Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei von der Mitte des sechzehnten bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1243599
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1247284
Die franz. 
Malerei 
des I7- 
Iahrh  
C. Schüler und Genoffcn Poufüns fowic verwandte Meifter, 
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Baldinuccil) nennt 7m. de Raoster aus Mecheln und w einen gewiffen Vläzzenzio  
aus dem Kirchenftaatx als feine Schüler. Indeffen ift erfterer, deffen Exifienz  
um fo weniger geleugnet zu werden braucht, da eine grofse Anzahl unbeflimm- 
barer Werkftattsbilder für Originale Gafp. Dughets ausgegeben werden, nur 
durch diefe eine Nachricht bekannt; und der letztere, deffen Namen Baldinucci 
wohl falfch verftanden, iPc offenbar der Römer Crescenszb rlUnqfrzb, den Pascolil) ggfjzegiäf 
als einzigen Schüler Dughets bezeichnet. Von feiner Hand fleht man im Pal. 
Colonna zu Rom zwei keineswegs unbedeutende grofse Landfchaften im Hoch- 
formate, welche eine breite, kecke Pinfelführung und eine tiefe Farbengebung 
mit der Poufliiffchen Compofitionsweife Siereinigen, im Pal. Spada dafelbft zwei 
Breitbilder ähnlichen Stils, die ein frifches Naturftudium verrathen. Auch als 
Radirer ifl er bekannt. Seine 12 Landfchaftsblätteril) zeugen von geiftreicher 
Auffaffung und gewandter Technik. Er war 1632 in Rom geboren und ftarb 
1698 in Florenz, Wohin der Grofsherzog ihn berufen hattel). 
Einige andere Meifter, welche auf Gafp. Dughets Stil fo gefchickt einzu- 
gehen wufsten, dafs ihre Bilder noch in manchen Galerien mit den feinigen 
verwechfelt werden, wie befonders I7. F. zum Bloß-um gen. Orzlzzonte, von 
Antwerpen, können wir, da f1e weder Franzofen noch wirkliche Schüler Dughets 
waren, an diefer Stelle noch nicht anreihen. Nur Päzzngozk Mille! verdient fchon J. Fr. Aiiller. 
hier genannt zu werden. Auch er war freilich Antwerpner von Geburt; aber 
fein Vater war, nach den franzöfifchen Quellenö), ein eingewanderter Franzofe, 
und er felbft kehrte nach Paris zurück, wo er fich ausbildete und arbeitete. 
Wenn er {ich auch nur aus der Ferne nach den Landfchaften N. Pouffins und 
G. Dughets bildete, fo find doch gerade feine Bilder gelegentlich mit denen 
des letzteren verwechfelt worden. Franpnis Millef (auch jlfilet, Milä oder 11127144), Sein Leben. 
in der Regel iiFmzzrzkquer, genannt, war 1642 in Antwerpen geboren, fiedelte 
aber fchon in früher Jugend mit feinem Lehrer LlZZ-WEHS Francken nach Paris 
über, wo er in jungen Jahren nach reicher Thätigkeit ftarb und am 3.]uni 1679 
begraben wurde. In Paris malte er landfchaftliche XVandbilder in einem Palafie 
und in einer Kirche. Erhalten haben fich aber nur feine nicht allzu zahlreichen 
Staffeleibilder, deren Compolitionsweife flch in der Regel an diejenige der Sein Stil. 
Pouffln anfchliefst, manchmal jedoch weniger llreng in der Linienführung erfcheint, 
während ihre Pinfelführung, befonders im ßBaumfchlagQ, einer weniger regel- 
nTä-fsig efChlagendena oder ftrichelnden als rundlich tupfenden Art folgt und 
feine Färbung manchmal Hauer, in der Regel bunter, dabei in feinen heften 
Bildern aber auch feurig-leuchtender ifl, als diejenige Dughets. Vor allen 
Dingen ifi er an der weicheren Bildung feiner Staffageüguren leicht zu erkennen. 
A15 CiIICS feiner Hauptbilder konnte daher auch die fchöne Landfchaft der Seine Werke 
I) A. a. O_ p, 475. 
2) A. a. O_ p_ 62_ 
3) IJiaVIffEIZ a. ä. O. XX, p_ 237_244_ 
4) Diefe Daten, nach handfchriftlichen Nachrichten bei Mzzrielte a. a. O IV, p. 60_61 
erfcheinen anderen Angaben gegenüber als die richtigeren.  
5) (ilßzlrgezzsville) a. a, O. II, p. 213-215, Die Antwerpner Quellen, welche angeben, dafs 
[ein Vater Peter Mille, feine Mutter Sara Guns geheifsen (F.  2'. d. Branden, Gefchiedenis der 
Antwerpfche Schilderfchool, Antwerpen 1883, S. 1076-1077) fcheinen dem nicht zu wiederfprechen.
        

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