Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247484
franzöfxfche 
Die 
Malerei 
]ah_rhunderts. 
und 
Lorrain 
Claude 
feine 
Schüler. 
355 
noch das Milfetim zu Grenoble wenigPcens ein echtes Bild Claudes in feiner in Grenoble: 
fchönen Morgenlandfchaft, welche die Campagna unter Tivoli mit feinem Rund- 
tempel in idealer Stilifirung veranfchaulicht (L. V. 79) i). 
Als echte Bilder des Nleifters in Deutfchland können wir, da wir feine i" ßjäfgch" 
Landfchaften in den Sammlungen zu München und Dresden bereits kennen 
gelernt haben, nur noch das neuerworbene Bild des Berliner Mufeums von i" Berlin; 
1642 (L. V. 64) nennen, welches eine römifche Ruinenlandfchaft mit arkadifcher 
Hirtenftaffage im Stile der früheren Zeit des Meifters darftellt. Fü.r Oelterreich- 
Ungarn ift nur die hübfche Landfchaft mit idyllifcher Hirtenflaffage (L. V. 107) in Ungarn: 
im Pefter Mufeum zu ewähnen. Reicher iPt Italien noch an Bildern des Meifters.  ftiqiiäem 
Im Mufeum von Neapel halte ich nur das Prachtbild mit der Nymphe Egeria i" Neapel. 
(L. V. 175) für echt, welches 1669 gemalt ift und dementfprechend den klaren, 
kühlen Ton zeigt, der dem Meifter in jener Zeit eigen war. Die Ufhzien zu 
Florenz befltzen noch ein ftattliches Hafenbild (L. V. 28) mit leuchtender 
Sonnenuntergangswirkung. Vor allen Dingen aber ift in den Galerien der in Rom. 
römifchen Grofsen eine Nachlefe zu halten. lm Palazzo Barberini halte ich BEjLfräf,i_ 
für unbedingt echt nur die Landfchaft mit Caftel Gandolfo (L. V. 138); im 
Palazzo Rofpigliofi, deffen Landfchaft mit Merkur, Aglauros und Herfe fchon Rlifh 
hervorgehoben worden ift, ift die herrliche Darftellung (Fig. 513) des foge- 
nannten Venustempels (links ein Prachtpalaft, rechts eine köftliche Baumgruppe 
L. V. 178) das berühmtefte Bild Claudes. Am reichften an Werken feiner 
Hand in Rom aber ift der Palazzo Doria-Panifili. Neben der fchon erwähnten Pal- Doria; 
viel gepriefenen vMühler des Meifters dürfen hier die beiden kleineren Hoch- 
bilder, deren eines den Heerdendiebftahl Merkurs (L. V. 92) zur Staffage hat, 
darf aber vor allen Dingen die grofsartige Darftellung des Apollontempels in 
wahrhaft herrlicher Umgebung (L. V. 119) nicht vergeffen werden. 
Befonders reich an Werken Claudes ift ferner die Eremitage-Sammlung zu i" Särgen- 
St. Petersburg. Von den vier berühmten Landfchaften, welche angeblich die (Eremitage)- 
vier Tageszeiten darftellen, haben wir den wlVlorgenr und den wMittaga (L. V. 169" 
und 154) bereits kennen gelernt. Nicht minder fchön find ihre Gegenfiücke, 
der vAbßIldr, mit Tobias und dem Engel (L. V. 161) und die fogenannte 
wNachta mit Jacobs Ringkampf mit dem Engel (L. V. 181). Aber "auch das 
klare kühle Bild mit Motivenädes Golfes von Bajae (L. V. 99) und die Land- 
fchaft mit Apollon und Marfyas (L. V. 45) leuchten als Meifterwerke aus dem 
Dutzend Bildern hervor, die in diefer Sammlung des Meifiers Namen tragen.  
Zu den grofsartigiten Gemälden Claude Lorrains gehören endlich feine ffjäffälf 
zehn Landfchaften im Madrider Mufeum. Hier befinden {ich zunächft die vier 
gleichen, grofsen Höhendarftellungen, welche das Begräbnifs der hl. Sabina 
unter römifchen Ruinen (L. V. 48), die Findung Mofis in anmuthiger mit einer 
Palme gefchmückter Landfchaft (L. V. 47), die Einfchiffung der hl. Paula in 
reichem Hafenbilde (L. V. 49) und Tobias mit dem Engel in einer feinen, rechts 
durch eine Prachtpinie beherrfchten Landfchaft (L. V. 50) darftellen. Hier 
befinden {ich aber unter anderen auch die grofse Mondfcheinlandfchaft mit der 
I) Ueber das zweite Bild in Grenoble vergleiche man lies Verfaffers Bemerkungen 
wleitfchrifta 1381, S, 183 und in Thode's nKunftfreuuda I, 1885, S. 275 -277- 
23 "IQ? 
in v. 
Lützows
        

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