Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247478
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Sechstes 
Buch. 
Dritter 
Ab fchnitt. 
näher eingehen, da er fie, wie fchon bemerkt, in der Regel von anderen Händen 
ausführen liefs. Dagegen müffen wir uns, da wir doch erfi eine Anzahl der 
datirten Hauptwerke des Meifiers kennen gelernt haben, nunmehr noch in den 
verfchiedenen Galerien Europas nach den übrigen Gemälden feiner Hand umfehen. 
Alle können hier felbflverftändlich nicht namhaft gemacht werden. Es handelt 
fich nur darum, unferen Ueberblick über fie zu vervollfländigen. 
 Die Mehrzahl fammtlicher Gemälde des Meiflers befindet fich in England. 
mägäägaißr Die Londoner National-Galerie befitzt ihrer nicht weniger als elf. Aufser dem 
Glggriässnlu fchon genannten find von ihnen noch die Landfchaft mit Narcifs und Echo 
 (L. V. 77), welche den bräunlichen Ton der erfien Hälfte der vierziger Jahre 
des Meifters zeigt, die fchöne Landfchaft mit der Einfchiffung der hl. Urfula 
(L. V. 54), welche fchon den Uebergang zu dem klaren, feflen Stile Claude's 
bezeichnet, und die feine kleine Landfchaft mit Hagar in der Wüfte (L. V. 106), 
welche im kühlen Silberton feiner bellen Zeit leuchtet, hervorgehoben. Von 
des Meifters Bildern. im königlichen Schloffe zu Windfor darf vor allen Dingen 
die fchöne, in tiefen Abenddämmerfchatten gehüllte Berglandfchaft aus der 
Gegend von Tivoli (L. V. 89), nicht iiberfehen werden. Von den Privat- 
fammlungen der englifchen Grofsen find am reichften an charakteriftifchen 
wianmlgäiief; Bildern des Meifters die Bridgewater-Gallery, deren befte Claude's fchon 
genannt worden, die zum Theil an Herrn Vanderbilt verkaufte MilesTche 
 Sammlung, ehemals zu Leigh Court bei Briflol, von deren Claude's, aufser den 
genannten, noch die in feinem kühlem Goldlicht Ptrahlende ßFurthr (L. V. 176) 
i"CE3);fi' erwähnt fei, die Sammlung zu Belvoir Caflle, welche z. B. Claudds köflliche 
Meerbuchtlandfchaft mit vApollon und der Sibyllea von 1665 (L. V. 164) 
und ein feines kleines Hochbild befitzt, welches zwar nicht durch's Liber 
Veritatis beglaubigt, aber bezeichnet und von 1662 .datirt ifr; vorzugsweife 
 aber die Sammlung des Duke of Weftminfter im Grosvenor Houfe, von deren 
zehn Bildern Claude Lorrains, aufser den beiden bereits genannten, vor allen 
Dingen noch das eigenartige Gemälde mit der Bergpredigt (L. V. 138) hervor- 
Nläjithljjffjik gehoben werden mufs, und die Sammlung Lord Northbrooks in London, von 
1"L0"d0"- deren fieben prächtigen, wenngleich kleineren Bildern des Meifiers die Land- 
fchaft mit der vTibermühlerr (L. V. 123) wohl die fchönfte iPt. Aber auch die 
fchöne Landfchaft, welche das Morgenroth des römifchen Reiches fymbolifirt 
i" löälzäifrd" (L. V. 122) in Longford Cafile und die feine Landfchaft, welche die verlaffene 
 äfirligä: Pfyche vor Amors Palali darftellt (L. V. 162), bei Lord Qverßone in London, 
in London; gehören zu des Meifters fchönfien Bildern. 
hxgäxk- Wenden wir uns nach Frankreich, fo müffen wir zunächft bemerken, dafs 
f;  der Louvre zu Paris mit feinen 16 Bildern des MeiPters überhaupt die reichfie 
Sammlung an Werken feiner Hand ift. Ein halbes Dutzend derfelben haben 
wir fchon genannt Von den übrigen mögen zunächft die beiden grofsartigen, 
warmleuchtenden Bilder mit der Landung der Kleopatra (L. V. 63) und mit 
der Rückgabe der Chryfeis (L. V. 80), fodann noch diebeiden kleinen ovalen 
Breitbilder bemerkt werden, welche die Belagerung von La Rochelle und den 
Kampf um den wPas de Suzer unter Ludwig XIII. darflellen. Diefe letzteren 
flllCl zwar nicht durch's Liber Veritatis, wohl aber durch des MeiPcers Namens- 
infchriften beglaubigt. Aufserhalb der Hauptlladt befitzt in Frankreich nur
        

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