. f. w. Der Meifter hat auch genug von ihnen mit 
feinem Namen oder feinem Merkzeichen (der Brille) verfehen, um uns einen 
Anhalt zur Beurtheilung der Echtheit der übrigen zu geben, und er hat genug 
von ihnen zugleich datirt, um uns einen Ueberblick über {einen Entwicklungs- 
gang wenigliens vom Jahre 1593 an zu geftatten. Nicht datirt, aber bezeichnet 
find z. B. die kleine feine Landfchaft mit dem barmherzigen Samariter, deren 
Gegenftück mit der Ruhe auf der Flucht nach Aegypten ftaffirt ift, in der 
in Lima. Pinakothek zu Lucca, eine frühe, romantifche, felfige Berglandfchaft in der 
i: gäfäjfejää: Augsburger Gallerie, eine füdliche Hafenlandfchaft im Schweriner Mufeum, eine 
Amßigdam, römifche Ruinenlandfchaft im Amfterdamer Mufeum. Ein undeutliches Datum 
trägt neben der Bezeichnung die eine der beiden Landfchaften ähnlicher Art 
 im Braunfchweiger Mufeum. Von den bezeichneten und datirten Bildern Paul 
Brils ift das ältePre die Landfchaft mit der Waffermühle von 1598 in der Pina- 
in Parma. kothek zu Parma (hier nur im Allgemeinen der vlämifchen Schule zugefchrieben). 
in Dresden. Dann folgen die beiden römifchen Ruinenlandfchaften von 1600 in der Dresdner 
in München, Galerie, die Landfchaft mit Chriftus und den Apofteln von 1601 in der Münchener 
in Glasgow, Pinakothek und die Berglandfchaft in der Glasgower Galerie von 1602 (hier 
1879 noch als rStil Salvator Rofasv verzeichnet). Alle diefe Bilder ftehen 
noch auf dem Boden der altvlämifchen Landfchaftsmalerei; und ihnen fchliefsen 
fich, wenn fie auch allmählich einen etwas gröfseren Zug annehmen, im Wefent- 
in 1111m, lichen noch die Landfchaft von 1606 in der Turiner Pinakothek, die Gebirgs- 
in Dresden- landfchaft mit dem Holzlieg über dem Flufs von 1608 in der Dresdner Galerie 
im Louvre. und die Landfchaft mit dem hl. Hieronymus von 1609 im Louvre zu Paris, 
an. Bilder, wie die Hirtenlandfchaft von 1617, die Landfchaft mit dem Waffer- 
fall von 1620 und die Flufslandfchaft von 1624 im Louvre, das fchöne Wald- 
in Dresden, bild mit Tobias und dem Engel von 1624 in der Dresdener Galerie und die 
Wsfa-lfäfers" Campagnalandfchaft von 1626 in der Petersburger Eremitage zeigen dagegen 
 deutlich den Einflufs der Schule der Carracci. Sie lind freier, breiter und 
tragen dem LinienHuffe und der Einheit der Stimmung im Sinne der Neuzeit 
Rechnung. Von feinen nicht äufserlich beglaubigten, aber echten Bildern feien 
nur noch die beiden fchönen Landfchaften mit der Entenjagd und mit Diana 
im Louvre. und ihren Nymphen im Louvre (Fig. 519) erwähnt. Endlich ift zu bemerken, 
dafs Paul Bril auch als Radirer von vier eigenhändigen Blättern giltl). 
Von den beiden Meiftern, die van Mander als Schüler Paul Brils anführt, 
 kommt nur PVzYZem (Guillamj van zVzkuruzlzzlzd 2) in Betracht. Er War 1584 zu 
Andrefen, Handbuch, I, p. 186. 
F.  mm den Branden  Willem 
Nieuweland, 
Schilder 
Dichter. 
Gent 
1375-
        

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