Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247608
Die 
franzöüfche 
Malerei 
Jahrhunderts. 
Die 
und 
Vouets 
Schule 
Akademie. 
367 
matte, ruhige, allerdings nicht unharmonifche, aber auch niemals erquickliche 
Farbengebung das Ihre dazu thut, eine gewiffe Langeweile über feine Gemälde 
auszubreiten. Gleichwohl wird es immer verwandte Seelen geben, die er an- 
zieht; und die Gefchichte der Malerei wird ihm feine Bedeutung daher auch 
niemals abfprechen können. 
Die erfien wichtigen Werke, welche er unternahm und mit manchen Unter-   
brechungen in einer Reihe von Jahren zu Ende führte, waren feine Gemälde- giffjqagiig-rx-yn 
folgen im Hotel des Präfidenten Lambert de Thorigny, in dem Le Brun gleich- 
zeitig feine Herkulesbilder fchuf. Le Sueur malte in verfchiedenen Zimmern 
des Palafies. Im Cabinet des Präfidenten zu ebener Erde, dem fog. ßCabinet 
de l'Amour((, malte er fünf Darftellungen aus der Gefchichte Amors an die 
Decke, eine fechfie, in runder Form, über den Kamin. Sie befinden fich jetzt 
alle fechs im Louvre und zeigen noch den Jugendfiil des Meifters, in dem er  
die Erinnerungen an Vouet und durch ihn an die Carracci noch keineswegs 
ganz zu Gunfien der Einwirkung Raphaels und Pouffins aufgegeben hatte. 
Im erften Stockwerk, im Zimmer der Frau Präfidentin (vCabinet des Mufesa) 
malte er an die Decke die Gefchichte Apollons und Phaetons, an die Wände 
zwifchen Holzverkleidung die neun Mufen in fünf Bildern. Auch diefe fechs  
Gemälde beünden {ich im Louvre zu Paris. Dasfelbe gilt von dem Decken- 
gemälde eines dritten Gemaches, welches den Raub Ganymeds darftellt. Le 
Sueur hatte {ich in diefen fpäteren Bildern des Hotel Lambert bereits felbfi 
gefunden. Sie zeigen ganz den Durchfchnittsfiil feiner gereiften Zeit. In den 
Jahren 1645 bis 1648 malte er dann für den kleinen Kreuzgang der Chartreufe 
zu Paris das berühmte Hauptwerk feines Lebens, die 22 Darftellungen aus 
dem Leben des hl. Bruno, welche {ich jetzt ebenfalls, vom Holz auf Leinwand Selgeglfjlya" 
übertragen, im Louvre befinden (Fig. 516). Um fie in ihrer ganzen Schönheit läänfäjlljjift 
zu würdigen, mufs man Üch liebevoll in fie verfenken. Dem Hüchtigen Be- 
obachter wird auch in ihnen Manches nüchtern erfcheinen, wenngleich einige 
der Compofitionen doch von grofser unmittelbarer Wirkung find; am ergreifendfien 
ift wohl die Darfiellung des Todes des Heiligen. Als wMaibildx im Auftrage üäfggj" 
der Goldfchmiede für die Kirche Notre-Dame malte er dann 1649 die berühmte 3,11228:- 
aber kalte Darftellung der Predigt des Apoftels Paulus in Ephefus. Auch diefes 
Bild gehört jetzt dem Louvre, deffen Sammlung allein den Meifter kennen 
lehren kann, aber auch genügt, um ihn kennen zu lernen, während die Gemälde, gegg'nl;f;xe_ 
welche er als feinen dritten gröfseren Cyklus eigens für die königlichen Gemächer 
des Louvre gemalt hatte, untergegangen find. Von feinen jetzigen Louvre-erhaltene. 
bildern feien, aufser dem lebensgrofsen Gruppenbilde von fleben Freunden des 
Kriegsfchatzmeifters de Chambray, welches feiner durch Vouet beeinflufsten 
Frühzeit angehört, noch die folgenden hervorgehoben: die Weigerung der hl. 
Gervafius und Protafius, dem Jupiter zu opfern, urfprünglich für St. Gervais 
zu Paris gemalt, weit bekannt durch Audrans Stich; das Martyrium des hl. 
Lorenz, für eine Kapelle der Kirche St. Germain-YAuxerrois gemalt, ebenfalls 
von Audran geftochen, und vTobias mit feinem Sohnee, ein Gemälde, welches 
Le Sueur für ein Privathaus in der Rue des Lions gemalt hatte.  Aufserhalb 
Paris find nur wenig Gemälde des Meifters zu finden: die meiften belitzt die seinesg- 
Eremitage zu St. Petersburg, eins (der hl. Bruno in feiner Zelle) befindet fich Iiiilfi-isiiiirsgi
        

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