Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247499
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Sechstes 
Buch. 
Dritter Abfchnitt. 
Verfuchung des hl. Antonius (L. V. 32), die in der Vertheilung von Licht und 
Schatten äufserft wirkfame Landfchaft mit der hl. Magdalena, welche zwar nicht 
durch's Liber Veritatis, Wohl aber durch Zeichnungen im British Mufeum und 
in der Albertina zu Wien (datirt von 1648) beglaubigt ifl, und die grofse Land- 
fchaft mit dem betenden Einfiedler, von der es heifst, dafs Claude fie für 
Philipp IV. gemalt habe. 
Rncäfrliggjrh Nach der Betrachtung aller diefer Gemälde des Meifters auf feine Radirtmgen 
näher einzugehen, würde uns zu weit führen. Er wiederholt in ihnen theilweife 
diefelben, theilweife jenen ähnliche Compofitionen, und es läfst f1ch auch in ihnen 
der Entwicklungsgang des Meifters in ähnlicher Weife verfolgen'). 
 Ueberblicken wir nun noch einmal die ganze, reiche "Thätigkeit Claude's, 
fo tritt uns der Idealismus feiner Kunft befonders auffällig entgegen. So irr- 
thümlich freilich die frühere Anficht ift, er hätte niemals unmittelbare Natur- 
fitudien gemacht, fo glänzend und packend uns vielmehr aus feinen Hand- 
zeichnungen die Fülle der Motive anblickt, die er im Freien felbft der Mutter 
Natur abgelaufcht hat, fo unzweifelhaft ift es, dafs er zwifchen Naturftudien 
und Bildern flets fcharf unterfchieden hat. jene waren auch ihm und gerade 
ihm nur die Baufteine, aus denen er diefe zufammenfügte. Als Ganzes erinnern 
feine Compofitionen nur äufserfl felten an beftimmte Punkte beftimmter Gegenden. 
Hierin liegt die Stärke, aber auch die Schwäche feiner Landfchaftsmalerei. 
Hierin liegt feine ideale Kraft, die Landfchaftsmalerei mit überirdifcher Weihe 
zu erfüllen, aber auch der Mangel unmittelbar überzeugender Wahrheit, der 
feinen mit Einzelheiten oft überfüllten und nicht immer ftreng organifch zu- 
fammengefügten Bildern nicht felten anhaftet. Das letzte NVort der Land- 
fchaftsmalerei war mit feinen Gemälden noch nicht gefprochen; aber feine 
Schöpfungen wurden von feinen Zeitgenoffen doch mit Recht in ihrer Art 
als neue, eigenartige Offenbarungen der Kunft angefehen. 
Naäeaigfneh Zahllos waren daher auch feine Nachahmer. Seinen tüchtigften Nach- 
folger, den Niederländer H. Swalzewll, werden wir fpäter in anderem Zufammen- 
 hange kennen lernen. Als eigentlichen Schüler des Meifiers nennen die Quellen 
niw- nur einen gewiffen Giozl. Donzmzko 2), den er fchliefslich, nachdem er dreifsig 
Jahre bei ihm gewohnt, aus dem Haufe jagen mufste. Näheres wiffen wir nicht 
über diefen Domenico und feine Gemälde; doch mögen manche der nicht 
durch's Liber Veritatis oder anderweitig beglaubigten NVerlge, welche noch 
immer unter Claude's Namen in der ganzen Welt zerftretit find, auf ihn, manche 
auf die übrigen Nachahmer, über welche der Meifter f1ch befchwerte, zurück- 
zuführen fein. 
l_)ie Patel, Von den letzteren feien hier nur noch die Pate], päre e! ßls, genannt, 
Dm e: ms. zwei Meifter, deren Lebensgefchichte in Dunkel gehüllt iPr, von denen {ich aber 
einige bezeichnete und datirte Bilder erhalten haben. Der ältere P. H12?! (um 
I620 bis gegen 1676) war der tüchtigere. Er fcheint {ich in Paris und in 
Italien gebildet zu haben; 1635 trat er als Meifter der Parifer Malergilde bei. 
Mme. 
zählt 
42 
Nummern. 
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