Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247372
344 
Buch. 
Sechstes 
Dritter Abfchnitt. 
Gebiete der NVand- und Deckenmalerei, den leider nur in Stichen erhaltenen 
isnfigeaygj: mythologifch-allegorifchen Gemäldecyklus im Palafle des Präfidenten de Breton- 
mvilliers! villiers, ausführte und 1671 in hohem Anfehen ftarb. Der Louvre befltzt nicht 
im Louvre, weniger als fünfzehn Gemälde feiner Hand, von denen noch die für die Kirche 
Saint-Benoit gemalte grofse Kreuzesabnahme und die im Wetteifer mit Ph. de 
Champaigne und le Sueur als Teppichvorlage gemalte wEnthatiptung des 
hl. Protafmsr als grofse religiöfe Bilder, die Darftellung Julius Cäfars am Grabe 
Alexanders als Beifpiel feiner Hiftorienbilder in der Art Poufflns, aber auch 
einige Genrebilder mit Zigeunern und Bettlern und einige Bildniffe, z. B. das- 
jenige des Rene Descartes und fein eigenes, hervorgehoben feien. Von den 
igoflilexgzbljjfranzöfifchen Provinzialmufeen zeigen diejenigen zu Grenoble, Touloufe und 
Monrpellier- Montpellier ihn am beften vertreten. Auswärts kann man ihn einigermaßen 
i" Sfj-lfigfers" in der Eremitage zu St. Petersburg kennen lernen. Auch als Stecher und 
szlzäßägr-Radirer ift er bekannt. Hervorgehoben feien feine fieben Werke der Barm- 
Radirer. herzigkeit  feine grofse vRuhe auf der Flucht nach Aegyptem (Fig. 511) und 
feine zwölf Landfchaftsradirungen 2). 
 Endlich mögen in diefer Reihe noch Claude Vzgnolz (geboren zu Tours 
1593, geftorben zu Paris 1670) 3), von deffen Hand die Kirche St. Nicolas in 
Paris eine ßBefchneidungx befitzt, während man ihm im Uebrigen in den Mufeen 
von Caen, Lille und Grenoble nachgehen kann, ein freilich recht plumper 
 Meifter, der flch auf eigene Hand in Italien gebildet hatte, und Clzzzrles Errard 
(geboren zu Nantes 1601, geftorben zu Rom 1689) 4) genannt fein, welcher 
hauptfachlich Decorateur und Zeichner für's Kunfthandwerk war, aber als aka- 
demifcher Lehrer, befonders als erfter Director der Academie de France in 
Rom einen bedeutenden EinHufs auf's franzöfifche Kunftleben feiner Zeit gewann 
und nach Poufflns Tode in der ewigen Stadt kraft feines Amtes die Rolle 
 fpielte, die diefer feinen künftlerifchen Leifiungen verdankt hatte. 
Claude 
Lorrainö) 
und 
feine 
Schüler. 
Eine eigenartige Höhe erreichte die vfiiliftifchee, die wheroifchea, die 
videalea Landfchaftsixialerei unter den Händen des Lothringers Claude Gzlläe, 
welcher unter dem Namen Claude Lorrazäz (oder [e Lorrrzin) zu den wenigen 
1) koberl-Dumesni! I, p r34-I36. 
2) [fobert-Dunzesnil I, p. 150-1 5 5. 
3) Vgl, A. j'ai a. a. O., p. 1267-1269. 
4) Diefe Daten nach feiner Grabfchrift, veröffentlicht in den Memoires inedits II, p. 85. Sein 
Geburtsjahr wird von Anderen anders angegeben. 
5) Alte Quellen:  von Sandrzzrl, Teutfche Akademie, Nürnberg 1675, I, S, 331-333.  
F. ßaldirluczi, a. a. O, Vol. VI (1728) p. 353-359.  L. Pafcoli, a. a. 0., Ed 1730, I, p. 20 
bis 30.  Von den neueren Arbeiten über den Meifter lind nur die folgenden hervorzuheben: 
Yolm Smillz in feinem Catalogile Raifonne VIII, London 1836, p. 175-396. C. A [Vegnelr Claude 
Lorrain, in Dohme's wKunft und Künftleru, n. 94-96, S. 56-72, und (als bedeuteudfte Monographie 
über den Meiiter überhaupt): Mme, [lfark Patzifon: Claude Lorrain, Sa vie et ses oeuvres, Paris 
1334. Diefes Buch enthält fo viel Vorzügliches und Neues, dal's die Unbrauchbarkeit und Ungenauig- 
keit des angefügten Verzeichniffes der Gemälde des Meifters, für welches das Material der verdient?- 
vollen Verfafferin nicht ausreichte, doppelt zu bedauern ift.
        

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